Huawei fordert in Whitepaper Nutzung des L-Bands

Warum LTE-Roaming doch möglich ist

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Huawei hat das Whitepaper an ausgwählte Entscheider auf der Konferenz Industrie 4.0 verteilt; Leser des IP-Insider bekommen das Dokument bequem per Download.
Huawei hat das Whitepaper an ausgwählte Entscheider auf der Konferenz Industrie 4.0 verteilt; Leser des IP-Insider bekommen das Dokument bequem per Download. (Bild: Huawei/Srocke)

In einem Whitepaper erläutert Huawei die eigene Vision einer vorausschauenden LTE-Frequenzpolitik. Eckpunkte lauten: Diskriminierungsfreie Frequenzreserve, keine Rücksicht auf DECT und globales Roaming im 700 MHz-FDD-Band.

Am Freitag, den 11. Oktober, waren strategische Entscheider aus Unternehmen, Politik und Wissenschaft zur Konferenz Industrie 4.0 nach Berlin geladen. Ein Partner der von der Tageszeitung "Die Welt" ausgerichteten Veranstaltung war Huawei. Der Netzwerkexperte nutzte die Veranstaltung für informelle Gespräche, auf denen das Whitepaper "Vorrausschauende Frequenzpolitik als Schlüssel für den Mobilfunk" vorgestellt wurde.

Im dem IP-Insider vorliegenden Dokument (Download am Ende des Artikels) geht Huawei von einem wachsenden Bedarf für den Datenfunk aus. Als Treiber gelten dabei M2M-Lösungen, die mobile Internetnutzung oder auch den flächendeckenden Ausbau von Breitbandzugängen.

Zustimmung für Bundesnetzagentur

Der Anbieter begrüßt zunächst einen im Juni von der Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur vorgelegten Konsultationsentwurf zur Vergabe von Frequenznutzungsrechten für die Bänder 900 MHz, 1.800 MHz, und 700 MHz sowie 1,5 GHz. Zusätzlich regt der Hersteller jedoch auch an, weitere Frequenzen zu vergeben; die Nutzungsrechte in bestehenden 900-MHz- und 1.800-MHz-Bändern sollten zudem im Sinne der Planungssicherheit schnell und pragmatisch geklärt werden.

Zweimal fünf MHz für alle

Im Detail wünscht sich Huawei ein Vergabeverfahren, das Investitionen in den Netzausbau fördert. Den Vorschlag einer diskriminierungsfreien Frequenzreserve im 900 MHz-Band begrüßt Huawei – damit würden an alle Anbieter zunächst 2 x fünf MHz vergeben. Eine ähnliche Regelung wünscht sich Huawei auch für das 1.800-MHz-Band, dessen Nutzungsrechte im Dezember 2016 ausliefen.

Keine Rücksicht auf DECT

Im Gegensatz zur Bundesnetzagentur plädiert Huawei dafür, die Spektren 1.780-1.785 MHz sowie 1.875-1.880 MHz mit in das Vergabeverfahren aufzunehmen. Die angrenzenden und von schnurlosen DECT-Telefonen genutzten Frequenzen würden dadurch nicht gestört, heißt es. Dabei beruft sich Huawei auf Erfahrungen in mehreren CEPT-Ländern (CEPT = Conférence Européenne des Administrations des Postes et des Télécommunications). Somit sei also eine volle Ausnutzung des 3GPP-Bandes möglich.

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700 MHz für Roaming

Das 700 MHz-Band könnte laut Huawei zu einem fast weltweit harmonisierten Band werden. Zudem taugen die Fequenzen zwischen 694 und 790 MHz auch die mobile Breitbandversorgung auf dem Land. Für das Spektrum sprechen unter anderem gute Ausbreitungsmerkmale. Im Whitepaper heißt es dazu: "Huawei favorisiert die großen Gemeinsamkeiten zwischen der Kanalanordnung und anderer technischer Bestimmungen (besonders die Grenzwerte für Seitenband-Abstrahlung), die in der ITU-R Region 1 angewendet werden, mit denen, die bereits von der Asia-Pacific Telecommunity (APT) für das 700-MHz-FDD-Band in der ITU-R Region 3 definiert wurden." Ein gemäß "APT 800 FDD Plan" entwickeltes Mobilgerät funktionierte damit in Asien, Afrika, Europa, dem Nahen Osten und Lateinamerika.

L-Band für LTE-Downlink und Roaming

Potential für eine globale Harmonisierung sieht der Netzwerkausrüster auch im L-Band zwischen 1.452 und 1.492 MHz, das derzeit für den digitalen Hörfunk reserviert sei und weitgehend ungenutzt bliebe. Ein Regelungsrahmen wird voraussichtlich im November verabschiedet; Kanäle des L-Bands stünden dann wohl als reiner LTE-Downlink zur Verfügung und könnten mit anderen Frequenzbändern zusammengelegt werden. Höhere Werte für eine äquivalente isotrope Strahlungsleistung (EIRP) für die In-Band-Aussendungen könnten dann über 68 dBm liegen – wenn nationale Behörden das zulassen.

2.300 MHz für steigende Nachfrage

Huawei wirbt dafür, auch das 2.300-MHz-Band im Vergabeverfahren zu berücksichtigen. Als Argumente nennt der Anbieter neben einer steigenden Nachfrage auch die europäische Harmonisierung des Bandes. Zudem sei das 2.300-MHz-Band bereits als 3GPP eUTRAN-Band auf Basis eines TDD-Schema definiert; Stand Juli 2013 wurde das Spektrum von 137 handelsüblichen Geräten unterstützt, betont Huawei.

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