Zukunft der Mobil-Netzwerke

Vierfacher Mobil-Traffic bis 2022

| Autor / Redakteur: Ann-Marie Struck / Andreas Donner

In drei Jahren soll jeder Bundesbürger im Schnitt drei mobile Geräte besitzen.
In drei Jahren soll jeder Bundesbürger im Schnitt drei mobile Geräte besitzen. (Bild: bnenin - stock.adobe.com)

Kaum jemand besitzt ein Mobiltelefon ohne Internetzugang. Der monatliche Datenverkehr in Deutschland steigt daher ständig. Laut des aktuellen Cisco Mobile Visual Networking Index wird sich dieser pro Einwohner bis 2022 sogar vervierfachen.

Die Notwendigkeit des Netzwerkausbaus auf 5G wird viel diskutiert. Prognosen des Cisco Mobile Visual Networking zufolge soll sich der Datenverkehr pro Einwohner in Deutschland von 1,2 Gigabyte im Jahr 2017 auf 4,5 Gigabyte im Jahr 2022 erhöhen. Gleichzeitig soll auch die durchschnittliche Geschwindigkeit der Mobilfunknetze von 13,1 auf 43,6 Mbit/s steigen.

Was wäre, wenn…?

Die Prognosen für 2022 gehen für Deutschland von einem mobilen Datenverkehr von 4,4 Exabyte aus. Im Vergleich dazu: 2017 waren es 1,2 Exabyte. Auch die gesendeten Daten über das Smartphone sollen von 0,8 Gigabyte im Jahr 2017 auf 2,6 bis 2022 steigen. Inklusive M2M (Machine to Machine) und LPWA (Low Power Wide Area Network) wächst der mobile Traffic pro Verbindung von 0,7 auf 1,5 GB monatlich. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Nutzer in diesem Zeitraum jedoch nur um rund eine Millionen an, von 71 auf 72 Millionen. Das entspricht 87 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2022. Damit ist die Sättigung weitgehend erreicht.

Die Zukunft von WLAN und 5G

Innerhalb den nächsten drei Jahre soll über die Hälfte des gesamten IP-Traffics (51 %) per WLAN übertragen werden. 44 Prozent über kabelgebundene Netze und 4 Prozent mobil. Aufgrund des Offloads zeigen die Prognosen nur eine Wachstumsrate von 30 Prozent anstatt möglichen 41 Prozent des jährlichen mobilen Datenverkehrs. Die Rate der Auslagerung von mobilem Datenverkehr zu WLAN wächst bis 2022 von 67 auf 78 Prozent. Außerdem soll sich im Zuge dessen die Anzahl der Hotspots, inklusive Homespots von 7 Millionen im Jahr 2017 auf 27 Millionen bis 2022 erhöhen. Auch die Durchschnittsgeschwindigkeit der WLAN-Verbindung steigt dem Index zufolge bis in drei Jahren von 27,2 auf 53,7 MBit/s.

Sofern der 5G-Ausbau nach Plan verläuft, werden diesen voraussichtlich bis 2022 bereits 9,2 Prozent aller mobilen Verbindungen unterstützen. In Deutschland soll dabei gleichzeitig der 4G-Anteil auf 61 Prozent ansteigen und der von 3G auf 3,4 sowie der 2G-Anteil auf 2,5 Prozent sinken. Dies wird auch Auswirkungen auf die Netzwerkgeschwindigkeit haben. Die Vision: die Geschwindigkeit von 4G-Netzen erhöht sich von 27,1 auf 48,1 MBit/s, während 5G-Netze 181,2 MBit/s erreichen werden. Dem Cisco Mobile Visual Networking Index zufolge sollen bis in drei Jahren 27,3 Prozent alle mobilen Daten mittels 5G und pro Verbindung 2,5-mal mehr Daten als mit 4G-Netzen übertragen werden.

Und wie sieht es weltweit aus?

Bis 2022 sollen mobile Netzwerke weltweit erstmals fast ein Zettabyte (930 Exabyte) an Daten übertragen. Mit prognostizierten 12 Milliarden mobilen Geräten und IoT-Verbindungen wird der mobile Traffic knapp 20 Prozent des globalen IP-Verkehrs ausmachen. Bis in drei Jahren soll es weltweit 5,5 Milliarden Nutzer geben. Das sind etwa 71 Prozent der Weltbevölkerung. Die globale Mobilfunk-Geschwindigkeit wird sich laut Cisco von 8,7 Mbit/s im Jahr 2017 auf 28,5 Mbit/s im Jahr 2022 mehr als verdreifachen. Die durchschnittliche 5G-Verbindung wird 2022 etwa das Dreifache an Traffic (22 GB/Monat) erzeugen als die durchschnittliche 4G-Verbindung (8 GB/Monat). Die Anzahl der WLAN-Hotspots steigt demnach weltweit von 124 Millionen in 2017 auf 549 Millionen in 2022 an.

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