Das haben „der Tod der Rockmusik“ und die SDN-Zukunft gemeinsam

Was Admins jetzt tun müssen, um nicht den SDN-Tod zu sterben!

| Autor / Redakteur: Patrick Hubbard / Andreas Donner

Patrick Hubbard, Head Geek bei SolarWinds, vergleicht den Trend zu SDN mit der musikalischen Revolution von echtem Rock zu elektronischen Dance Floor.
Patrick Hubbard, Head Geek bei SolarWinds, vergleicht den Trend zu SDN mit der musikalischen Revolution von echtem Rock zu elektronischen Dance Floor. ( © carloscastilla - Fotolia)

Software-Defined Networking wird die Arbeit aller Netzwerkverantwortlichen radikal ändern. Admins, die jetzt nicht programmieren lernen und sich den neuen SDN-Herausforderungen voll und ganz stellen, werden von der neuen Technik so überrollt und verdrängt werden, wie die gute alte Rockmusik von der Electronic Dance Music.

Gene Simmons, legendärer Frontmann – und in letzter Zeit eher Impresario – der KISS-Vermarktungsmaschinerie, erklärte vor kurzem, dass Rockmusik nicht nur tot ist, sondern ermordet wurde. Die Schuld dafür gab er dem Internet und insbesondere dem Filesharing.

Nun kann man sicherlich darüber streiten, ob das Internet tatsächlich Musik tötet. Seiner Hauptaussage, dass Rockmusik im herkömmlichen Sinne tot ist und Hacker daran zumindest eine Teilschuld tragen, stimme ich jedoch zu – allerdings nicht im Sinne von Simmons.

Rockmusik, Hip-Hop und verschiedene andere Musikgenres wurden von Musik-„Hackern“ – Künstlern, die Musik weniger darbieten als programmieren – in den Schatten gestellt. Und das kann man durchaus als Lektion für die Zukunft von Netzwerktechnikern im Zeitalter von SDN heranziehen.

Damit ein Musikgenre lebendig bleibt, braucht es eine bestimme kritische Masse; ansonsten ist es einfach nur eine weitere Unterkategorie in Spotify. Und die kritische Masse für Mainstreammusik besteht im Wesentlichen aus einer Personengruppe: Jungs. Mädchen mögen Musik, und Jungs haben schon vor ewigen Zeiten herausgefunden, dass sie mit musikalischem Talent einen deutlichen Wettbewerbsvorteil beim anderen Geschlecht haben.

In nahezu jeder Garage haben Teenager unzählige Stunden damit verbracht, einen für sie passenden Rocksound zu entwickeln – manchmal sogar mit Erfolg. Mit der Zeit wurden aus diesen Teenagern Erwachsene, die die Schule abschlossen, Karriere machten und Familien gründeten. Wer nahm ihren Platz ein? Zum Teil waren dies Keyboardkünstler, speziell solche mit programmierbaren Keyboards. Live eingesetzte Synthesizer mit MIDI-Schnittstellen machten im Hintergrund arbeitenden Sequenzern Platz, während Rap, Grunge und Hip-Hop einen letzten Versuch mit Live-Performances starteten.

Ein ganzes Studio in einem Notebook

Heute ist Electronic Dance Music, kurz EDM, angesagter denn je. Dahinter stehen Jungs, die entdeckt haben, dass Mädchen DJs cool finden. (Ja, ich weiß, viel zu pauschal... ich entschuldige mich hiermit bei allen DJanes.) Im Unterschied zu früher spielen diese Jungs nicht mit ihren Kumpels in der Garage, sondern üben sich an ihrer Kunst mit Notebooks und MIDI-Keypads.

Sie nehmen Videos für YouTube auf und stellen alles online zur Verfügung, und zwar kostenlos. Es gibt keine Studios, nur Geeks mit einem Beat. Sie sind die natürliche Konsequenz, wenn die Hackerethik auf die Musik angewendet wird. Adi MetroGnome ist dafür ein großartiges Beispiel.

Geboren in Neu Delhi und heute in Los Angeles arbeitend, ist er nicht etwa durch die Investition in Schlagzeug- oder Gitarrenunterricht erfolgreich geworden, sondern durch das Programmieren und Setzen von Akkorden in NI Maschine.

Die Brücke zu SDN

Wenn Sie sich also mit SDN beschäftigen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie es mit der EDM der Netzwerke zu tun haben. Die meiste Zeit rocken wir immer noch unsere CLIs in unseren IT-Garagen, hauen in die Tasten unserer Keyboards, die Gesichter verzerrt wie John Mayer (oder vielleicht besser wie Albert „B.B.“ King/Stevie Ray Vaughan), wenn eine geniale QoS-Map-Konfiguration einfach perfekt gelingt.

Die Fans klassischer Netzwerke jubeln uns zu, und bis jetzt lief eigentlich alles prima. Aber jetzt kommen die SDN-Geeks. Sie brauchen keinen Zugriff auf unsere sorgfältig aufgebauten Hardware-Labs. Sie arbeiten mit Notebooks, Softwareentwicklungsstudios und ihrer eigenen Form von MIDI-Netzwerkausstattung mit zuverlässig eingenordeten APIs.

Es wird nicht lange dauern, bis Netzwerkadministratoren den gleichen Weg gehen wie die Rockstars, und ihr Publikum nicht mehr mit virtuosen Keyboard-Liveauftritten, sondern mit vorprogrammierten Routinen begeistern. Sie schließen ihre Laptops an und mixen Richtlinien, um die Party zum Abtanzen zu bringen. Fragt sich bloß, wer unsere Vorbilder sein werden? Deadmau5, Tiësto, David Guetta – oder doch nur Paris Hilton?

Fangen Sie mit dem an, was Sie schon haben

Wenn Sie sich in Ihrer Umgebung umsehen, finden Sie bestimmt Inspiration in den Admin-Handbüchern für viele der Netzwerkverwaltungsprodukte, die Sie bereits besitzen. Die meisten dieser Lösungen haben heute APIs, mit denen Sie zumindest Ihre Verwaltungsplattform für die Netzwerkkonfiguration als automatisierte CLI-Bridge nutzen können, die die tatsächliche Geräteverbindung für Sie abstrahiert.

Andere bieten Methoden und Schnittstellen zum Scannen der Topologie und zum programmgesteuerten Anwenden der Überwachung. Manche stellen Ihnen sogar eine Auswahl an verschiedenen APIs und Protokollen bereit: WSDL, SOAP, REST, XML, JSON und mehr. Wählen Sie für den Anfang nach Möglichkeit ein System mit mehreren Schnittstellen, denn im nächsten Schritt werden Sie das Programmieren lernen müssen.

Einer der größten Vorteile von Systemen mit mehreren Schnittstellen ist, dass Sie dieselbe Funktionalität auf viele verschiedene Arten implementieren (und immer wieder neu implementieren) können. Das ist nicht unsere gewohnte Arbeitsweise; normalerweise erledigen wir etwas – einmal – auf angemessene Weise und wenden uns dann der nächsten Aufgabe zu.

Für diese Übung müssen Sie jedoch absichtlich Schritte ausführen, wie das Erstellen einer absolut brauchbaren Python REST/JSON-Schnittstelle, die Sie dann zur Seite stellen und eine PowerShell-Umgebung einrichten und WSDL verwenden. Als Bonus bringen Sie dann noch Eclipse oder Visual Studio ins Spiel und probieren das Ganze in einer IDE aus.

Schreiben Sie tatsächlich netzwerkbezogenen Code. Entdecken Sie den Weg zur Lösung neu und lassen Sie das Ziel eines gelösten Problems, ein geschlossenes Ticket, beiseite!

Patrick Hubbard
Patrick Hubbard (Bild: SolarWinds)

Denken Sie an die Entwicklung von Rockmusik zu EDM und fragen Sie sich selbst: Werden Sie in fünf Jahren derjenige sein, der über Deep-Packet-Tunneln und virtuellen Firewalltopologien grübelt und coole, autonome Richtlinien für Sicherheit und Anwendungsbereitstellung erstellt, die die Pakete zum Tanzen bringen? Oder wird jemand anders die Netzwerkmusik programmieren und Sie drücken einfach auf Play?

Über den Autor

Patrick Hubbard ist Head Geek bei SolarWinds.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43327782 / Head Geeks Speech)