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Die Lösung bei Kapazitätsproblemen heißt Wi-Fi Wi-Fi muss die dritte Säule neben 3G und LTE sein

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Nach Ansicht von Ruckus Wireless kann LTE allein das Kapazitätsproblem der Netze bei dem weiterhin rasant steigenden Datenverkehr nicht mehr handeln – besonders bei großer Nutzerdichte. Für den WLAN-Spezialisten sind ergänzende Wi-Fi-Netzwerke die Lösung.

Betrachtet man den rasant steigenden Datenverkehr, führt an Wi-Fi kein Weg vorbei – so sieht es jedenfalls das Unternehmen Ruckus Wireless.
Betrachtet man den rasant steigenden Datenverkehr, führt an Wi-Fi kein Weg vorbei – so sieht es jedenfalls das Unternehmen Ruckus Wireless.
(Bild: Wi-Fi Alliance)

LTE wird in Deutschland oft als eine Art Heilsbringer gefeiert, um Breitbandzugänge auch in ländliche Gegenden zu bringen, und um den steigenden mobilen Datenverkehr in 3G-Netzen an Orten mit hoher Nutzerdichte abzufangen. Für Ruckus Wireless kann LTE jedoch nicht die alleinige Lösung sein. Das Unternehmen sieht seine Meinung durch die Bundesnetzagentur untermauert, die letztes Jahr die Internetnutzer zu einem Speedtest ihrer Breitbandverbindung aufrief. Die Ergebnisse würden nun zeigen, dass nur selten die Bandbreite ankommt, die Provider versprechen und dass es die größten Abweichungen bei LTE-Nutzern gebe.

„An Orten ohne Glasfaser ist LTE sicherlich eine gute Alternative“, sagt Christian von Hoesslin, Regional Sales Manager von Ruckus Wireless. „In Großstädten und an Orten wie etwa Stadien greift die neue Technologie aber zu kurz. Hier muss Wi-Fi die dritte Säule neben 3G und LTE sein, um die Nutzer beim Surfen nicht auf dem Trockenen sitzen zu lassen.“ Dies gelte insbesondere unter Betrachtung der aktuellen Schätzungen von Juniper Research: Danach soll der mobile Datenverkehr bis 2017 auf 90.000 Petabyte ansteigen, ein Datenvolumen, das in etwa dem von sieben Mrd. Blu-ray-Filmen entspricht. Zusätzlich soll die Zahl der LTE-fähigen Geräte steigen, sodass auch bei dieser Technologie die Kapazitäten eng werden würden.

Wi-Fi als Alternative – auch für Festnetzbetreiber

„Mobilfunkbetreiber müssen heute dazu übergehen, Funkkapazitäten zu erhöhen, indem sie Wi-Fi als zusätzliches Funkzugangsnetzwerk einsetzen“, so von Hoesslin weiter. „Parallel dazu sollten auch Festnetzbetreiber hierzulande sich mit dem Thema Wi-Fi beschäftigen, um ihr Serviceangebot zu verbessern, einem Providerwechsel der Kunden entgegenzuwirken und neue Märkte wie WLAN für Unternehmen zu erschließen.“ Ruckus zufolge teilen die Analysten von Juniper Research diese Ansicht: Ihrer Meinung nach werden nur 40 Prozent des mobilen Datenverkehrs bis 2017 über Mobilfunknetzwerke laufen – während Wi-Fi-Netzwerke die Mehrheit des Traffics abfangen werden.

Hotspot 2.0 – the next Big Thing

Ruckus zufolge wird die aktuelle Hotspot-2.0-Initiative diese Entwicklung unterstützen. Nutzer würden sich in Zukunft nicht mehr damit beschäftigen müssen, nach Wi-Fi-Netzwerken zu suchen und das eigene Gerät danach manuell damit zu verbinden. Vielmehr werde der Hotspot 2.0 die Möglichkeit bieten, dass Smartphones und Tablets, die technisch entsprechend ausgestattet sind, automatisch erkennen, wenn nutzbare Wi-Fi-Netzwerke verfügbar sind und sich automatisch verbinden – der Nutzer selbst würde von diesem Prozess im Idealfall nichts mitbekommen, sondern von einer durchgängig guten Verbindungsqualität profitieren. Hat einer der großen Provider etwa die Münchner Innenstadt mit Wi-Fi ausgestattet, könnten dessen Kunden überall problemlos surfen – und der Provider könnte sich von der Konkurrenz abheben. Zusätzlich könnte diese Investition zu Geld gemacht werden, indem die Wi-Fi-Verbindung auch Kunden anderer Anbieter zur Verfügung gestellt würde – gegen entsprechende Bezahlung, wie etwa aktuell die Telekom Hot Spots in einigen ICEs der Deutschen Bahn.

Sicherlich gebe es viele Zukunftsszenarien, wenn es um das mobile Internet geht. „Fakt ist aber, dass der Traffic nicht sinken wird und die Menschen in Zukunft auch den Anbieter wählen, der ihnen die beste Verbindung bieten kann. Und zwar mit verschiedenen Technologien wie Glasfaser, LTE – und eben auch Wi-Fi, das bisher die einzige Zugangstechnologie ist, die den Traffic abfangen und so das Kapazitätsproblem dauerhaft lösen kann.“

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