Selbst-Management

Warum Selbstreflektion in der Führung so wichtig ist

| Autor / Redakteur: Stefan Dudas / Andreas Donner

Eine gute Führungskraft muss sich auch selbst führen können.
Eine gute Führungskraft muss sich auch selbst führen können. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Was muss eine gute Führungskraft wirklich leisten können? Sie muss sich selbst führen können. Sie muss wissen, wohin das führt, was sie tut und warum sie es tut. Sie muss wissen, wer sie wirklich ist.

Das heißt also, eine gute Führungskraft ist immer selbstreflektiert. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und sage: „Unreflektierte Führungskräfte sind der Tod jedes Unternehmens.“ Denn: Menschen führen kann ich nur, wenn ich selbst weiß, wer ich wirklich bin, was ich will und welcher Sinn dahinter ist. Ohne das bleibt eine Führungskraft einfach ein Vorgesetzter. Jemand, der vor andere Menschen gesetzt wird, aber nicht führt, geschweige denn inspiriert. Ein Manager organisiert eine Abteilung, plant und kontrolliert Aufgaben. Eine Führungskraft oder besser ein Leader hat den Fokus auf Menschen, inspiriert, motiviert und macht vor, was er von anderen erwartet.

Führen im Dialog

Führungskräfte müssen präsentieren und kommunizieren können. Das funktioniert keineswegs „automatisch“. Zu oft katapultieren ihre Ansprachen und Vorträge die Zuhörer sofort ins Wachkoma. Solche Kommunikation beschränkt sich auf Monologe. Kommunikation aber heißt nicht nur sprechen, sondern auch einfühlsam zuhören. Doch bitte nicht das antrainierte aktive Zuhören, das jeden, der es (er)kennt, in den Wahnsinn treibt, weil der „Zuhörer“ immer schön mit dem Kopf nickt und Phrasen wiederholt, um zu zeigen, dass er zuhört.

Gegenüber wertschätzen

Führt ein Unternehmen ein neues CRM-System ein, geraten einige Mitarbeiter in Freudentaumel. Bei anderen produziert diese Nachricht einfach nur Angst – weil sie unsicher sind, ob sie da noch mithalten können. Eine gute Führungskraft, ein guter Kommunikator erkennt solche menschlichen Unterschiede. Spricht ein CEO vor der ganzen Belegschaft von Jahreszielen und „EBIT“, hat das nichts mit wertschätzender Kommunikation zu tun. Die Mitarbeiter im Lager oder der Produktion haben kein inneres Bild von „EBIT“. Kommunikation und Inspiration geht anders!

Arbeits- und Lebenszeit nicht länger absitzen

Ein Unternehmen besteht idealerweise aus Menschen einer „Interessengemeinschaft“. Alle haben das Ziel, für andere Menschen etwas herzustellen, etwas anzubieten oder ihr Wissen und ihre Erfahrung weiterzugeben. Und die meisten möchten dabei Freude verspüren oder zumindest etwas Spaß haben. Leider sind es in gewissen Unternehmen nur Menschen, die mit Frust, Unlust, Ärger und Sorgen ihre Lebenszeit „absitzen“.

Identische Grundbausteine

Führungskräfte lancieren gerne Change-Projekte, bei denen Abläufe und Verhaltensweisen geändert werden sollen. Was aber die Mitarbeiter ganz genau beobachten, ist, inwieweit Führungskräfte dazu bereit sind, auch sich selbst zu verändern. Der Unterschied zwischen Mitarbeitern und Führungskräften ist gar nicht so groß. Denn meistens wünschen sich alle im Unternehmen das Gleiche: Sicherheit, Fairness, Wertschätzung, Klarheit, Orientierung und Sinn. Außer einigen individuellen Wünschen sind die Grundbausteine identisch.

Sich selbst motivieren

Oft wissen die Mitarbeiter nicht, wohin das Unternehmen wirklich will – und schon gar nicht, warum. Doch die Führungskraft ist nicht allein an der mangelnden Motivierung der Mitarbeiter „schuld“. Jeder, der unglücklich mit seiner Arbeit ist, trägt Verantwortung dafür! Mitarbeiter, die keinen Spaß haben an dem, was sie tun, schaden dem Unternehmen, und zwar auf jeder Stufe der Hierarchie. Deshalb sollte jeder – ob Leader, Unternehmer oder Mitarbeiter – mehr darüber nachdenken, ob einem das, was man da täglich acht bis vierzehn Stunden tut, wirklich befriedigt. Und wenn nicht, was man an diesem Umstand ändern kann. Denn man kann immer etwas ändern!

Jetzt beginnen

Unternehmer können in ihrem Unternehmen in kürzester Zeit sehr viel verändern. Führungskräfte können sofort beginnen, anders zu kommunizieren, anders zu führen. Und Mitarbeiter können bewusster wahrnehmen, was ihnen an ihrer Arbeit gefällt und was eben nicht. Und daran arbeiten, etwas ins Positive zu verändern. Dies bedingt selbstreflektierte Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Und dann macht Führung SINN!

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal marconomy und wurde dort redaktionell von Annika Lutz bearbeitet.

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