Kein Cloud Computing ohne leistungsfähige Netzwerke

Warum das Netz für die Cloud eine große Rolle spielt

| Autor / Redakteur: Johannes Nöth / Andreas Donner

Johannes Nöth
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Cloud Computing erfreut sich im Business-Umfeld einer immer breiteren Akzeptanz. Die Vorteile liegen auf der Hand: mehr Leistung, Innovation und Flexibilität für weniger Geld. Was viele ausblenden: Grundlage für reibungsloses Cloud Computing ist eine leistungsstarke IT-Infrastruktur. Knackpunkt ist dabei vor allem das Netz.

Ohne performanten Netzanschluss kein Cloud Computing – so lautet die einfache Formel, wenn es um Dienste aus der Wolke geht. Die meisten Unternehmen können es sich nicht leisten, mehr als ein paar Minuten oder gar Stunden von ihren Datenbeständen abgeschnitten zu sein. Denn das kann sie teuer zu stehen kommen. Neben Umsatzeinbußen und einer niedrigeren Produktivität der Mitarbeiter reichen die Auswirkungen sogar bis zu einer negativen Bewertung des Unternehmens.

Entsprechend den Eigenkapitalstandards nach Basel II hat beispielsweise die Verfügbarkeit der Daten als Unternehmensrisiko direkte Auswirkungen auf die notwendige Eigenkapitalquote. Jedes Unternehmen, das auf Cloud Computing setzt, sollte sich deshalb über entsprechend verfügbare Netzressourcen Gedanken machen. Dabei ist es unerheblich, ob Services aus einer Private Cloud, einer Hybrid Cloud oder Public Cloud genutzt werden.

Garantierte Verfügbarkeiten sind das A und O

Wenn ein Unternehmen Dienste in das Netz auslagert – und das steckt im Kern hinter Cloud Computing – kommt es wesentlich darauf an, dass dieses Netz letztendlich auch permanent zur Verfügung steht. Auch wenn das Rechenzentrum, in dem die Dienste des Unternehmens liegen, dem höchsten Standard entspricht, nützt das wenig wenn die Anbindung nicht entsprechend ausfallsicher ausgelegt ist.

Hier liegen die Stolpersteine im Detail: Selbst wenn das SLA einer Netzanbindung eine Verfügbarkeit von 99,9 Prozent zusichert, kann sich dahinter auf das ganze Jahr gerechnet ein Ausfall von mehr als acht Stunden – also ein ganzer Arbeitstag – verbergen.

Alles aus einer Hand erhöht Verlässlichkeit

Ein Netz ohne Störungen gibt es schlichtweg nicht. Deshalb ist es für Unternehmen extrem wichtig, sich bei Ausfall auf einen schnellen Entstör-Service verlassen zu können. Je nach SLA sind die Entstörzeiten unterschiedlich geregelt. Doch erst mit einem guten Monitoring sind Störungen wirklich schnell zu beheben.

Ergänzendes zum Thema
 
icyteas | Business Communication Company

Hier kann es von Vorteil sein, wenn der gewählte Dienstleister nicht nur die Cloud Services bereitstellt, sondern auch gleich die gesamte Netzinfrastruktur. Auf diese Weise wird die komplette Cloud-Infrastruktur eines Unternehmens ganzheitlich von einer Instanz überwacht. Das reduziert Schnittstellen-Probleme auf ein Minimum, sodass die Verlässlichkeit der Cloud Services insgesamt steigt.

Als weiteres Thema kommt die Redundanz einer Leitung dazu. Wenn ein Unternehmen wirklich zeitkritische Daten in einem entfernten Rechenzentrum liegen hat – ganz gleich ob in einer privaten oder öffentlichen Cloud – ist es immer besser, nicht allein auf die Entstörzeiten zu vertrauen, sondern sich Gedanken über eine Redundanzlösung zu machen. Die meisten Cloud-Anbieter empfehlen hier ein Zwei-Provider-Konzept mit unterschiedlichen Übertragungstechnologien, das Provider in gemanagte Dienste integrieren.

Kunden benötigen darüber hinaus weitere Rahmenparameter, auf die sie sich verlassen können, beispielsweise Entstörzeiten. Geben die zu viel Spielraum, verstreicht unter Umständen ein weiterer Arbeitstag, bevor das Unternehmen wieder auf seine Daten zugreifen kann. Je nach Servicemodell zwingt das schnell ein ganzes Unternehmen zur Untätigkeit, wenn die Anwendersoftware auch aus der Wolke kommt. Hier sind wieder die Konditionen der SLAs gefragt, denn in der Branche sind heute vielfach so geringe Pönalen verbreitet, dass diese den tatsächlich entstehenden Verlust eines Unternehmens kaum aufwiegen.

Gutes Monitoring sichert Cloud Computing auf allen Ebenen

Eine zentrale Einheit zur Netzüberwachung bei Providern ist das Netz Management Center (NMC). Im Rahmen von Cloud Computing gewinnt diese Instanz weiter an Bedeutung: Innerhalb eines Netzmanagement-Frameworks lässt sich mittlerweile nahezu jede Schicht des gesamten OSI-Modells direkt oder indirekt abbilden.

Das sind einzeln betrachtet unglaublich viele Informationen. Zusammengefasst werden die Netzmangement-Informationen in modernen Umbrella-Management-Systemen oder „Alarm-Sammlern“, mit denen eine flexible, ganzheitliche Betrachtung von Netzwerkmanagement möglich ist. Diese zunehmende Komplexität ist ein wichtiger Faktor für die Vergabe eines Unternehmensnetzes an einen externen Managed Services Provider.

Gerade im Mittelstand ist es für die IT-Abteilungen immer weniger leistbar, das Thema komplett in Eigenregie abzubilden. Bezieht ein Unternehmen Netz und Cloud Services dagegen komplett von einem Provider, gewinnt es dadurch bezogen auf Netzwerkmanagement und Monitoring in der Regel wesentlich mehr Transparenz. Dafür sorgen auch eindeutige Service Level Agreements, deren Einhaltung das NMC wiederum überwacht. Die Reports, die der Kunde in regelmäßigen Abständen erhält, kann er gezielt dazu nutzen, seine virtuelle ITK-Landschaft steuerungsfähig zu halten und im Bedarfsfall an den richtigen Stellen anzusetzen. Reporting ist ein sehr wichtiges Werkzeug, wenn es darum geht, die ITK-Architektur an der Geschäftsentwicklung auszurichten.

Über den Autor

Johannes Nöth ist icyteas-Netzexperte der BCC Business Communication Company.

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