Netzwerk-Grundlagen – Rechenzentrumsnetze im Umbruch, Teil 1

Virtualisierung, I/O-Konsolidierung und Speicher-Konvergenz – das 1x1 des Rechenzentrums

22.06.2010 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Mit der Virtualisierung wird das Netzwerk mehr und mehr zum Systembus
Mit der Virtualisierung wird das Netzwerk mehr und mehr zum Systembus

Noch nie hat es eine Zeit mit vergleichbar vielen neuen Anforderungen an RZ-Netze gegeben wie heute. Web-Architekturen, Virtualisierung, I/O-Konsolidierung und Speicher-Konvergenz sind hier die wichtigsten Schlagworte. Durch sie wird das RZ-Netz zum Systembus. Aber was heißt das für Bandbreite, Latenz, Reaktionsfähigkeit, Sicherheit, Struktur und Betrieb?

Im Internet gibt es viele zusammenhanglose Informationen zu den anstehenden Veränderungen im Rechenzentrum. Allerdings läuft man hier gerne Gefahr, vor lauter Bäumen den Wald nicht zu sehen, vor allem, weil „Systemleute“ und „Netzwerker“ auf einmal übergreifende Problemstellungen bekommen, die es so vorher nicht gab. Ziel dieser Beitragsreihe ist es daher, Betroffenen alle Einflussfaktoren, Technologien und Möglichkeiten in einer gewissen Gesamtheit zu eröffnen und in verständlicher Weise näher zu bringen.

Der Beginn der Virtualisierung

Zunächst war die Idee ganz harmlos. In einem üblichen RZ stehen Hunderte kleiner alter Server mit kleinen alten Platten. Diese ersetzt man durch neue leistungsfähige Systeme und bildet die Funktionen der alten Server über Virtualisierung auf die neuen ab. Dabei kann man z.B. zehn bis 20 alte Server auf einen neuen bringen. Eine schöne Zugabe sind dann noch, wie ich sie gerne nenne, die „Komfortfunktionen“ der Virtualisierungssoftware. Hierzu zählt bspw. die Möglichkeit zum unterbrechungsfreien Betrieb.

Insgesamt lassen sich so Platz in der Größenordnung von Turnhallen und viel Geld durch bessere Energie-Effizient und einen vereinfachten Betrieb sparen. Darum ist die Virtualisierung heute so beliebt.

Man merkt dann allerdings schnell, dass es damit alleine nicht getan ist, sondern die alten Platten auch auf moderne Speichersysteme abgebildet werden müssen. Doch hier bietet der Markt wirklich alles für jeden Geschmack und jedes Budget.

Zu den Risiken und Nebenwirkungen gehört dann aber, dass das bestehende RZ-Netz den neuen Aufgaben nicht mehr gewachsen ist. Prima, denkt sich der Betreiber, dann kaufe ich eben das nächst schnellere Ethernet. Aber damit ist es leider nicht getan. Alleine die Koexistenz der bisherigen Daten und dem neuen Speicherverkehr (den gab es ja vorher wegen der singulären isolierten Platten gar nicht) führt zu einer erheblichen Steigerung der Anforderungen. Hinzu kommt, was aber viele gerne übersehen: die Virtuellen Maschinen kommunizieren ebenfalls fleißig und wandern sogar von einem Server zum nächsten, wenn man die Komfortmerkmale nutzen möchte.

Neue Web-Architekturen erfordern vernetzte Server

Neue Web-Architekturen setzen hochgradig vernetzte Server voraus, auf die die einzelnen Elemente für die Unterstützung dynamischer Umgebungen verteilt werden. Nimmt man das zusammen, kommt man zu folgender wichtigen Erkenntnis:

RZ-Netze können nicht wie bisher durch eine Extrapolation der bestehenden Last-Situation auf die nächsten Jahre weiterentwickelt werden. Durch Virtualisierung, Konsolidierung und Konzentration entstehen neue Verkehrsströme erheblichen Umfangs, die es vorher gar nicht gab!

weiter mit: Eine IT-Revolution wie bei der Einführung des PC

 

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