Anbieter von Software-defined Networking im Vergleich

Wettrüsten für die virtualisierten Netzwerke der Zukunft

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Florian Karlstetter

Brocade setzt auf das Netzwerk-Betriebssystem Vyatta

Anfang 2012 hat Brocade (Umsatz 2012: 2,238 Mrd. USD) den SDN-Player Vyatta übernommen. Die Vorteile waren ähnlich wie jene, die Nicira in VMware eingebracht hat: eine vollständige Virtualisierung von Netzwerken auf der Basis des OpenFlow-Protokolls und seiner API. Das plattformunabhängige Netzwerk-Betriebssystem Vyatta Network OS bietet aber noch mehr: erweitertes Routing, Security und VPN-Funktionen für physische, virtuelle und Cloud-Netzwerke. "Systemarchitekten können damit solche Netzwerke absichern und verbinden, ohne dabei auf Flexibilität, Auto-Provisioning, Mobilität (der VMs) und bedarfsgerechte Lizenzierung verzichten zu müssen", sagt Frank Kölmel, Senior Director EMEA East bei Brocade.

"In unserer Architektur ist unterhalb der Vyatta-Ebene mit den Anwendungen und Services die Infrastruktur von Brocade zu finden: Sie ermöglicht Fabrics auf Ethernet-Basis", so Kölmel weiter. Zu den SDN-bereiten Produkten zählen die Brocade-VDX-Familie mit Rechenzentrums-Switches, die ADX-Serie mit Switches für die Anwendungsbereitstellung, die MLX-Serie mit 100-GbE-Routern, die Router der NetIron CER-Serie und die Switches der NetIron CES-Serie. Die VDX- Lösungen fungieren laut Kölmel als "extrem zuverlässige Fabric": "Sie konfigurieren sich selbst dynamisch und passen sich genau in Datacenter-Lösungen ein." Der Datendurchsatz liegt bei bis zu 40 Gbit/s, bald auch bei 100 Gbit/s, wie Kölmel bestätigt. Die "Brocade Cloud Extension", die im ersten Quartal 2013 kommen soll, dürfte dem Failover und der Hochverfügbarkeit dienen.

Zwischen der Ebene der Switches und Router und der obersten Ebene mit OpenStack und Brocade SDN Applications findet sich in der Brocade-Architektur die Steuerungsebene. Der OpenFlow-Controller, der die erwähnten Vorteile von OpenFlow nutzt, unterstützt auch VXLAN von VMware. Das CERN setzt bereits 100 Gb-Ethernet-Switches von Brocade in einer HPC (High Performance Computing)-Architektur ein.

Microsoft: Hyper-V Network Virtualization

Sandeep Singhal, General Manager des Windows Networking Teams, und Vijay Tewari, ein Group Program Manager für Virtual Machine Manager (VMM) erläutern in einem umfangreichen Blogbeitrag, wie sich Windows Server 2012 und System Center 2012 SP1, Virtual Machine Manager für SDN nutzen lassen. Diese beiden Komponenten sollen Public-, Private- und Hybrid-Clouds unterstützen. Multi-tenancy, also mandantenfähige Subnetze pro Tenant, werde bereits durch Hyper-V Network Virtualization ermöglicht.

Der VMM spielt eine Schlüsselrolle bei der automatisierten Konfiguration der SDN-Policies für die Hyper-V Network Virtualization. Hiermit kann der User virtuelle Netze anlegen und ihnen Policies zuweisen, um Tenants und Workloads zu berücksichtigen. Mit dem Virtual Switch von Hyper-V lässt sich der Traffic pro Workload steuern. Dies dient durch Kontrolle von Datentypen und Zielen auch als Sicherheitsfunktion. Ähnlich wie bei vCloud kann ein Admin diese virtuellen Switches mit Hilfe von VMM zu einem verteilten logischen Switch zusammen.

In Windows Server 2012 ist der Hyper-V Extensible Switch neu. Hierauf können Partner wie InMon oder NEC SDN-Policies einrichten und ihre Lösungen andocken. Der NEC OpenFlow Controller etwa erlaubt es festzulegen, welche Route der Traffic zwischen einer Quell-VM und einer Ziel-VM nehmen soll. Dabei lassen sich Loadbalancer, IPS-Appliances und Netzüberwachung (vgl. Riverbed) integrieren. Hyper-V Network Virtualization ist laut den beiden Autoren auf den 4000 physischen Servern bei Microsoft mit Zehntausenden von VMs in Betrieb, ebenso im Windows Azure Rechenzentrum.

Fazit

Schon jetzt ist SDN eine reale Bewegung mit erheblicher Schubkraft, die nicht nur bereits die Portfolios der Netzwerker umkrempelt, sondern auch Unternehmen wie Google oder Microsoft, sowie Hostern und Providern beträchtliche Vorteile hinsichtlich Effizienz, Flexibilität, Kontrolle und Erweiterbarkeit bringt. Das Jahr 2013 dürfte in diesem Bereich eine Reihe von Neuerungen sehen.

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