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Definition Was ist Automated Infrastructure Management (AIM)?

Das Automated Infrastructure Management erkennt Verbindungen und angeschlossene Geräte eines Netzwerks auf physikalischer Ebene. Es lässt sich einsetzen, um die Infrastruktur eines Rechenzentrums zu erfassen, zu dokumentieren und zu verwalten. AIM-Systeme bestehen aus Hard- und Softwarekomponenten. Zur Erkennung von Steckverbindungen kommen drahtlose Technologien wie RFID zum Einsatz.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Das Akronym AIM steht für Automated Infrastructure Management. Es handelt sich um eine konzeptionelle und technische Lösung, die in der Lage ist, die Kabelverbindungen und angeschlossenen Geräte eines Netzwerks auf physikalischer Ebene zu erkennen, diese zu erfassen, zu dokumentieren und sie zu verwalten. AIM-Systeme bestehen aus Hard- und Softwarekomponenten, die sowohl kupferkabelbasierte Verbindungen als auch Glasfaserverbindungen managen.

Einsetzbar ist das AIM beispielsweise für das Infrastrukturmanagement und die Verwaltung von Patchverbindungen eines Rechenzentrums. Die Systeme liefern einen aktuellen Überblick über die physikalische Infrastruktur des Netzwerks in Echtzeit und können Daten mit anderen Managementsystemen austauschen. Alle Veränderungen auf der physikalischen Verbindungsebene werden automatisch erkannt und dokumentiert.

Das Automated Infrastructure Management lässt sich so konfigurieren, das nicht autorisierte, fehlerhafte oder nicht geplante Änderungen der Verbindungen Alarme auslösen, die einem zuvor definierten Personenkreis zugestellt werden. Um Steckverbindungen zu erkennen, sind Kabel und Patchfelder mit drahtlosen Technologien wie der RFID-Technologie ausgestattet. Die Dokumentation und Verwaltung der Infrastruktur übernimmt eine zentralisierte Managementsoftware.

Die Norm ISO/IEC 18598 beschreibt das Automated Infrastructure Management als eine Ergänzung des Data Center Infrastructure Managements (DCIM). Zum Data Center Infrastructure Management gehören weitere Managementsysteme wie Systeme für das Energiemanagement, das Konfigurationsmanagement, die Gebäudesicherheit, den Zugangsschutz und weitere. In der Norm sind die wichtigsten Funktionen, die ein AIM-System zu erfüllen hat, beschrieben.

Funktionsweise des Automated Infrastructure Managements

AIM-Systeme bestehen aus Hardware- und Softwarekomponenten. Intelligente Patchfelder erkennen Kabelsteckverbindungen mit Hilfe drahtloser Technologien wie der RFID-Technik. Die verwendeten Kupfer- oder Glasfaserpatchkabel und die Patchfelder müssen mit der entsprechenden Technik ausgestattet sein oder nachgerüstet werden. Werden Patchkabel gesteckt oder gelöst, erkennen das die intelligenten Patchfelder und leiten diese Informationen an eine zentralisierte Managementsoftware weiter.

Die Software erfasst die Verbindungen, dokumentiert sie und ermöglicht deren Management. In der Regel sind die AIM-Systeme in der Lage, die Infrastruktur mit ihrem aktuellen Verbindungsstatus in Echtzeit in einer visuellen Form darzustellen. Über aktive Anzeigen der intelligenten Patchfelder unterstützen viele Systeme zudem die Techniker vor Ort bei Verkabelungsarbeiten. Die Verkabelungsaufträge werden in der Managementsoftware angelegt und dem Techniker am Patchfeld signalisiert. Erkennt das System nicht autorisierte, nicht geplante oder fehlerhafte Verbindungen, löst es Alarmmeldungen aus. Über Softwareschnittstellen sind die AIM-Systeme in der Lage, mit anderen Data Center Infrastructure Managementsystemen (DCIM-Systemen) zu kommunizieren und Informationen auszutauschen.

Die Vorteile des Automated Infrastructure Managements

Die Implementierung eines Automated Infrastructure Managements bietet den Betreibern von Netzwerkinfrastrukturen und Rechenzentren zahlreiche Vorteile. Verbindungen müssen nicht mehr zeitaufwendig und fehleranfällig manuell erfasst, überwacht und dokumentiert werden. AIM-Systeme erlauben die Überwachung und visuelle Darstellung sämtlicher physikalischer Verbindungen und angeschlossener Endgeräte in Echtzeit. Das Anlegen von Arbeitsaufträgen per Software und die Signalisierung der durchzuführenden Arbeiten direkt am Patchfeld unterstützt die Arbeit der Techniker vor Ort, reduziert den Zeitaufwand und verhindert Fehler. Zudem vereinfacht sich durch den stets aktuellen Verbindungsstatus die Fehlersuche. Erkennt das System ungeplante, nicht autorisierte oder fehlerhafte Änderungen, werden automatisch Alarme abgesetzt. Dies bietet den Verantwortlichen die Möglichkeit, direkt zu reagieren. Die Ausfallzeiten des Netzwerks werden reduziert und die Sicherheit erhöht.

Kurz zusammengefasst sind die Vorteile eines AIM-Systems folgende:

  • aktive Überwachung der physikalischen Verbindungen und der Infrastruktur in Echtzeit
  • Reduzierung des Zeitaufwands für Verkabelungsarbeiten durch Unterstützung der Techniker vor Ort
  • höhere Sicherheit durch Alarmierung bei nicht autorisierten oder nicht geplanten Änderungen
  • Minimierung von Fehlern in der Verkabelung
  • vereinfachtes Troubleshooting
  • höhere Verfügbarkeit der Infrastruktur
  • Dokumentation und Nachvollziehbarkeit aller Veränderungen
  • visuelle Darstellungen der aktuellen Infrastruktur inklusive Detail- und Überblicksansichten
  • vereinfachtes Assetmanagement
  • Unterstützung bei der Einhaltung von Sicherheitspolicies und Rechtsvorschriften

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