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VDSL2-Vectoring kompensiert fehlende Glasfaser in Gebäuden Vermeidbarer Endspurt auf Kupfer

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

In der Bahnstadt Heidelberg will Inexio das bundesweit erste kommerzielle VDSL2-Vectoring-Projekt realisiert haben. Was fortschrittlich klingt, stellt sich bei näherem Hinsehen allerdings als Notbehelf heraus.

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Per VDSL2-Vectoring versorgt Inexio bis zu 150 Anschlüsse pro Gebäude mit Bandbreiten von 100 Mbit/s.
Per VDSL2-Vectoring versorgt Inexio bis zu 150 Anschlüsse pro Gebäude mit Bandbreiten von 100 Mbit/s.
(Bild: Christian Buck)

Eine "Vorreiterrolle in der ökologisch nachhaltigen Stadtentwicklung" soll Heidelberg-Bahnstadt laut Entwicklungsgesellschaft Heidelberg spielen. Beim Thema Vernetzung macht "eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Deutschland" aber offenbar Kompromisse, wie eine jetzt von Telekommunikationsunternehmen Inexio veröffentlichte Pressemeldung zeigt.

Dieser zufolge wurde im entstehenden 15. Stadtteil Heidelbergs das bundesweit erste kommerzielle VDSL2-Vectoring-Projekt realisiert. Stutzig macht in diesem Zusammenhang ein Zitat von Christoph Staudt, der in der Geschäftsleitung von Inexio die Technik verantwortet: "Große Teile der Bahnstadt in Heidelberg versorgen wir mit Fibre to the Building (FTTB) oder Fibre to the Home (FTTH)".

Im Dunkeln bleibt dabei zunächst, welche Rolle das Vectoring über Kupferkabel in diesem Szenario spielen soll. Endgültig aufklären konnte Inexios PR-Verantwortlicher Thomas Schommer diesen Umstand zwar nicht, lieferte aber eine plausible Vermutung. Aus Erfahrung wisse man demnach: Bauträger und Investoren berücksichtigen die technischen Möglichkeiten bei ihren Planungen nicht immer.

In einigen Gebäuden reisen Daten nun also erst per Glasfaser in den Keller, um dann innerhalb des Hauses per VDSL2-Vectoring zu den Anschlussinhabern zu gelangen. Die können dennoch zeitgemäße Bandbreiten nutzen. Dazu nochmal Christoph Staudt: "Durch den Einsatz von VDSL2 Vectoring können wir trotz der mehr als 150 Anschlüsse pro Gebäude Bandbreiten von 100 Mbit/s für die einzelnen Nutzer sicherstellen."

Bei dem VDSL2-Vectoring-Projekt wurde Inexio durch die Pan Dacom Networking AG und den Techniklieferanten Alcatel-Lucent unterstützt.

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