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Igel-Geschäftsführer Heiko Gloge im Interview „Unsere Skepsis gegenüber klassischen Zero Clients bleibt“

| Redakteur: Michael Hase

Der Thin-Client-Hersteller Igel baute bisher keine Zero Clients: Geräte, die nur eine Server-Technologie unterstützen. Geschäftsführer Heiko Gloge erläutert im Interview, warum die Bremer jetzt doch Zero Clients anbieten und wie sich ihr Ansatz vom Wettbewerb unterscheidet.

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Heiko Gloge, Geschäftsführer von Igel, bezeichnet das Zero-Client-Konzept des Bremer Herstellers als nachhaltig.
Heiko Gloge, Geschäftsführer von Igel, bezeichnet das Zero-Client-Konzept des Bremer Herstellers als nachhaltig.
(Bild: VBM-Archiv)

IP-Insider: Igel stand dem Konzept der so genannten Zero Clients bislang skeptisch gegenüber. In diesem Monat bringt das Unternehmen mit der IZ-Linie nun doch erstmals Zero Clients auf den Markt. Offenbar denken Sie inzwischen anders über diese Produktkategorie?

Gloge: Unsere Skepsis gegenüber klassischen Zero Clients ist unverändert. Wir sehen bei dieser Art von proprietären Endgeräten nach wie vor diverse Nachteile für Kunden. Beispiele dafür sind die fehlende langfristige Update-Fähigkeit für neue Software-Features, die fehlende Möglichkeit, auf eine andere Server-Lösung zu wechseln, oder der mangelnde Support für Third-Party-Lösungen. Allerdings hat sich die Definition des Begriffs „Zero Client“ in den vergangenen zwei Jahren deutlich geändert, und es gibt heute eine Vielzahl unterschiedlicher Zero-Client-Konzepte.

IP-Insider: Wie sieht denn das Igel-Konzept für Zero Clients aus?

Gloge: Mit der Einführung des neuen Betriebsssystems Igel Linux 5 haben wir ein logisches und nachhaltiges Zero-Client-Konzept, das die genannten Nachteile vermeidet, für die wichtigsten VDI-Lösungen entwickelt, also für Citrix Xen Desktop, VMware Horizon View und Microsoft VDI. Unser „Universal Desktop (UD)“-Konzept für Thin Clients liefert die Basis für die Igel-Zero-Serie. UD ist flexibel, zukunftssicher und zuverlässig. IZ-Nutzern garantiert es eine spätere und einfache Migration zur UD-Thin-Client-Serie. Wir kommen damit dem Wunsch unserer Kunden nach spezialisierten Zero Clients für den VDI-Zugriff nach. Zugleich bieten wir langfristige Investitionssicherheit.

IP-Insider: Worin sehen Sie bei diesem Ansatz die grundlegenden Unterschiede zum Wettbewerb?

Gloge: Einzelne Hersteller zeigen Zero-Client-Konzepte, die den Einsatz proprietärer CPUs zwingend vorschreiben. Oftmals erlauben die CPU-Hersteller keinen echten Zugriff auf ihre Technologie. Auch ist die langfristige Verfügbarkeit, etwa von Software-Treibern und Ersatzteilen, in Frage gestellt. Das passt nicht zusammen mit der Erwartungshaltung einer hohen Lebens- und Nutzungsdauer eines Thin oder Zero Clients. Unseren Kunden könnten wir damit nicht die Mehrwerte und Services garantieren, die Igel in den vergangenen sieben Jahren zum deutschen Marktführer gemacht haben. Igel Zero Clients sind hingegen Software-seitig auf die Protokolle HDX von Citrix, Remote FX von Microsoft und PCoIP für VMware spezialisiert und entsprechend aktualisierbar.

IP-Insider: Das Einstiegsmodell, der Igel Z1, unterstützt mit seinem System-on-Chip (SoC) das Microsoft- beziehungsweise das Citrix-Protokoll bereits auf der Hardware. Warum gibt es dieses Modell nicht als Version mit integriertem PCoIP-Protokoll für VMware?

Gloge: Der Igel Z1 ist ein SoC-Zero-Client mit einer ARM-CPU und einem digitalen Signalprozessor (DSP) zur Hardware-Beschleunigung von Microsoft RemoteFX und Citrix HDX. Momentan ist noch kein PCoIP-Codec für den DSP verfügbar, sodass die Performance der ARM-Plattform ohne Software-seitige Protokoll-Optimierung keinen Sinn ergibt. Unsere IZ2 und IZ3 Horizon Zero Clients, beides x86-Plattformen, empfehlen sich ideal für den Einsatz von PCoIP in VMware-Umgebungen. Die Möglichkeit zum späteren Upgrade auf den UD2 beziehungsweise den UD3 ist für beide Geräte garantiert.

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