IP-Insider empfiehlt: Das Magische Quadrat zur WAN-Optimierung

WAN Optimization Controller – Gartner nennt Trends und Anbieter

19.02.2008 | Redakteur: Ulrike Ostler

Juniper Networks stellt die Ergebnisse der WOC-Studie von Gartner als Whitepaper zur Verfügung
Juniper Networks stellt die Ergebnisse der WOC-Studie von Gartner als Whitepaper zur Verfügung

Eigentlich ist der Begriff WAN-Optmierung falsch. Es geht vielmehr um ein schnelleres, zuverlässigeres Arbeiten mit mehr Sicherheit der Applikationen über große Distanzen, zum Beispiel zwischen Filialen und zentraler DV oder da, wo IT generell als Service dient. Gartner-Analysten haben den dynamischen Markt für WAN Optimization Controller (WOC) und die Angebote verschiedener Anbieter untersucht und Trends und Sparpotenziale identifiziert.

Der Markt reift schnell. Trotzdem ist mit einem hohen Maß an Innovationen zu rechnen, stellen die Autoren der Gartner-Studie „Magic Quadrant for WAN Optimization Controllers“ Andy Rolfe und Joe Skorupa fest. Die Zielgruppe bilden Unternehmen, die die Antwortzeiten ihrer Anwendungen verbessern wollen, insbesondere bei zu hohen Latenzzeiten im WAN.

WAN Optimization Controller (WOC) können Latenzen im Netz vorbeugen oder sie beseitigen. Das wiederum wirkt sich deutlich auf die Applikations-Performance und die darunter liegenden Protokolle aus. Durch Datenreduktions- und Priorisierungstechniken helfen WOCs zudem dabei, die benötigte Bandbreite zu begrenzen und teure Bandbreiten-Upgrades zumindest aufzuschieben.

Derzeit gibt es die diversen WOC-Funktionen noch verteilt auf einzelne Geräte und Hersteller. Das zwingt die Anwender dazu, vor einem Kauf genau zu untersuchen, welche Probleme vorliegen, um das richtige Produkt auszusuchen. Zudem raten die Gartner-Analysten dazu, bei der Anschaffung einen vergleichsweise kurzen Zeitraum im Auge zu behalten, in dem sich die Anschaffung amortisieren sollte.

Als Hilfe, die eigenen WAN-Probleme besser zu erkennen, bietet das Whitepaper eine kleine Auswahl an Typisierungskriterien:

  • Zum Beispiel kann Traffic, der zeitlich unkritisch ist, etwa verursacht durch E-Mails, Backups und persönliches Surfen, ein Schwemme an WAN-Links produzieren und somit geschäftskritische Anwendungen lähmen.
  • Auch die Konsolidierung der Unternehmens-IT in wenige Datenzentren, die unter Umständen ihre Ressourcen global zur Verfügung stellen, kann die Ursache für Latenzen sein.
  • Zeitlich befristete Aktionen, wie File-Tranfers, Patch-Days und sonstige Software-Verteilung sowie Schulungen per Video können die WAN-Kapazitäten überlasten.
  • Wiederholte Aussendungen von Dateien, Pattern und Objekten bieten sich geradezu für Kompressionen an.

Der Trend geht jedoch dahin, die verschiedenen Funktionen in wenig Geräte mit viel Software einzubauen. Zum Beispiel werden mehr und mehr Router WOC-Features enthalten. Zugleich erwartet Gartner, dass es mit der Zeit WAN-Optimierung als Service geben wird.

Die Anbieter

In die WOC-Studie hat Gartner solche Produkte aufgenommen, mit denen sich anwendungsunabhängige WAN-Performance-Probleme adressieren lassen. Hersteller sind neben Juniper Networks – das Unternehmen stellt die Studie auf IP-Insider.de zur Verfügung – auch Blue Coat Systems, Certean, Cisco Systems, Exinda Networks, Expand Networks, F5 Networks, Intelligent Compression Technologies, Ipanema Technologies, Packeteer, Riverbed Technology, Silver Peak Systems und Stampede Technologies.

In erster Linie bieten die Hersteller Lösungen für die Verbesserung der Datenverbindungen zwischen zentraler Unternehmens-IT und Außenstellen. Es geht darum, Funktionen aus hochintegrierten Anwendungen an entfernten Standorten bereitzustellen. Doch offenbar wächst bei den Anwendern der Druck, sowohl die Leitungen zwischen Datenzentren besser auszulasten als auch die Verbindung zwischen remote angeschlossenen einzelnen Anwendern und ihren IT-Ressourcen. Erste Anzeichen für Optimierungsbedarf entdecken die Gartner-Analysten beispielsweise auch beim Datenverkehr zu mobilen Devices.

Regeln für den Verkehr und die Verursacher

So adressierten die Hersteller zunächst entweder Traffic-Shaping beziehungsweise Quality of Service (QoS) oder Kompression und Caching. Doch diese beiden Marktsegmente dürfte inzwischen nahezu miteinander verschmolzen sein, so die Gartner-Studie. An ihre Grenzen stoßen die Produkte, wenn es um die Performance von remoten Applikationen geht. Deswegen haben WOC-Anbieter zum Teil bereits Acceleration-Features implementiert, die die Protokolle TCP, HTTP und das Microsoft Common Internet File System (CIFS) angehen.

Darüber hinaus entwickeln einige Anbieter neben WOCs ein Enterprise Content Delivery Network (ECDN) oder verschmelzen die Angebote. ECDN zielen insbesondere darauf, Streaming Media beziehungsweise semi-statische Inhalte geschickt zwischenzuspeichern, um die Antwortzeiten zu verringern.

Das WOC-Whitepaper bietet einen guten Einstieg in den Bereich der WAN-Beschleunigung und Application Delivery, bietet einen Einblick in den gegenwärtigen Entwicklungs- und Marktstatus sowie in die Produkttrends. So bezieht sich nicht nur WOC-Hersteller Juniper Networks in seiner Werbung auf die Studien-Ergebnisse, sondern auch viele weitere der genannten Anbieter.

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