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Definition Was ist LLDP-MED (Link Layer Discovery Protokoll - Media Endpoint Devices)?

LLDP-MED erweitert das Link Layer Discovery Protokoll für den Einsatz im VoIP-Umfeld. Es ermöglicht einen automatisierten Informationsaustausch zwischen Netzwerkgeräten wie Switchen und VoIP-basierten Telefonen. Mit Hilfe der übertragenen Informationen lässt sich die Konfiguration der Geräte vereinfachen, das Powermanagement realisieren und das Netzwerk mit seinen Geräten inventarisieren.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Die Abkürzung LLDP-MED steht für Link Layer Discovery Protokoll - Media Endpoint Devices. Es handelt sich um eine Erweiterung des Link Layer Discovery Protokolls (LLDP), die speziell für den Einsatz im Umfeld von Voice over IP (VoIP) vorgesehen ist. Die Protokollerweiterung erlaubt einen automatischen Austausch von Informationen zwischen Netzwerkgeräten wie Switches und Endgeräten wie VoIP-Telefonen.

Spezifiziert ist das Link Layer Discovery Protokoll - Media Endpoint Devices in der Norm ANSI/TIA-1057-2006. Bei LLDP-MED kommen zur Übertragung und Speicherung der Informationen die gleichen Methoden und technischen Verfahren wie für LLDP zum Einsatz. Allerdings sind die ausgetauschten Informationen speziell auf die Belange des Betriebs einer VoIP-Infrastruktur angepasst. So werden beispielsweise Daten über Network Policies, Standort, Hardware-Konfiguration, Power over Ethernet (PoE) oder prinzipielle Gerätefähigkeiten ausgetauscht. Ziele des Protokolls sind die Unterstützung der Interoperabilität zwischen verschiedenen Geräten und die automatische Konfiguration von Endgeräten und Netzwerkkomponenten.

Grundsätzliches zu LLDP

Um die Protokollerweiterung LLDP-MED besser zu verstehen, sind zunächst die Funktionsprinzipien von LLDP zu erläutern. LLDP arbeitet auf der Schicht zwei des ISO/OSI-Schichtenmodells und ist in der IEEE-Norm 802.1AB spezifiziert. Das Protokoll konkurriert mit herstellerspezifischen Lösungen wie dem Cisco Discovery Protocol (CDP), schafft durch die Standardisierung aber eine herstellerunabhängige Lösung.

Es dient zum Informationsaustausch zwischen benachbarten Netzwerkgeräten. Geräte mit LLDP-Unterstützung senden in regelmäßigen Abständen Info-Frames auf dem Layer zwei. Die Frames enthalten verschiedene Informationen über das sendende Gerät und sind an eine Multicast-Adresse gerichtet. Alle LLDP-kompatiblen Geräte im Layer-2-Segment können diese Informationen empfangen. Sie werden in eine Management Information Base (MIB) eingetragen und lassen sich per SNMP (Simple Network Management Protocol) auslesen.

Übertragene Informationen sind beispielsweise Name und Beschreibung des Geräts, VLAN-Informationen, sendende Ports, unterstützte Funktionen, Management-IP-Adressen und weitere. Zwischen den Geräten existieren für den Informationsaustausch keine expliziten Verbindungen. Das Senden und Empfangen der Frames ist voneinander entkoppelt. LLDP kommt für Anwendungen wie Netzwerkmanagement, Troubleshooting, Autokonfiguration und Inventarisierung zum Einsatz.

Motivation für den Einsatz von LLDP-MED

Zur Sicherstellung der VoIP-Funktionalität müssen Netzwerk und VoIP-Endgeräte aufeinander abgestimmt sein. Das Netzwerk benötigt Kenntnis über den Typ und die unterstützten Funktionen der VoIP-Telefone, um die passende Konfiguration zu erstellen. Während klassische Telefone über ihren physischen Anschluss leicht auffindbar sind, müssen VoIP-fähige Endgeräte in einem Netzwerk erst gefunden werden.

Den Netzwerkkomponenten sind die Informationen bereitzustellen, an welchem Port das Gerät angeschlossen ist, in welchem VLAN es sich befindet, welche Policies zugeordnet werden sollen, welche Funktionen es unterstützt und welchen Energiebedarf das Telefon hat. Zudem müssen Daten wie Hersteller, Modelltyp und Seriennummer des Endgeräts bekannt sein. Alle diese Informationen lassen sich per Link Layer Discovery Protokoll - Media Endpoint Devices austauschen.

Vorteile durch den Einsatz von LLDP-MED

Durch den Einsatz von LLDP-MED ergeben sich folgende Vorteile:

  • verbesserte Transparenz der VoIP-Umgebung
  • Vermeidung von Fehlkonfigurationen
  • bessere Interoperabilität der Geräte
  • reduzierter manueller Konfigurationsaufwand
  • Unterstützung eines automatisierten Rollouts
  • automatisiertes VLAN-, QoS- und Powermanagement
  • automatisierte Inventarisierung

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