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Definition Was ist NetOps (Network Operations)?

NetOps ist die Kurzform für Network Operations (Netzwerkbetrieb). Der Begriff steht für eine Strategie und ein Konzept zum Betrieb, zur Verwaltung und zur Bereitstellung von Netzwerkinfrastrukturen und Netzwerkdiensten. Durch Methoden wie Automatisierung, Virtualisierung und Orchestrierung sollen Arbeitsabläufe im Betrieb optimiert und Netzwerke agiler und schneller bereitgestellt werden.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

NetOps setzt sich aus den beiden englischen Wörtern "Network" und "Operations" zusammen. Der Begriff wird heute in der Regel für eine bestimmte Strategie und ein modernes Konzept zum Betrieb, zur Verwaltung und zur Bereitstellung von Netzwerkinfrastrukturen und Netzwerkdiensten verwendet.

NetOps ist in einigen Teilen an das DevOps-Konzept (Development und Operations) in der Softwareentwicklung und im Anwendungsbetrieb angelehnt. Zur Unterscheidung von herkömmlichen und modernen Network-Operations-Konzepten werden oft die Begriffe NetOps 1.0 und NetOps 2.0 genutzt. Ziel von Network Operations 2.0 ist es, Arbeitsabläufe im Betrieb zu optimieren und Netzwerke beziehungsweise Netzwerkdienste agiler, effizienter und schneller bereitzustellen.

Dafür kommen für den Netzwerkbetrieb Methoden wie die Automatisierung, die Virtualisierung und die Orchestrierung zum Einsatz. Im Gegensatz zum herkömmlichen Netzwerkbetrieb 1.0, bei dem viele Managementaufgaben kommandozeilenbasiert erledigt werden, minimiert Network Operations 2.0 die Notwendigkeit manueller Eingriffe. Konfigurationen werden automatisch durchgeführt und sind netzwerkweit konsistent. Die komplette Netzwerkinfrastruktur skaliert dadurch wesentlich besser. Tools analysieren das Netzwerk kontinuierlich und sind in der Lage, Probleme oder Engpässe selbständig zu beheben. Das Netzwerk lässt sich leichter und schneller den Business-Anforderungen anpassen und erlaubt es den Unternehmen, schnell auf Veränderungen zu reagieren.

NetOps 2.0 ist aber nicht auf Prozesse, Methoden und Tools beschränkt. Zur Umsetzung gehört ein gewisser Wandel in der Arbeitsphilosophie und der Unternehmenskultur. In vielen Bereichen ist eine engere Zusammenarbeit verschiedener Teams und Abteilungen notwendig.

Abgrenzung der Begriffe NetOps, NetOps 1.0 und NetOps 2.0

Neutral betrachtet ist NetOps nichts anderes als eine Abkürzung für Netzwerkbetrieb. Der Begriff steht für die Tätigkeiten rund um den Betrieb, die Verwaltung und die Bereitstellung von Netzwerk und Netzwerkdiensten. Aktuell wird der Begriff in der Regel für ein modernes Konzept und eine bestimmte Strategie verwendet, mit der sich Netzwerke und Netzwerkdienste schneller, agiler und effizienter managen und bereitstellen lassen. Zur Unterscheidung von herkömmlichen und modernen Konzepten des Netzwerkbetriebs haben sich die Bezeichnungen NetOps 1.0 und NetOps 2.0 etabliert. Spricht man heute von NetOps, ist damit meist Network Operations 2.0 gemeint.

Network Operations 1.0 beschreibt die traditionellen Ansätze des Netzwerkmanagements und des Netzwerkbetriebs. Das Management der Netzwerkkomponenten erfolgt hardwarebezogen über händische Befehle in einem Command Line Interface (CLI). Jede Komponente wird für sich betrachtet und einzeln konfiguriert. Nur wenige Abläufe lassen sich automatisieren. Netzwerke und Netzwerkservices werden größtenteils isoliert von den Anwendungen betrachtet. Die zuständigen Teams arbeiten nur in begrenztem Umfang zusammen. Inkonsistenzen und eine eingeschränkte Skalierung der Netzwerke und Netzwerkservices sind die Folge.

Network Operations 2.0 grenzt sich durch Automatisierung, Virtualisierung und Orchestrierung vom herkömmlichen Ansatz des Netzwerkbetriebs ab. Das Netz skaliert besser und ist konsistent. Netzwerke und Netzwerkservices lassen sich agiler und schneller bereitstellen. Anwendungs- und Netzwerkteams arbeiten eng zusammen. Das komplette Netzwerk lässt sich wesentlich besser an den aktuellen Business-Anforderungen ausrichten.

Methoden und Tools von Network Operations 2.0

Network Operations 2.0 ist vor allem durch diese vier Methoden gekennzeichnet:

  • Automatisierung
  • Virtualisierung
  • Orchestrierung
  • kontinuierliche Analyse

Aufgabe der Automatisierung ist es, regelmäßige oder vorhersagbare Tätigkeiten automatisiert und ohne manuelles Eingreifen der Administratoren zu erledigen. Zur Automatisierung gehört es auch, Self-Service-Portale bereitzustellen, in denen User oder Anwendungsadministratoren die benötigten Netzwerkservices selbst einrichten oder konfigurieren können.

Die Virtualisierung sorgt für eine softwaredefinierte, virtualisierte und von der Hardware entkoppelte Netzwerk- und Serviceinfrastruktur. Es lassen sich virtuelle Appliances und Overlay-Netzwerke zentral einrichten, ohne dass Änderungen an der Hardware vorgenommen oder lokale Konfigurationen eingespielt werden müssen. Netzkomponenten wie Router, Switches oder Firewalls sind nicht mehr physische Appliances, sondern werden softwaredefiniert in virtueller Form bereitgestellt.

Unter dem Begriff Orchestrierung versteht man eine Ende-zu-Ende-Betrachtung der Netzwerkprozesse. Das Netzwerk wird durch die Orchestrierung in die Lage versetzt, eigenständig zu agieren und beispielsweise bei Engpässen Ressourcen bereitzustellen, Netzwerkservices gemäß den aktuellen Anwendungsanforderungen zu konfigurieren oder das Netzwerk bei Angriffen zu schützen. Das Netz lernt quasi, wie es sich in bestimmten Situationen zu verhalten hat und handelt automatisch danach. Hierfür stützt es sich auf Verfahren und Methoden der Künstliche Intelligenz (KI), des Maschinellen Lernens (ML), des Data Minings und auf vorhersehende Analysen (Predictive Analysis).

Mithilfe kontinuierlicher Analysen werden das Netzwerk und die Netzwerkservices fortlaufend überwacht und die laufenden Prozesse ausgewertet. Die Ergebnisse und Informationen der Analysen tragen zur Optimierung der Netzwerkinfrastruktur bei und dienen der Automatisierung und der Orchestrierung als Eingangsdaten. So werden beispielsweise Performance-Probleme erkannt und lösen automatisierte Maßnahmen zur Abhilfe aus.

Überschneidungen mit DevOps

NetOps wird oft im Zusammenhang mit DevOps genannt. Tatsächlich existieren zahlreiche Überschneidungen und Ähnlichkeiten mit DevOps. DevOps setzt sich aus den beiden Begriffen "Development" (Entwicklung) und "Operations" (Betrieb) zusammen. Es handelt sich um einen Prozessoptimierungsansatz für die Softwareentwicklung und für den Anwendungsbetrieb. Entwicklung und Betrieb werden nicht mehr getrennt betrachtet, sondern deren Prozesse eng miteinander verzahnt. Dies gilt sowohl für die Tools als auch für die organisatorischen Abläufe.

Ziel von DevOps ist es, durch eine engere und bessere Zusammenarbeit die Geschwindigkeit der Softwareentwicklung zu steigern und Anwendungen mit höherer Qualität bereitzustellen. Aus Netzwerksicht verfolgt Network Operations ähnliche Ziele. Bei Network Operations geht es jedoch nicht um die Softwareentwicklung und den Anwendungsbetrieb, sondern um die Bereitstellung und den Betrieb von Netzwerken und Netzwerkservices. Auch die angewandten Methoden und Tools von DevOps und Network Operations zur Erreichung der Ziele zeigen Gemeinsamkeiten. Beide Ansätze nutzen die Automatisierung, setzen auf fortlaufende, durchgängig Prozesse und sorgen für eine hohe Observability.

Vorteile von Network Operations 2.0

Der Einsatz von Network Operations 2.0 zum Betrieb und zur Bereitstellung von Netzwerkinfrastrukturen und Netzwerkdiensten bietet im Vergleich zu herkömmlichen Konzepten des Netzwerkbetriebs zahlreiche Vorteile wie:

  • schnelle und agile Bereitstellung von Netzwerken und Netzwerkdiensten
  • gute Skalierbarkeit der Netzwerke
  • netzwerkweit konsistente Konfigurationen
  • weniger manuelles Eingreifen von Administratoren und reduzierter Konfigurationsaufwand
  • vereinfachtes, zentrales Management auch großer Netzwerke
  • hohe Verfügbarkeit der Netzwerkservices auch bei dynamischen Konfigurationsaufkommen im Netz
  • kontinuierliche Echtzeitnetzüberwachung ermöglicht proaktives Handeln
  • automatisierte Reaktion auf Engpässe, Sicherheitsbedrohungen oder veränderte Anforderungen der Anwendungen

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