Wettbewerbsfähig trotz Pandemie: 5 IT-Prognosen für 2021 Von Zero Trust, Edge-Computing und Multi-Clouds

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

EfficientIP wagt fünf Prognosen zur Entwicklung der IT-Branche im Jahr 2021. Diese sollen unterstreichen, wie die digitale Transformation Unternehmen dabei hilft, im Zuge von Covid-19 wettbewerbsfähig zu bleiben und den Übergang zur „neuen Normalität“ zu meistern.

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Die „neue Normalität“ umfasst digitale Transformationen, die sich auf die Effektivität von Fernarbeit auswirken.
Die „neue Normalität“ umfasst digitale Transformationen, die sich auf die Effektivität von Fernarbeit auswirken.
(Bild: © – weedezign – stock.adobe.com)

„Unternehmen sollten davon ausgehen, dass sich viele der Trends von 2020 im Jahr 2021 weiter beschleunigen werden“, so Ronan David, Vice President Strategy bei EfficientIP. „Die Covid-19-Pandemie hat Branchenführern keine andere Wahl gelassen, als ihr Geschäft zu transformieren. Um weiterhin erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen verstärkt auf Edge- und Cloud-Computing setzen, die bereits im letzten Jahr einen enormen Aufschwung erlebt haben. Zudem müssen sie verstärkt in Automatisierung und Sicherheit investieren.“

Die IT-Prognosen von EfficientIP lauten:

1. Das Wettrennen zur Edge geht weiter

2021 wird Edge-Computing – oder die Verlagerung von Netzwerkkapazitäten in Gebiete, wo Menschen leben und arbeiten – weiter zunehmen. Unterstützt wird dies durch Container an der Edge, die Computing-Ressourcen näher am Endbenutzer ansiedeln und so Latenzen erheblich reduzieren und die Bandbreite optimieren. Cloud-Computing-Anbieter, die sich von der Konkurrenz abheben wollen, werden versuchen, ihre eigenen Edge-Lösungen anzubieten, ebenso wie 5G-Telekommunikationsanbieter, die die Infrastruktur für ihren Netzbetrieb bereitstellen und private Slicing-Angebote entwickeln werden. Edge-Netzwerke, Edge-Computing und die Einführung von Containern als Möglichkeit zur gemeinsamen Nutzung von Ressourcen bieten reale Möglichkeiten, den Kapazitäten physischer und virtueller Maschinen mehr Flexibilität und dynamische Skalierbarkeit zu verleihen.

„Wenn wir über die Edge sprechen, sollten wir uns auch über DNS-Dienste am Netzwerkrand Gedanken machen“, so David. „Dies bietet eine Reihe von Vorteilen, darunter eine erhöhte Geschwindigkeit und eine geringe Latenzzeit, welche neue Nutzungsmöglichkeiten wie die Kommunikation zwischen IoT-Geräten für Smart-City-Anwendungen oder Versorgungsunternehmen ermöglichen können. Daraus ergeben sich zahlreiche zukünftige Anwendungsmöglichkeiten.“

2. Die Einführung von Multi-Clouds wird sich auf cloudagnostische Lösungen stützen

Nutzer müssen überall und jederzeit auf kritische Anwendungen und Dienste zugreifen können. Dies bedeutet, dass Unternehmen und Cloud-Anbieter multiple Clouds an mehreren Standorten bereitstellen, da dies Ausfallraten verringert und Zugriffsverzögerungen für Belegschaften in Fernarbeit reduziert. Laut Gartner nutzten im Jahr 2019 bereits 80 Prozent der Unternehmen zwei oder mehr Public-Cloud-Anbieter. Unternehmen werden Lösungen benötigen, die es ihnen ermöglichen, innerhalb von Stunden statt Monaten problemlos von einer Cloud zur anderen zu wechseln. Neben den großen Cloud-Anbietern kommen auch kleinere, regionale Anbieter in Frage, die über spezielle Dienste und Datenschutzfunktionen verfügen.

Eine effektive Kontrolle dieser Umgebungen wird auf plattformübergreifender Transparenz und Automatisierung beruhen. Dies beginnt mit einem genauen Überblick über die Struktur und die Ressourcen des IP-Plans, weshalb die Verwendung einer cloudunabhängigen DDI-Lösung entscheidend ist, da sie umfassende Transparenz bringt, die Verwaltung externer Ressourcen ermöglicht und vollständig in die Automatisierungsprozesse mit anderen IT-Lösungen eingebunden ist.

3. Zero-Trust-Security wird von besserer Kontrolle beim Zugriff auf Apps profitieren

„Das Arbeiten aus dem Homeoffice hat die Anfälligkeit jedes in einem Netzwerk verwendeten Geräts erhöht“, sagt David. „Das Prinzip der Perimeter-Sicherheit – der Bau einer großen Mauer zum Schutz des Dorfes – ist nicht mehr zeitgemäß. Angriffe wie Phishing, Ransomware und DDoS werden daher immer häufiger und wirkungsvoller.“

Im Jahr 2021 wird der Schwerpunkt von Zero Trust stärker auf Segmentierung und Filterung gelegt, um besser kontrollieren zu können, welche Geräte auf welche Anwendungen, Domänen und Dienste zugreifen können. Die derzeitigen Methoden zur Zugriffsbeschränkung mittels Authentifizierung lassen trotzdem Malwareangriffe zu, und schwarze Listen über Firewalls können nur auf gesamte Belegschaften angewendet werden. Unternehmen werden eine individuellere Kontrolle einführen, Filterung auf der Kundenebene (auch Mikrosegmentierung genannt), um nur bestimmten Benutzern den Zugriff auf ausgewählte Anwendungen zu ermöglichen. Die zentrale Rolle des DNS wird neue Methoden zur Kontrolle dieses Zugriffs in einem frühen Stadium des Verkehrsflusses ermöglichen und dazu beitragen, die Gefährdung zu verringern und so die Infrastruktur und die Anwendungen zu schützen.

4. 5G-Netze werden autonomer

„Viele Telekommunikationsaktivitäten werden immer noch manuell ausgeführt“, sagt David. „Aber der Umfang und die Komplexität dieser Vorgänge nimmt rasch zu, so dass sie fehleranfälliger und zeitaufwendiger geworden sind. Der Erfolg der 5G-Einführung hängt daher davon ab, dass Telekommunikationsunternehmen verstärkt auf Automatisierung und Orchestrierung setzen.“

Im Jahr 2021 werden autonome Netze die Einführung von Diensten beschleunigen und die betriebliche Effizienz verbessern. Telekommunikationsunternehmen, die einen Zero-Touch-Betrieb anstreben, werden immer mehr Prozesse und Arbeitsabläufe automatisieren, was durch die Umstellung ihrer Netzfunktionen auf ein virtualisiertes Modell (VNF) unterstützt wird. Die automatische Instanziierung und dynamische Skalierung von Diensten wie DNS wird von wesentlicher Bedeutung und der Schlüssel zur Realisierung von 5G-Private-Slice-Angeboten für Organisationen und IoT-Anwendungsfälle sein und dazu beitragen, Kosten zu optimieren, die Servicequalität zu sichern und die Kundenerfahrung zu verbessern. Für die End-to-End-Automatisierung der Netzwerkbereitstellung und -konfiguration werden schließlich „Single-Source-of-Truth“-Bestände für IP-Daten in den Vordergrund rücken, die ein Zero-Touch-Netzwerk- und Servicemanagement ermöglichen.

5. Automatisierungsprozesse werden stärker standardisiert

Die Automatisierung kann von Unternehmen jeder Größe und Reife durch die Nutzung von Infrastructure as Code (IaC) begonnen werden, wobei der empfohlene Ansatz eher in der Automatisierung einzelner Aufgaben als in einem globalen komplexen Arbeitsablauf besteht. Ein IaC-Ansatz ermöglicht Standardimplementierungen, die reproduzierbare Abläufe und fehlerfreie Aktionen ermöglichen und somit genau das, was kleine Teams für ihren täglichen Betrieb und für die Problemlösung benötigen.

2021 wird das Jahr, in dem die Netzwerk-, Sicherheits- und IT-Automatisierungsteams sowohl die Prozesseffizienz als auch die Fähigkeit zur Bewältigung der zunehmenden Komplexität erheblich verbessern werden. Der Schlüssel dazu ist ein „API-first“-Ansatz, bei dem die Verwaltung von IP-Adressen ein einfacher erster Schritt hin zur Automatisierung der Erstellung von Berichten, der Analyse und der Automatisierung mit externen Systemen ist. Offenheit mit API, Standardkonfigurationsmethoden, Webhooks und Code-Kits werden sehr wichtig sein und Infrastruktur- und Betriebsteams dabei helfen, kleine, aber wertvolle Schritte in Richtung Automatisierung zu gehen.

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