TAL-Zugang am KVZ soll grundsätzlich auch künftig möglich sein

Vectoring: Buglas begrüßt verbesserten Bestands- und Vertrauensschutz

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer begrüßt den in der überarbeiteten Regulierungsverfügung deutlich verbesserten Bestands- und Rechtsschutz.
Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer begrüßt den in der überarbeiteten Regulierungsverfügung deutlich verbesserten Bestands- und Rechtsschutz. (Bild: Buglas)

Die Vectoring-Entscheidung der Bundesnetzagentur, dass der TAL-Zugang am Kabelverzweiger auch künftig möglich sein soll, ist nach Ansicht des Bundesverbands Glasfaseranschluss (Buglas) positiv zu bewerten, berücksichtige die Anregungen der Branche aber nur in Teilen.

Der Buglas bewertet die von der Bundesnetzagentur überarbeitete Regulierungsverfügung, mit der der Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung am Kabelverzweiger (KVZ) grundsätzlich auch künftig möglich sein soll, nach einer ersten Prüfung im Wesentlichen positiv. So wird die weitgehende Berücksichtigung der Anregungen des Verbands hinsichtlich des Schutzes getätigter Investitionen ebenso begrüßt wie die Einführung eines Registers zu Bestellungen des Zugangs zur letzten Meile (Teilnehmeranschlussleitung, TAL) am KVZ unter Aufsicht des Regulierers. Kritisch sieht der Buglas unter anderem die vergleichsweise lange Übergangsfrist, die der Telekom bis zur Bereitstellung eines leistungsfähigen Bitstrom-Zugangsproduktes eingeräumt wird.

„Wir halten an unserer grundsätzlichen Überzeugung der Ablehnung einer Aufweichung der bewährten Zugangsregulierung zur letzten Meile am KVZ fest. Die überarbeitete Regulierungsverfügung weist im Vergleich zum ersten Entwurf allerdings deutliche Verbesserungen in Bezug auf Bestands- und Rechtsschutz auf“, stellt Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer fest. Allerdings müsse sich der Zeitpunkt des Bestandsschutzes nach Auffassung des Buglas auf den Abschluss eines neuen TAL-Vertrages oder zumindest die Beendigung des TAL-Standardangebotsverfahrens beziehen.

Auch den „unbedingten Bestandsschutz“ für KVZ-Ausbauprojekte, die aufgrund von Wirtschaftlichkeitslücken nur mit Zuschüssen der öffentlichen Hand realisiert werden können, sieht der Buglas positiv: „Unternehmen, die sich an entsprechenden Ausschreibungen beteiligen, müssen bereits bei der Angebotsabgabe sicher sein können, nach der Erschließung auch tatsächlich den Zugriff auf die TALs zu bekommen“, so Heer. „Zumal damit häufig auch rechtliche Verpflichtungen gegenüber der öffentlichen Hand eingegangen werden, die sonst unverschuldet nicht erfüllt werden könnten.“

Die nun vorgesehene Einführung einer sogenannten Vectoring-Liste dürfte nach Auffassung des Buglas zu größerer Chancengleichheit zwischen Wettbewerbern und Telekom führen. „Der Entwurf der Regulierungsverfügung hätte zu einer großen Informationsasymmetrie bezüglich bereits vorbestellter KVZ-Erschließungen geführt“, ist sich Heer sicher. „Dass das Register nach wie vor bei der Telekom geführt werden soll, ist aus unserer Sicht nicht die beste Lösung. Dass die Bundesnetzagentur aber nun vorgeben will, wie die Liste zu führen ist und diese unter ihre Aufsicht stellt, ist eine deutliche Verbesserung.“

Wenig Verständnis hat der Buglas dafür, dass die Telekom bis Ende 2015 nur einen Layer-3-Bitstrom statt des leistungsfähigeren und individualisierbaren Layer-2-Bitstroms als Vorleistungsprodukt anbieten muss. „Die Telekom hat die Entwicklung der entsprechenden Standards im NGA-Forum lange Zeit mitgetragen“, erläutert Heer. „Vor diesem Hintergrund ist die dem Incumbent eingeräumte vergleichsweise lange Übergangszeit nicht nachvollziehbar.“ Uneindeutig bleibe auch die Problematik, dass in den sogenannten VDSL-Städten der Telekom der Lückenschluss von Glasfasernetzen, die bis in die Gebäude reichen (Fiber to the Building, FTTB), durch FTTC (Fiber to the Curb, Glasfaser bis zum KVZ) erheblich behindert bis unmöglich würde.

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