Definition Was ist Adobe Flash?

Adobe Flash war eine Plattform zum Erstellen multimedialer, interaktiver Inhalte. Die Inhalte ließen sich mit dem Adobe Flash Player wiedergeben. Lange Zeit kam die Flash-Technik im Internet zum Einsatz, um animierte Inhalte direkt per Webbrowser darzustellen. Flash verlor in den letzten Jahren aus diversen Gründen stark an Bedeutung. Seit 31.12.2020 hat Adobe die Unterstützung und den Download des Players offiziell eingestellt. Er gehört heute der Internetgeschichte an.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Adobe Flash ist eine heute veraltete und im Internet kaum noch verwendete proprietäre Programmierplattform zum Erstellen und Wiedergeben multimedialer, interaktiver Elemente wie Animationen, Videos oder Audio- und 3D-Inhalte. Zum Abspielen kam der Adobe Flash Player zum Einsatz.

Die Interaktion des Anwenders war per Maus, Tastatur, Mikrofon und Kamera möglich. Zum Erstellen wurde die objektorientierte Skriptsprache ActionScript verwendet. Einer der am häufigsten genutzten Anwendungsbereiche der Flash-Technik war das Internet. Mit ihr ließen sich im Webbrowser per Plugin animierte Grafiken, Intros, Werbung, Menüs, Tutorials oder Präsentationen wiedergeben. Selbst komplette Internetauftritte oder Spiele waren realisierbar.

Aufgrund diverser Sicherheitsmängel, schlechter Performance, alternativ verfügbarer Technologien wie HTML5 oder JavaScript und der sinkenden Unterstützung der Browser-Hersteller und großer Player im Internet- und IT-Geschäft wie Apple, YouTube oder Google verlor Adobe Flash ab circa 2010 kontinuierlich an Bedeutung. Das endgültige aus kam mit der Einstellung des Vertriebs und des Supports für den Adobe Flash Player durch Adobe am 31.12.2020. Seit dem 12. Januar 2021 blockiert der Adobe Flash Player die Wiedergabe Flash-basierter Inhalte und sollte deinstalliert werden. Damit gehört die Technologie heute endgültig der Internetgeschichte an.

Der Funktionsprinzip von Adobe Flash und der Wiedergabe von Inhalten per Adobe Flash Player

Wurden Flash-Inhalte mit Autorenwerkzeugen in einer Entwicklungsumgebung per objektorientierter Skriptsprache ActionScript erstellt, erhielt man Quelldateien im FLA-Format und in anderen Formaten. Diese ließen sich zu nicht mehr veränderbaren, abspielbaren SWF-Dateien kompilieren. SWF ist die Abkürzung für Shockwave Flash.

Abgelegt auf einem Webserver war der Adobe Flash Player in der Lage, dieses binäre, proprietäre SWF-Dateiformat abzuspielen. Der Player stellte die Inhalte der SWF-Dateien im so genannten Projektor dar. Damit der Adobe Flash Player auf einem Client-Rechner nutzbar war, musste er auf dem Rechner installiert und im Webbrowser eingebunden sein.

Da der Adobe Flash Player nicht von den unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten der verschiedenen Browser abhing, war eine Betriebssystem- und Browser-unabhängige Wiedergabe der Inhalte sichergestellt. Auch für mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones existierten Player zur Wiedergabe von Flash-Inhalten. Apple verzichtete in seinem iOS-Betriebssystem für iPhones und iPads von Beginn an auf eine Unterstützung von Adobe Flash.

Fakten zur historischen Entwicklung von Adobe Flash, des Adobe Flash Players und der Flash-Technologie

Im Jahr 1996 übernahm das 1992 entstandene Unternehmen Macromedia die Firma FutureWave und den von ihr entwickelten FutureSplash-Animator. Macromedia entwickelte den FutureSplash-Animator und den zugehörigen Player unter dem Namen Flash und Shockwave Flash Player weiter.

1997 erschien die erste offizielle Version von Flash, die auch den Shockwave Flash Player enthielt. Noch im selben Jahr folgte die Version 2. Die im Jahr 1998 veröffentlichte Version 3 enthielt deutlich verbesserte Interaktionsmöglichkeiten. In den Folgejahren erschienen bis zum Jahr 2004 die Versionen 4, 5, 6 und 7 mit kontinuierlich erweitertem Funktionsumfang.

2005 übernahm Adobe das Unternehmen Macromedia und stellte im gleichen Jahr die Adobe-Flash-Plattform vor. Nach der Veröffentlichung des Adobe Flash Players 9 für verschiedene Betriebssysteme in den Jahren 2006 und 2007 wurde 2008 die Spezifikation von Adobe offengelegt. Ende 2008 erschien der Adobe Flash Player 10. 2011 folgte der Adobe Flash Player 11. Die Bekanntgabe im Jahr 2015, dass die Vermarktung von Flash Professional unter dem Namen Animate CC erfolgt, interpretierten viele in der Internet Community als Beginn des Endes der Flash-Plattform. 2017 schließlich gab Adobe das geplante Ende für den Adobe Flash Player für das Jahr 2020 bekannt. Am 31. Dezember 2020 beendete Adobe die Verteilung und den Support für den Adobe Flash Player.

Gründe für den Niedergang von Flash

Obwohl schon damals rückläufig, lag im Jahr 2010 der Anteil an Webseiten mit Flash-Inhalten noch bei circa 50 Prozent. Seit 2010 hat Adobe Flash kontinuierlich an Bedeutung verloren und gehört seit 31.12.2020 endgültig der Internetgeschichte an. Die Gründe für den Niedergang sind vielfältig. Adobe Flash war eine proprietäre Lösung, die eine gewisse Abhängigkeit von Adobe erzeugte. Zahlreiche Sicherheitsmängel wurden über die Jahre bekannt und immer wieder für Cyber-Angriffe ausgenutzt.

Zudem galt die Software unter Entwicklern als instabil und nicht besonders performant. Aus diesen und einigen anderen Gründen entschied sich Apple sehr früh, Adobe Flash nicht in ihrem Betriebssystem iOS für Mobilgeräte wie iPhone oder iPad zu unterstützten. Mit JavaScript und der offiziellen Verfügbarkeit des HTML5-Standards im Jahr 2014 standen alle notwendigen Funktionen bereit, um interaktive, multimediale Inhalte direkt per HTML oder JavaScript ohne die Notwendigkeit einer proprietären Software zu realisieren.

Ab 2015 waren alle Inhalte auf YouTube per HTML5 streambar. Auch die Browser-Hersteller gingen nach und nach dazu über, die Flash-Technologie und den Adobe Flash Player aus ihren Webbrowsern zu verbannen. Die Wiedergabe von Flash-Inhalten musste manuell aktiviert werden und wurde später gänzlich blockiert.

HTML5 als Alternative zu Adobe Flash

Seit der offiziellen Vorlage der HTML5-Spezifikation durch das World Wide Web Consortium (W3C) im Jahr 2014 ist HTML5 als Nachfolger von HTML4 eine vollwertige, nicht-proprietäre Alternative zu Adobe Flash. Zuvor nur mit zusätzlichen Plugins wie dem Adobe Flash Player realisierbare dynamische Audio-, Video und Grafikinhalte sind nun direkt per offenem HTML5-Standard umsetzbar. Die Inhalte lassen sich direkt im Quellcode einer Internetseite einbinden und vom Webbrowser wiedergeben, ohne dass ein Sicherheitsrisiko durch eine externe Software besteht.

Das offizielle Supportende von Adobe Flash

Das offizielle Supportende von Adobe Flash wurde von Adobe im Juli 2017 für 2020 angekündigt. Adobe selbst schlug als Alternativen für Adobe Flash HTML5 oder die JavaScript-Programmierschnittstelle WebGL vor. Am 31.12.2020 beendete Adobe den Support und die Download-Möglichkeit für den Adobe Flash Player. Seit dem 12.1.2021 blockieren die auf den Rechner installierten Adobe Flash Player die Wiedergabe Flash-basierter Inhalte. Die Software ist heute funktionslos und sollte aus Sicherheits- und Performance-Gründen deinstalliert werden. Damit ist Adobe Flash endgültig zur Internetgeschichte geworden.

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