Microsoft aktualisiert seinen E-Mail-Server mit vielen Updates

Updates für alle Exchange-Versionen: das müssen Sie wissen!

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Vier Updates hat Microsoft für die Exchange-Server-Familie jüngst zur Verfügung gestellt – doch bei der Installation ist Umsicht geboten!
Vier Updates hat Microsoft für die Exchange-Server-Familie jüngst zur Verfügung gestellt – doch bei der Installation ist Umsicht geboten! (Bild: Microsoft Technet)

Exchange-Administratoren müssen sich regelmäßig mit der Aktualisierung ihrer Server beschäftigen. Allerdings ist hier auch etwas Vorsichtig nötig. Denn Microsoft veröffentlicht in letzter Zeit immer häufiger Updates, die Fehler verschlimmern und wenig verbessern. Dennoch sollten sich Administratoren die Neuerungen ansehen.

Auch wenn viele Microsoft-Updates problembehaftet sind, ist das Ignorieren der Updates keine Lösung. Die Vorgehensweise bei neuen Updates für Exchange ist zunächst das Herunterladen der Installationsdateien und ein Test in einer Testumgebung. Bevor die Updates aber auf einen produktiven Server gespielt werden, sollte man ausreichend abwarten, ob nicht doch ein Update Probleme macht.

Mit etwas Recherche im Internet, sind nach 1-2 Wochen schnell Probleme klar und lassen sich dann vermeiden. Entweder werden die Aktualisierungen dann nicht vorgenommen, oder Administratoren verwenden eine neue Version, wie jetzt wieder bei Exchange 2013 SP3 RU8.

Updaterollups (RU) vs. Kumulative Updates (CU)

Microsoft unterscheidet zwischen verschiedenen Updates. Die kumulativen Updates (Cumulative Updates, CU) ersetzen immer die ganze Installation von Exchange. Administratoren können mit den Installationsdateien der verschiedenen CUs bereits installierte Server aktualisieren, oder komplette Server ganz neu installieren. Das hilft vor allem bei der Bereitstellung neuer Server auf neuen Betriebssystemen.

Updaterollups (RU) beinhalten immer nur Updates. Mit diesen lassen sich nur bereits installierte Server aktualisieren, keine neuen Server installieren.

Erscheint bei der Installation eine Fehlermeldung, dass eine vorhergehende Installation eines Updates noch nicht abgeschlossen ist (siehe Abbildung 2), muss ein Registry-Wert geändert werden. Der Fehler wird auch in der Datei ExchangeSetup.log festgehalten (siehe Abbildung 3).

  • Öffnen Sie den Registryschlüssel HKLM\Software\Microsoft\ExchangeServer\v15.0.
  • Hier sehen Sie für jede installierte Rolle einen eigenen Registry-Schlüssel. Bei einem oder mehreren dieser Schlüssel finden Sie einen Eintrag mit der Bezeichnung "Action" und dem Wert "Install" oder einen Eintrag "Watermark".
  • Löschen Sie die Werte, die Installation sollte jetzt durchgeführt werden können.

Das sind die neuen Exchange-Updates

Für jede aktuelle Exchange-Version bietet Microsoft aktuell Updates an. Diese sind über folgende Links verfügbar:

Die Exchange-Entwickler gehen in einem eigenen Blogbeitrag umfassend auf alle Neuerungen der Aktualisierungen ein.

Vor der Installation dieser Updates sollten Administratoren aber besser noch bis zum Jahreswechsel warten. Erst wenn bis dahin keine gravierenden Fehler gefunden und im Web in einschlägigen Foren diskutiert werden, sollten die neuen Versionen installiert werden.

Vor allem das Updaterollup 8 v1 hat viele Fehler verursacht, die durch die neue Version Updaterollup 8 v2 behoben werden. Welche das sind, listet Microsoft in der Knowledgebase auf. Vor allem Datenbankverfügbarkeitsgruppen (DAG) haben bei der alten Version nicht mehr funktioniert. Außerdem konnten Anwender keine E-Mails mehr senden, keine Termine mehr planen und einiges mehr. Das Updaterollup 8 ist ein Paradebeispiel dafür, mit der Installation von Updates mindestens 2 Wochen zu warten und dann nach Fehlern im Internet zu recherchieren.

Exchange Server 2013 CU7 – Verbesserungen bei den Offline-Adressbüchern

Mit dem CU7 verbessert Microsoft die Erstellung und Verteilung von OABs. In der neuen Version führt Microsoft die neue Funktion „Shadow Distribution“ ein. Bei dieser Technik handelt es sich um die Möglichkeit, dass ein OAB-Postfach auch Kopien von anderen OABs speichern kann, die „Shadow Copy“. Dadurch können verschiedene Postfach-Server ein Endpunkt für den Download von Offline-Adressbüchern sein, was die Leistung verbessert und einzelne Postfachserver entlastet.

Diese Funktion lässt sich für jedes OAB einzeln einstellen. Microsoft empfiehlt nach der Installation von Exchange 2013 CU7 diese Funktion für alle OABs zu aktivieren. Dazu nutzen Administratoren die Exchange-Verwaltungsshell:

  • Set-OfflineAddressBook <Name des OAB> -VirtualDirectories $null
  • Set-OfflineAddressBook <Name des OAB> -GlobalWebDistributionEnabled $true

Außerdem empfiehlt Microsoft, ein Postfach für Shadow Distribution an jedem Active-Directory-Standort zu erstellen. Haben Administratoren die Postfächer angelegt, können sie die Verteilung in der Exchange-Verwaltungsshell aktivieren bzw. deaktivieren:

  • Set-OfflineAddressBook <Name des OAB> -ShadowMailboxDistributionEnabled $true
  • Set-OfflineAddressBook <Name des OAB> -ShadowMailboxDistributionEnabled $false

Außerdem werden die öffentlichen Ordner mit dem CU7 verbessert. Es lassen sich jetzt problemlos Ordner-Hierarchien mit mehr als 250.000 öffentlichen Ordnern betreiben.

Schema-Änderungen beachten

Bei der Installation von CU7 für Exchange Server 2013 wird das Active-Directory-Schema erweitert (siehe Abbildung 4). Da damit nicht nur die Exchange-Organisation betroffen ist, sollten Administratoren hier besonders umsichtig planen. Grundsätzlich lassen sich in der Befehlszeile alle notwendigen Aktionen auf einmal durchführen um das CU7 für Exchange Server 2013 zu installieren:

  • setup.exe /PrepareSchema /IAcceptExchangeServerLicenseTerms
  • setup.exe /PrepareAD /IAcceptExchangeServerLicenseTerms

Wurden die Erweiterungen durchgeführt, können Administratoren das CU7 über dessen Installationsdatei auf den Exchange-Servern installieren, oder die Installation über die Befehlszeile anstoßen:

  • setup.exe /m:upgrade /IAcceptExchangeServerLicenseTerms

Setzen Unternehmen Sprachdateien ein, sollten Administratoren diese vor der Aktualisierung auf CU7 deinstallieren, dann das CU7 installieren und danach die Sprachdateien für das CU7 installieren.

Fazit

Die Installation von neuen Updates ist wichtig, da dadurch die Stabilität der Server und deren Sicherheit erhöht werden. Allerdings ist es unbedingt empfehlenswert, die Updates nicht am Tag des Releases zu installieren. Administratoren sollten mindestens 2 Wochen warten, im Internet nach Problemen mit dem Update suchen und sich damit beschäftigen. Erst wenn keine gravierenden Fehler bekannt werden, sollte die Installation durchgeführt und dabei auch die Tipps aus dem Internet berücksichtigt werden. Einfach ignoriert werden sollten Updates aber auf keinen Fall.

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