APIs und SDKs werten klassische UC auf

Unified Communications goes Cloud-Kommunikation

| Autor / Redakteur: Tony Jamous / Andreas Donner

Cloud-Kommunikation belebt den UC-Markt und dient als Katalysator für Wachstum und Innovation – und das sorgt für bessere und passgenauere Lösungen.
Cloud-Kommunikation belebt den UC-Markt und dient als Katalysator für Wachstum und Innovation – und das sorgt für bessere und passgenauere Lösungen. (Bild: Rawpixel.com - Fotolia)

In der Vergangenheit entwickelten die UC-Hersteller ihre Lösungen meist als in sich geschlossene Systeme. Mittlerweile öffnen sie sich und UC wird durch die Einbindung von individuellen Lösungen diverser Cloud-Kommunikationsanbieter flexibler und agiler.

Den Begriff „Unified Communications” (UC) gibt es schon seit vielen Jahren. Er bezeichnet die Integration von Kommunikationsmedien in einer einheitlichen Anwendungsumgebung. Durch die Zusammenführung verschiedener Kommunikationsdienste soll UC die Erreichbarkeit der Kommunikationspartner verbessern und damit die Geschäftsprozesse beschleunigen.

Bislang bezog sich „UC“ oft auf eine Kombination von Telefon-, E-Mail- und Instant-Messaging-Systemen. Doch der starke Trend zum mobilen Arbeiten, zum Homeoffice und zu globalen Teams führt dazu, dass UC-Anbieter mit Hochdruck neue Funktionen für mobile Nutzer entwickeln und sie in ihre Systeme integrieren.

So ist beispielsweise zu beobachten, dass immer häufiger Messaging-, Daten- und Voice-Funktionen eingebunden werden. Auch Collaboration- und Echtzeitkommunikationslösungen wie Slack bieten neue Kommunikationskanäle, durch die ein großes Wachstumspotenzial für den mobilen UC-Markt entsteht. Laut Schätzungen des Analystenhauses IDC werden die Gesamteinnahmen in diesem Bereich bis zum Jahr 2019 auf 1,486 Milliarden US-Dollar anwachsen – bei einem Volumen von 511,8 Millionen Dollar in 2014 entspricht dies einem jährlichen Marktwachstum (CAGR) von 23,8 %.

Die treibende Kraft hinter diesem Wachstum ist das Kommunikationsverhalten der Menschen: Die Zahl der Kommunikationswege wächst rasant und die Nutzer erwarten in puncto Funktionalität und Qualität immer mehr von ihren Lösungen. Kurzum – die Kommunikationsansprüche wachsen über die Kapazität eines einzigen UC-Anbieters hinaus, während das Cloud-Computing viele innovative Lösungen hervorbringt.

Die neue Zauberformel: APIs und SDKs

In der Vergangenheit entwickelten die UC-Hersteller ihre Lösungen meist als in sich geschlossene Systeme. Mittlerweile öffnen sie sich, indem sie Programmierschnittstellen (APIs) und Software Developer Kits (SDK) von Cloud-Communications-Anbietern einbinden. Dank solcher Cloud-Kommunikationsanbieter können beispielsweise Unternehmen mit hohem Kommunikationsaufkommen SMS-Nachrichten mithilfe der APIs weltweit über jegliche Telekommunikationsnetze zuverlässig versenden. NGOs nutzen die Bereitstellung einer Voice API, um Text in Sprache zu verwandeln und per „Voice-Nachricht" zu einer Impfkampagne in Afrika aufzurufen.

UC wird durch die Einbindung von Cloud-Kommunikationsanbietern flexibler und agiler. Das ist auch notwendig, um den vielfältigen Kommunikationsansprüchen der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter gerecht zu werden. Nicht nur eine stetig wachsende Liste neuer Technologien, auch die installierte Hardware muss unterstützt werden. Um die mobile Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen zu erleichtern und die jährlichen Hardware-Kosten zu reduzieren, sind Cloud-Kommunikations-APIs und -SDKs die optimale Lösung.

Für UC-Anbieter hat diese Öffnung zwei wesentliche Vorteile: Sie ermöglicht ihren Kunden die Entwicklung individueller Lösungen sowie den Ausbau ihres Kundenstamms und reduziert den eigenen Entwicklungsaufwand. Zudem verkürzt sie den Produktinnovations- und den Vertriebszyklus erheblich.

Aus einem Guss

Die Menschen kommunizieren nicht nur über eine größere Zahl an Medien, sie möchten mit ihnen auch produktiver arbeiten. Das bedeutet für UC-Anbieter, dass sie bei der Erweiterung ihrer Lösungen auf eine homogene Nutzererfahrung achten müssen. IDC bestätigt: Die Anbieter „sollten auf eine einheitliche User Experience für alle Endgeräte und Anwendungen hinarbeiten und z.B. in Meetings oder Konferenzen für ein gemeinsames Nutzererlebnis sorgen – unabhängig von der Kommunikationsform oder dem mobilen Endgerät.”

Hier können sowohl UC-Anbieter als auch ihre Kunden von Programmierschnittstellen und Entwicklungs-Kits profitieren, denn APIs und SDKs sind sehr viel einfacher anzupassen und in vorhandene Systeme einzubinden als viele UC-Software-Lösungen. UC-Anbieter können zudem vorhandene Lösungen integrieren, ohne riesige Mengen an Code umschreiben zu müssen.

Übrigens ist auch im Business-to-Consumer-Bereich ein wachsender Bedarf an einheitlichen UC-Systemen festzustellen, auch wenn UC traditionell eher für die unternehmensinterne Kommunikation eingesetzt wird. Immer mehr Verbraucher wollen über die verschiedensten Kanäle mit Unternehmen kommunizieren – via SMS, Voice oder Chat-Apps.

UC nicht ersetzen, sondern ergänzen

Sind die traditionellen UC-Anbieter also zum Untergang verdammt? Die Antwort lautet: nein, auf keinen Fall! Programmierschnittstellen und Entwicklungs-Kits zur Cloud-Kommunikation arbeiten Hand in Hand mit den vorhandenen Systemen. Sie lassen sich problemlos in vorhandene Produkte integrieren und gestatten es, bewährte Lösungen beizubehalten.

Tony Jamous, CEO von Nexmo.
Tony Jamous, CEO von Nexmo. (Bild: Nexmo / Alicia Rius Photography)

Ein weiterer Vorteil der Cloud-Kommunikationssoftware: Sie macht etablierte UC-Anbieter für Entwickler interessanter. Dieses Phänomen war auch bei den Telekommunikationsanbietern festzustellen, die dank der APIs des Cloud-Kommunikationsanbieters Nexmo für junge Unternehmen wie Airbnb, BlaBlaCar und WeChat wieder attraktiver wurden. Und da Software an sich global ist, haben UC-Anbieter die Chance, sich durch länderspezifische Anpassungen Märkte auf der ganzen Welt zu erschließen.

Fazit

Cloud-Kommunikation belebt den UC-Markt und dient als Katalysator für Wachstum und Innovation – eine Tatsache, die immer mehr UC-Anbieter erkennen. Ihre Welt wird immer mobiler und verlangt nach innovativen Lösungen. Lösungen, die der Cloud-Computing-Markt und Unternehmen wie Nexmo bereitstellen.

Über den Autor

Tony Jamous ist CEO von Nexmo.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44046589 / Konvergenz)