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Work-Happiness-Report Was macht im Job glücklich?

Von Ann-Marie Struck

Wer gerne arbeitet, ist nicht nur engagierter, sondern auch effektiver und hat insgesamt mehr Freude am Leben. Doch was macht im Job glücklich? Und wie können Arbeitgeber für mehr Freude im Job sorgen? Antworten darauf gibt der Work-Happiness-Report von Awork.

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Wann haben Sie das letztes Mal in der Arbeit vor Freude getanzt?
Wann haben Sie das letztes Mal in der Arbeit vor Freude getanzt?
(Bild: master1305 - stock.adobe.com)

Arbeit ist das halbe Leben. Gut ein Drittel des Tages verbringt ein Angestellter im Job. Folglich nimmt die Arbeit ein Großteil des Lebens ein. Da wäre es doch schön, wenn man dabei auch Freude hat.

Die Ansicht, dass Freude an der Arbeit wichtig ist, war lange nicht Konsens. Man arbeitet, um sich das Leben zu ermöglichen. Der Spaß ist dabei sekundär. Doch diese Zeiten haben sich geändert, wie der Work-Happiness-Report von Awork bestätigt. Für die Umfrage wurden rund 1.000 deutsche Wissensarbeiter aus verschiedenen Branchen, Unternehmensgrößen sowie Altersgruppen befragt.

Statt über Work-Life-Balance, sollten wir uns über die Work-Happiness unterhalten.

Dem Report zufolge werden bis 2025 (Post-)Millennials und Gen Z die Belegschaft weltweit dominieren und einen anderen Arbeitsstil schätzen. Denn diese Generation möchte flexibel arbeiten, sucht einen Sinn in der Tätigkeit und benötigt Freiraum, sich selbst zu gestalten. Flache Hierarchien und freie Zeiteinteilung sind Anforderungen dieser Arbeitnehmer. Zwar ist Geld weiterhin ein entscheidender Faktor bei der Jobsuche, jedoch reicht ein schlichtes „Zeit gegen Geld“ nicht mehr aus, wie der Report zeigt. Arbeitnehmer suchen Freude bei der Arbeit und, um Talente zu gewinnen und Mitarbeiter langfristig zu halten, sollten Unternehmen das berücksichtigen.

Arbeitnehmer sind glücklich

Wie glücklich sind Sie in ihrem Job? Die gute Nachricht ist, dass ein Großteil der Befragten glücklich bei ihrer Arbeit ist. 77 Prozent geben an, (eher) glücklich oder sehr glücklich in ihrer aktuellen Arbeitssituation zu sein. Nur 3 Prozent sind unglücklich.

Einen großen Einfluss auf die Freude bei der Arbeit scheint das Arbeitsklima zu haben. Denn ein Großteil der Befragten bewertet es als eher positiv. Der Durchschnitt liegt bei 7,3, dabei ist 10 positiv und 1 negativ.

Obwohl ein Großteil der Befragten eher glücklich in ihrem Job sind, hält sie das nicht von einem Jobwechsel ab. Laut der Studie hängen Arbeitsklima und Bereitschaft, den Job zu wechseln, direkt zusammen. Denn je schlechter das Klima im Unternehmen, desto eher planen die Befragten, den Job zu wechseln.

Ganze 66 Prozent der Befragten überlegen, den Job zu wechseln, um glücklicher zu sein. 30 Prozent sind bereits auf Jobsuche und wollen so schnell wie möglich einen neuen Job haben. Weitere 36 Prozent planen noch nicht aktiv, erwägen aber einen Jobwechsel. Nur 34 Prozent wollen den Job nicht wechseln, nur um glücklicher zu sein.

„Bei der Entscheidung für oder gegen einen Jobwechsel spielt Work-Happiness eine zunehmend große Rolle“, weiß Tobias Hagenau, CEO bei Awork. „Die hohe Wechselbereitschaft zeigt, dass es Arbeitnehmern heute nicht mehr um irgendeinen Arbeitsplatz geht. Sie reflektieren immer stärker, ob ihre Arbeit für sie wirklich ein Gewinn ist. Wenn dafür bei Unternehmen nicht bald ein Verständnis entsteht, droht ihnen eine Kündigungswelle.“

Bei der Bereitschaft, den Job zu wechseln für mehr Freude an der Arbeit, zeigt sich ein Trend in der jüngeren Belegschaft. 79 Prozent der 18- bis 24-Jährigen denken darüber nach, den Job zu wechseln, um glücklicher zu sein. Davon planen bereits 45 Prozent aktiv einen Wechsel.

Bei den älteren Befragten ist diese Bereitschaft deutlich geringer. 55 Prozent der 55- bis 65-Jährigen schließen es sogar aus, den Job zu wechseln, um glücklicher zu sein. Von 45 Prozent, die sich einen Wechsel vorstellen können, planen es wiederum nur 9 Prozent.

Dieser Generationeneffekt klingt zunächst nicht ungewöhnlich, zeigt jedoch, dass für die jüngere Generation Freude an der Arbeit ein wichtiger Aspekt ist. Der Report appelliert daher an Unternehmen, die Arbeit so zu gestalten, dass alle im Team Freude daran haben.

Kriterien an künftige Arbeitgeber

Wer sich aus Frust auf die Suche nach einem neuen Job macht, sucht nach bestimmten Faktoren. Laut der Studie gibt es drei wichtige Faktoren für die Job-Entscheidung:

  • 1. Gehalt: Für 91 Prozent ist das Gehalt ausschlaggebend, den Job zu wechseln.
  • 2. Sicherheit: Für 88 Prozent ist ein sicheres Arbeitsverhältnis der entscheidende Punkt für oder gegen einen Job.
  • 3. Spannende Projekte und Inhalt: 75 Prozent der Befragten ist es wichtig, in der Arbeit an Dingen zu arbeiten, die ihnen Freude machen.

Ein weiteres Kriterium an künftige Arbeitgeber ist für 68 Prozent die Mitbestimmung, gefolgt von gutem Equipment mit 68 Prozent.

Entgegen dem aktuellen Hype um den modernen Arbeitsplatz, der mit coolen Büros Tischkickern und Obstkörben assoziiert wird, sind nur 27 Prozent der Befragten Tischkicker oder Spiele sowie 48 Prozent coole Büros wichtig. Des Weiteren achten 41 Prozent darauf, ob Unternehmen Position zu gesellschaftlichen oder politischen Themen beziehen und 51 Prozent auf Diversität sowie Inklusion.

Obwohl Office-Yoga oder Spielekonsolen nicht zu den Top-Entscheidungskriterien für oder gegen eine Stelle gehören, rät der Report ab, diese nun abzuschaffen, sofern bereits vorhanden. Vielmehr sollten Unternehmen ihre Schwerpunkt nicht darauf legen, sich durch solche Gadgets von der Konkurrenz abzuheben, sondern auf andere Faktoren in Stellenanzeigen adressieren, die Kandidaten interessieren.

Work-Happiness-Faktoren

Doch was macht Arbeitnehmer glücklich bei der Arbeit? Laut Report sind vier Faktoren für alle Befragten unabhängig von Geschlecht, Alter, Position und Unternehmen wichtig:

  • 1. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
  • 2. Attraktives Gehalt
  • 3. Entgegengebrachtes Vertrauen
  • 4. Gute Beziehungen zu anderen

Work-Life-Balance oder Work-Life-Integration?

88 Prozent der Befragten macht es glücklich, wenn sich Job und Privatleben miteinander vereinbaren lassen. Dabei ist die Vereinbarkeit individuell definiert. Für 52 Prozent der Befragten ist eine strikte Trennung von Arbeit und Privatem wichtig. 19 Prozent wünschen sich zwar eine strikte Abgrenzung, schaffen diese aber nicht. 29 Prozent wollen keine Trennung von Beruf- und Privatleben. Sie wünschen sich eine Integration dieser beiden Bereiche und lassen die Grenzen sogar bewusst verschwimmen. Es geht ihnen nicht um eine Work-Life-Balance, vielmehr um eine Work-Life-Integration.

Und diese Integration macht glücklich. 61 Prozent der Befragten, die Arbeit und Freizeit vermischen, geben an, glücklich in ihrer Jobsituation zu sein. Zum Verglich: Nur 42 Prozent der Personen, die Berufs- und Privatleben klar trennen, sind glücklich in ihrem Job.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben geht einher mit dem Arbeitsort. Er spielt eine entscheidende Rolle für das Glück der Mitarbeiter. 70 Prozent der Befragten, die unglücklich bei der Arbeit sind, arbeiten ausschließlich im Büro.

Dem Work-Happiness-Report zufolge hat das Arbeitsmodell einen großen Einfluss auf die Bereitschaft den Job zu wechseln. 61 Prozent der befragten Büro-Arbeiter plane aktiv einen Jobwechsel. Zum Vergleich: Von den Befragten in einem hybriden Arbeitsmodell tun dies nur 23 Prozent und von Remote-Arbeitern nur 16 Prozent.

Macht Gehalt glücklich?

Steht Glück über dem Gehalt? Für die meisten Befragten bleibt ein attraktives Gehalt weiterhin einer der wichtigsten Faktoren für Zufriedenheit im Job. Jedoch macht Geld allein nicht glücklich. Denn ein großer Teil der Befragten ist bereit, für mehr Freude an der Arbeit auf einen Teil des Gehalts zu verzichten. 38 Prozent würden für mehr Freude bei der Arbeit ein Fünftel ihres Gehalts oder mehr aufgeben. Hingegen ist 62 Prozent die Summe auf dem Gehaltszettel wichtiger.

Allein mit Geld hält man keine Talente mehr.

Bei der Frage, mehr Glück oder mehr Gehalt, zeigen sich Unterschiede im Alter der Befragten. Die Bereitschaft, auf Gehalt zu verzichten für mehr Freude bei der Arbeit, ist bei den 18- bis 24-Jährigen deutlich höher. 59 Prozent sind bereit, für mehr Work-Happiness ein niedrigeres Gehalt in Kauf zu nehmen. 13 Prozent würden sogar auf die Hälfte oder mehr verzichten. Bei den 55-65 Jährigen sind es nur 3 Prozent.

Vertrauen über Vertrauen

Ein weiteres wichtiges Kriterium für Work-Happiness ist Vertrauen. 89 Prozent der Umfrageteilnehmer ist entgegengebrachtes Vertrauen wichtig, um im Job glücklich zu sein. Unabhängig davon in welchen Arbeitsplatzmodell, in welcher Branche und in welcher Position, wünschen sich die meisten Befragten Vertrauen darin, dass ihnen übertragene Aufgaben auf eigene Art und Weise erledigt werden – ohne Micromanagement und Kontrolle.

Folglich sollten Unternehmen eine Vertrauenskultur schaffen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter.

Außerdem ist 88 Prozent eine gute Beziehung zum Team und zu Vorgesetzten wichtig. Folglich leistet ein gutes Team nicht nur einen Beitrag für den Unternehmenserfolg, sondern auch für das Glück der Mitarbeiter. Folglich ist der zwischenmenschliche Aspekt ein zentraler Bestandteil dafür, wie glücklich man im Job ist.

Schlüssel dafür ist eine positive Arbeitsumgebung. Gegenseitige Unterstützung, Harmonie sowie motivierte Stimmung, sind drei emotionale Faktoren, die für die Befragten wichtig für eine gute Zusammenarbeit sind. Erst danach folgen fachliche Faktoren.

Interessanterweise werden der private Austausch sowie Aktivitäten außerhalb der Arbeit wie Firmenevents als weniger wichtig für das Teamgefühl eingestuft.

Gute Führung führt zu mehr Freude

Neben einer guten Beziehungen zu den Arbeitskollegen, beeinflusst vor allem das Verhältnis zu Vorgesetzten die Work-Happiness. So gehört ein schlechtes Führungsverhalten zu den größten Stressfaktoren im Job.

So geben 61 Prozent der Befragten an, sich mehr Anerkennung von ihrem Chef zu wünschen. 47 Prozent fehlen klare Ziele und 45 Prozent klare Anweisungen. Des Weiteren sind 39 Prozent Transparenz sowie 33 Prozent regelmäßiges Feedback für eine gute Zusammenarbeit relevant.

„Auf den ersten Blick widersprechen sich die Wünsche nach klaren Zielen und Anweisungen auf der einen und weniger Kontrolle und mehr Gestaltung auf der anderen Seite“, erklärt Hagenau. „Aber genau hier liegt die notwendige Veränderung der Führungskultur: Teams können sich nur dann eigenverantwortlich und kreativ verhalten, wenn sie klare Ziele und Handlungsrahmen, aber keine detaillierten Tätigkeitsbeschreibungen bekommen. Das 'Wohin' muss beantwortet werden, nicht das 'Wie'?“

Gehalt ist eine Grundvoraussetzung für Work-Happiness

Die Zufriedenheit im Job ist von vielen Faktoren abhängig. Der größte Stressfaktor der Befragten ist mit 39 Prozent zu wenig Gehalt. 36 Prozent macht der Leistungsdruck zu schaffen. Schlechtes Führungsverhalten sowie zu viel Arbeit beklagen 29 Prozent. Weitere 27 Prozent sind mit zu vielen Nebenaufgaben überfordert.

Zu wenig Arbeit stresst hingegen nur 7 Prozent der Befragten. Wenig Eigenverantwortung sowie wirtschaftliche Instabilität des Unternehmens sind nur für 9 Prozent Stressfaktoren. 10 Prozent kritisieren den Mangel an Mitbestimmung und 11 Prozent intransparente Gehälter.

Im Altersvergleich stresst vor allem die jüngere Generation der 18- bis 24-Jährigen das niedrige Gehalt. Immerhin klagen 48 Prozent dieser Altersgruppe über einen niedrigen Lohn. Gleichzeitig sind 59 Prozent davon zu Geldeinbußen bereit, um glücklicher im Job zu sein. Hagenau interpretiert dieses Paradox damit, dass das Gehalt eine Grundvoraussetzung ist, damit Freude bei der Arbeit aufkommt. Es gibt aber noch weitere Faktoren, die zur Work-Happiness beitragen.

Über die Studie

Für den Work-Happiness-Report hat awork in Zusammenarbeit mit Apinio 1.044 Wissensarbeitende befragt. Die Befragung fand Oktober 2021 statt. Von den Befragten arbeiteten 52 Prozent komplett vor Ort im Büro, 29 Prozent in einem hybriden Modell, 19 Prozent arbeiten komplett im Homeoffice. Außerdem sind 62 Prozent der Umfrageteilnehmer angestellt und haben keine Personalverantwortung. 38 Prozent sind Führungskräfte, davon verfügen 28 Prozent über Personalverantwortung. 40,7 Prozent der Befragten sind in Großunternehmen angestellt, 37,1 Prozent bei KMUs, 14,3 Prozent bei Kleinstunternehmen, gefolgt von 12,5 Prozent bei Non-Profit. Nur 3,2 Prozent arbeiten für ein Startup. Es wurden ungefähr gleichen Teilen Männer (515) und Frauen (528) befragt. Die Befragten waren zwischen 18 bis 65 Jahre alt.

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