Ein Kommentar von Snom zur Gerätekompatibilitätsliste für Microsoft Lync Welches IP-Telefon taugt für Microsoft Lync und IP-PBX?

Autor / Redakteur: Tim Köhler / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die neueste Generation seiner Unified Communications-Lösung hat Microsoft Ende 2010 eingeführt. Seitdem trägt der Microsoft Office Communications Server 2007 R2 (OCS) den neuen Namen Microsoft Lync 2010. Welche IP-Desktop-Telefone am besten für diese Basis geeignet sind, zeigt dieser Beitrag.

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Snom bezeichnet die eigenen Telefone als die felxibelsten für den Betrieb mit Microsft Lync und einer IP PBX
Snom bezeichnet die eigenen Telefone als die felxibelsten für den Betrieb mit Microsft Lync und einer IP PBX
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit einem einfachen Blick auf die veröffentlichte Liste kompatibler Geräte ist es bei der Wahl des richtigen Telefons für Microsoft Lync nicht ganz getan. Denn Microsoft unterscheidet zwischen Desktop-Telefonen, die „optimized for Lync“ sind, und so genannten „other compatible IP phones“. Aber bei genauerem Hinsehen erkennt man schnell, dass sich alle für Microsoft Lync 2010 optimierten Telefone sehr ähneln.

Überraschend ist das nicht, da diese Telefone alle auf die Microsoft Lync 2010 Phone Edition zurückgreifen, also eine von Microsoft selbst entwickelte Software. Dagegen sind die unter der Rubrik „other compatible IP phone“ erfassten Endgeräte – bspw. das Snom 300 und das Snom 821 – eigenständige Entwicklungen aus dem Hause Snom, die auf dem bewährten Snom SIP-Stack basieren. Daher sind die Snom-Geräte mit einer Vielzahl an bestehenden SIP-basierten IP-PBX-Anlagen kompatibel – und darüber hinaus auch mit Microsoft Lync 2010.

Wenn ein Unternehmen im großen Stil IP-Desktop-Telefone anschaffen möchte, ist es daher eine gute Idee, sich den tatsächlichen Funktionsbedarf genauer anzusehen.

Als „optimized for Lync“ sind also IP-Desktop-Telefone zertifiziert, die die Lync 2010 Phone Edition von Microsoft verwenden. Für sie gibt es drei Endgeräte-Kategorien, das so genannte Common-Area-Telefon, das Information-Worker-Gerät und Telefone für Konferenzräume. Telefonanlagen-Funktionen, die der Informationsarbeiter von seinem Schreibtischtelefon erwartet, sind bei diesen Telefonen natürlich auch vorhanden.

So hat Microsoft Lync 2010 beispielsweise sehr granulare Weiterleitungsregeln: Wenn etwa nach gewünschten zehn Sekunden der Anruf nicht angenommen ist, wird er ans Team des Angerufenen weitergeleitet, nach 20 Sekunden klingelt dann das Handy und danach geht der Anruf schließlich auf die Voice-Mailbox des Angerufenen.

Die Microsoft SIP-Interpretation hat durchaus auch Vorteile. Das von Microsoft erweiterte Session Initiation Protocol ist mehr auf Skalierbarkeit als Standard SIP ausgelegt. Zusätzlich bietet es erweiterte Sicherheit durch die Nutzung von NTLM. Im Gegensatz zu manchem Konkurrenzprodukt nutzt Microsoft Lync 2010 TLS und SRTP standardmäßig. Der Microsoft Lync 2010 Standard Edition-Server unterstützt bis zu 5.000 Benutzer durch akustisch vorteilhafte Peer-to-Peer-Audioverbindungen.

Peer-to-Peer-Audioverbindungen

Das Audiosignal wird dabei – soweit möglich – direkt zwischen den einzelnen Clients ausgetauscht. Sollte eine Kommunikation via UDP (Standardprotokoll für Audiodaten) nicht möglich sein, zum Beispiel weil dies in Hotels oder in einigen Ländern blockiert wird, weicht Microsoft Lync 2010 auf Audio-over-TCP/IP aus. So kann auch unter schwierigen Netzwerkbedingungen eine Verbindung hergestellt werden.

Mit Microsoft Lync 2010 und den verfügbaren Telefonen lässt sich also eine durchaus gute und leistungsfähige Telefonie realisieren – wobei man die Zielrichtung von Microsoft Lync 2010 nicht auf reine Telefonie verengen sollte: Denn Microsoft geht es in einem prononcierten Sinn um Unified Communications, also um Kommunikation, die alle Kommunikationswege miteinander integriert und verknüpft, sodass es letztlich nachrangig wird, auf welchem Weg man einen bestimmten Mitarbeiter zu erreichen versucht.

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Was spricht gegen reines Microsoft Lync 2010 in der Telefonie?

Bleibt die Frage, was gegen reines Microsoft Lync 2010 in der Telefonie spricht. Die Antwort: genau das – es ist reines Microsoft Lync 2010, eine reinrassige Unified-Communications-Lösung.

Als solche bietet sie zwar viel mehr als eine traditionelle Telefonanlage, es gibt aber auch einiges, was teilweise bewusst weggelassen wurde. Microsoft Lync 2010 ist in gewisser Hinsicht ein Abschied von der bestehenden Art der Kommunikation zugunsten neuer Möglichkeiten und erhöhter Produktivität. Dass die Telefone an traditionellen IP-Telefonanlagen nicht funktionieren und eine sanfte Migration erschwert wird, wird dabei in Kauf genommen.

Kostenbetrachtungen

Kommunikation ist immer auch ein Kostenfaktor. Wie wirkt sich das auf Microsoft Lync 2010 aus? Man darf nicht vergessen, dass der mit Abstand größte Kostenblock bei der Einführung einer neuen Telefonanlage die Telefone selbst sind. Und für die unter der Rubrik „other compatible IP phones“ geführten Endgeräte, die derzeit sämtlich von Snom sind, gelten in diesem Zusammenhang schlicht zwei Faktoren: sie sind günstiger und flexibler.

Weil Snom einen Dual-SIP-Stack hat, unterstützen sie nicht nur Microsoft Lync 2010, sondern auch jede andere IP-Telefonanlage, die Standard-SIP spricht – und das tun heute die meisten. Sollte ein Unternehmen zusätzlich zu Microsoft Lync 2010 also eine IP-Telefonanlage etwa von Avaya oder Cisco – derzeit die Marktführer im Enterprise-Bereich – einführen wollen, muss nur darauf geachtet werden, dass Standard-SIP-Lizenzen schon Bestandteil der Ausschreibung sind.

Die mit Microsoft Lync 2010 kompatiblen IP-Telefone, die zugleich SIP sprechen, bilden damit die Schnittstelle zwischen der IP-PBX auf der einen Seite und den Unified-Communications-Funktionen des Microsoft Lync 2010 Servers auf der anderen. Die Interoperabilität der Dual-SIP-Stack-Telefone von Snom ist der Schlüssel, um von beidem zu profitieren: von der IP-Telefonanlage und von Microsoft Lync 2010. Snom Telefone erlauben es dann beispielsweise, direkt im Active Directory von Microsoft einen Kontakt zu suchen – und ihn über das Desktop-Telefon und die bestehende IP-Telefonanlage anzurufen. Auch eine Übertragung von Präsenzzuständen aus der IP-Telefonanlage in eine Microsoft Lync 2010-Installation wird dann direkt über das Endgerät vorgenommen.

Multi-Identity-Support

Snom IP-Telefone unterstützen sogar bis zu zwölf verschieden Identitäten, die sich mit verschiedensten Telefonanlagen kombinieren lassen. Darum weisen diese SIP-Telefone natürlich auch den Weg einer sanften Migration von einer alten IP-Telefonanlage hin zu Microsoft Lync 2010. Auch wenn ein Unternehmen aktuell eine neue IP-Telefonanlage anschafft und mit dem Gedanken spielt, vielleicht später Microsoft Lync 2010 einzuführen, ist es deshalb naheliegend, als SIP-Telefone schon jetzt die von Snom zu wählen. Auf diese Weise hält sich ein Unternehmen alle Türen offen und muss später keine neuen telefonanlagenspezifischen Endgeräte kaufen.

Dass es im Falle der mit Microsoft Lync 2010 kompatiblen Snom Geräte der Hersteller des Telefons ist, der die Firmware entwickelt und kontrolliert – und nicht wie bei den „optimized for Lync“-Telefonen Microsoft selbst –, ist ebenfalls ein wichtiger Vorzug. Als Hersteller kann Snom beispielsweise ein Provisioning, also eine Fernkonfiguration, durchführen und das Display unternehmensindividuell anpassen, etwa das Firmenlogo in die Benutzeroberfläche einfügen.

Möglich ist auch die Anzeige einer Vielzahl exotischer Schriftarten wie etwa Koreanisch oder Japanisch, falls diese benötigt werden. Eben weil der Hersteller des Telefons selbst die Software entwickelt, ist die Flexibilität eines mit Microsoft Lync 2010 „nur“ kompatiblen Telefons höher.

Besser Netzwerkunterstützung

So bietet Snom etwa eine sehr viel weitergehende Netzwerkunterstützung, von WLAN über VPN bis VLAN. Daher sind die Geräte zusätzlich zu ihrer angestammten Funktion beispielsweise auch als Door-Phone verwendbar. Auch EHS-Adapter für schnurlose Headsets gibt es für Microsoft Lync 2010 Phone Edition optimierte IP-Telefone nicht. Und ein Präsenzanzeigenfeld bzw. Linientasten für den schnellen Überblick und Kontakt zu den Teammitgliedern in einem Unternehmen weist nur das Telefon von Snom auf.

Fazit

Wer schon jetzt sicher ist, dass er in Zukunft seine Telefonie ausschließlich über Microsoft Lync 2010 realisieren wird und dass er auf eine zusätzliche IP-Telefonanlage sofort verzichten kann, ist mit einem Telefon der Microsoft Lync 2010 Phone Edition natürlich gut bedient.

Alle anderen Unternehmen, die bei ihrer Hardware-Entscheidung gerne unabhängig bleiben möchten und die Flexibilität, Interoperabilität und Unabhängigkeit eines Telefons mit Dual-SIP-Stack wünschen, fahren mit der „compatible IP phones“-Option besser. Zumal man nicht vergessen darf: neue Funktionalitäten sind auch bei Snom IP-Telefonen immer nur ein Firmware-Update entfernt.