Zersplitterte LTE-Netze machen Kunden unzufrieden

Warum LTE-Roaming scheitert

| Autor / Redakteur: Leslie Ferry, BroadSoft / Peter Schmitz

Das LTE-Netz ist sogar auf nationaler Ebene durch unterschiedliche Frequenznutzung zersplittert. International behindert dies den aufstrebenden Mobilfunkstandard und macht LTE-Roaming fast unmöglich.
Das LTE-Netz ist sogar auf nationaler Ebene durch unterschiedliche Frequenznutzung zersplittert. International behindert dies den aufstrebenden Mobilfunkstandard und macht LTE-Roaming fast unmöglich. (Bild: Deutsche Telekom)

Einigen Startschwierigkeiten zum Trotz rollt die LTE-Welle nun schnell über die mobile Landschaft, immer mächtigere Datenverbindungen werden angeboten und auch verlangt. Doch der neue Star stößt bereits an seine Grenzen: das weltweite LTE-Netz ist zersplittert, Roaming auf LTE so gut wie unmöglich. In unserer globalisierten Welt ist der LTE-Nutzer an sein Heimatland gefesselt. Kein guter Start für die Mobilfunktechnik der Zukunft.

Die Ursachen für die Zersplitterung des LTE-Netzes sind vielfältig. Zunächst ist das Problem darin zu finden, dass LTE nicht aus dem nichts entstanden ist, sondern eine große Anzahl an Vorgängern vorweisen kann. Funkfrequenzbänder sind begrenzt, und die nationalen Spektren bereits von allerlei anderen Diensten besetzt. Fernsehsender blockieren etwa im Vereinigten Königreich das 2,1 Ghz-Spektrum, das in den USA für LTE zur Verfügung steht.

LTE-Netzbetreiber müssen mit den wenigen freien und zufällig verstreuten Frequenzanteilen vorlieb nehmen. Der jeweilige Markt bestimmt dabei, welche das sind. Einige nordamerikanische Netzbetreiber nutzen beispielsweise das 700 Mhz-Band, während die Europäer 2,6 Ghz und viele asiatische Staaten 1,8 Ghz für LTE nutzen.

LTE hilft aber hat seinen Preis

LTE und LTE-A sind bereits Teil der modernen Mobilfunkwelt. Die Kunden freuen sich an der neuen Geschwindigkeit und nutzen bereits die datenintensivsten Dienste mit größter Selbstverständlichkeit. Netzbetreiber setzen darum auf LTE und entlasten ihre Mobilfunknetze, die von den neuen Datenbergen an den Rand der Kapazität gedrängt werden.

LTE transportiert Datenladungen mit Downloadraten von 150 Mbps bis zu zehn Mal so schnell wie sein Vorgänger 3G. Damit entlastet der neue Standard nicht nur die Netze, sondern fördert zugleich neue VoIP-Dienste wie HD-Voice oder Videokonferenzen und erschließt so den Netzbetreibern neue Erlösquellen. Die Vodafone Deutschland GmbH etwa, die mit der Bereitstellung von LTE-Diensten frühzeitig begonnen hat, führt bereits jetzt 75 Prozent ihres Netzwerk-Traffics auf Video-Inhalte zurück.

LTE ist ein starker Helfer für die mobile Zukunft, aber er hat seinen Preis. Neben den Kosten für die Aufrüstung des alten Netzes müssen Betreiber für die Frequenzanteile tief in die Tasche greifen. Die wenigen freien Spektren werden zu knappen und begehrten Rohstoffen. Der Zuschlag bei einer Spektrumsauktion in den Niederlanden hat die erfolgreichen Bieter 3,8 Milliarden Euro gekostet, in Großbritannien wurden im Februar dieses Jahres für ähnliche Lizenzen 2,3 Milliarden Pfund (etwa 2,7 Milliarden Euro) gezahlt.

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