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ENTERPRISE MOBILITY SUMMIT 2018 Veränderungen bereiten den Weg zur Digitalen Transformation

| Autor: Sarah Böttcher

Damit Unternehmen mit der Digitalen Transformation Schritt halten können, bedarf es zahlreicher geschäftsinterner Veränderungen. Frau Professor Dr. rer. pol. Isabell Welpe von der Technischen Universität München, liefert Tipps, auf was sich Unternehmen zukünftig einstellen müssen.

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Zahlreiche Geschäftsprozesse in Unternehmen sind von der Digitalen Transformation betroffen.
Zahlreiche Geschäftsprozesse in Unternehmen sind von der Digitalen Transformation betroffen.
(Bild: Robert Kneschke - stock.adobe.com )

IP-Insider: Digitalisierung ist das Schlagwort unserer Zeit. Welche Hausaufgaben muss ein Unternehmen auf dem Weg in das digitale Zeitalter machen, um einen maximalen Nutzen aus der Digitalisierung ziehen zu können?

Welpe: Unternehmen müssen vor allem verstehen, dass die Digitalisierung, im Gegensatz zur Technik, mit einer anderen Art von Arbeit und Zusammenarbeit realisiert werden muss. Früher hatten Unternehmen Erfolg, wenn sie das (oft technisch) „beste“ Produkt hergestellt haben. Heute ist es so, dass sie Erfolg haben, wenn sie einen so genannten „Smart Service“ in einer gewünschten Form und unabhängig von Zeit und Ort zur Verfügung stellen. Das erfordert natürlich eine ganz andere interne Organisation und Kultur.

IP-Insider: Wie kann auf einfache Art und Weise ermittelt werden, welche Geschäftsprozesse von der Digitalisierung besonders betroffen sind und welchen Geschäftsprozessen besondere Aufmerksamkeit gebührt?

Welpe: Alle Prozesse sind von der Digitalisierung betroffen, besonders wichtig sind aber die mit einer direkten Schnittstelle zwischen den Nutzern und Anbietern. Ich sage bewusst Nutzer, denn aus diesen können, wenn Unternehmen kreativ sind, zahlungsbereite Kunden werden. Am meisten betroffen sollten wohl Rekrutierungsprozesse sein. Denn wir wissen, dass erfolgreiche Unternehmen unglaublich selektiv bei der Auswahl von Mitarbeitern sind.

Professor Dr. rer. pol. Isabell M. Welpe an der TU München
Professor Dr. rer. pol. Isabell M. Welpe an der TU München
(Bild: TU München / Welpe )

IP-Insider: Wie lässt sich eine bestehende, erfolgreiche Unternehmenskultur ins digitale Zeitalter überführen, ohne dass dabei die Identität des Unternehmens auf der Strecke bleibt?

Welpe: Das digitale Zeitalter braucht seine eigene Kultur, die von Offenheit, Originalität und Agilität geprägt ist. Am besten erreicht man Kulturveränderungen durch Veränderung der „Normal- und Ausnahmezustände“ im Unternehmen. Unternehmen sollten ihre Identität eher aus Kompetenzen beziehen und nicht aus konkreten Produkten, dann kann die Identität auch in technologischen Umbrüchen erhalten bleiben. Zum Beispiel statt sich als klassischer Automobilbauer (mit Verbrennungsmotor) zu verstehen, kann man auch sagen: „Wir sind Maschinenbauer“, denn Maschinenbauer wird es immer geben, Autos mit Verbrennungsmotor möglicherweise nicht.

IP-Insider: Welche Herausforderungen kommen auf die Mitarbeiter zu, wenn sich ihr Unternehmen auf den Weg der Digitalisierung macht? Wie sollte man seine Mitarbeiter hier am besten begleiten?

Welpe: Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern Schulungen zum Thema Digitale Transformation ermöglichen – und zwar ohne Zeit- und Budgetrestriktion. Etwas Besseres, als dass Menschen sich gerne weiterbilden und für Themen interessieren, kann einem Unternehmen im Wandel nicht passieren. Insgesamt wird es in der Wirtschaft und der Gesellschaft immer wichtiger, dass Menschen sich kreativ neu erfinden und dazu lernen. Anders als früher, werden wir zukünftig nicht mehr alle im gleichen Beruf bleiben.

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