Systems 2008: Viprinet zeigt kompakten Multi-Channel-VPN-Router

UMTS plus DSL bringt mehr Bandbreite und Ausfallsicherheit

23.10.2008 | Redakteur: Ulrike Ostler

Multichannel VPN Router von Viprinet für sechs Modem-Karten
Multichannel VPN Router von Viprinet für sechs Modem-Karten

Auf der Münchner IT-Messe Systems präsentiert Viprinet noch bis zum 24. Oktober einen Prototypen des kompakten „Multichannel VPN-Router 300“. Der Würfel verfügt über drei Modul-Slots und soll unter 1000 Euro kosten. Das Gerät bündelt nach dem Prinzip der bisherigen Viprinet-Router verschiedene Internet-Zugänge bei geringem Stromverbrauch.

Nie wieder offline – Das ist das Motto der Viprinet GmbH aus Bingen am Rhein. Das Prinzip des Multichannel VPN Router kombiniert mehrere Internet-Zugange. Dadurch sinkt das Ausfallrisiko und die Leistung vervielfacht sich.

Mit bis zu sechs in den Router integrierbaren Modems können mehrere Leitungen auf Basis von DSL, UMTS oder ISDN gebündelt werden. Das Ergebnis: Sie verhalten sich dann zum LAN wie ein einzelner Anschluss.

„Durch Kombination der verschiedenen Leitungsmedien reduzieren wir die Ausfallquote und schaffen eine jährliche Versorgungssicherheit von 99,9 Prozent – die Zeiten des Internet-Ausfalls gehören damit der Vergangenheit an“, beschreibt Viprinet-Geschäftsführer Simon Kissel den Effekt seines Produkts.

Aus für dünne und wackelige Verbindungen

Das Produkt adressiert demnach zwei wesentliche Probleme, die hauptsächlich kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland haben: Zu geringe Bandbreite und ein zu hohes Ausfallrisiko. Denn diese Unternehmen müssen häufig aus regionalen Gegebenheiten und Kostengründen auf ISDN, UMTS und DSL bauen.

Rund 80 Prozent aller Haushalte und Firmen in Deutschland sind mit 1000er DSL versorgt. Höhere Bitraten stehen zumeist nur in Ballungszentren oder neuen Indstriegebieten zu Verfügung. Rund 5 Prozent der Firmen und Haushalte haben gar keinen Internet-Zugang.

Typische Ausfallzeit der Gesamtanbindung in Stunden pro Jahr, Quelle: Viprinet
Typische Ausfallzeit der Gesamtanbindung in Stunden pro Jahr, Quelle: Viprinet

Das heißt: Weiße Flecken prägen die deutsche DSL-Landkarte und alternativ angebotene UMTS-Verbindungen erweisen sich zu häufig als unzuverlässig. Denn selbst dort, wo DSL-Anschlüsse vorhanden sind, brechen Leitungen zu häufig zusammen. Die Folgen: Bis zu drei Prozent des Umsatzvolumens im Mittelstand werden durch jährlich 250 Stunden Internet-Ausfall vernichtet, zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Infonetics Research.

Der Viprinet-Router summiert die Leitungen sowohl bei Up- und beim Download im Einzeltransfer. Dies ist insbesondere für Unternehmen in Regionen von Bedeutung, in denen nur eingeschränkte DSL-Angebote verfügbar sind. An Orten, an denen kein DSL erhältlich ist, lassen sich mit ihm verschiedene UMTS-Zugänge zu einer Netzanbindung bündeln.

Die kompakte und die Client-Variante

Mit dem Multichannel VPN Router 300 in einem Gehäuse von 13 X 18 X 14 Zentimeter lässt sich eine Gesamtgeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde erreichen. Allerdings sind nicht sechs Modemkarten integrierbar, sondern bis zu drei Hotplug-Module. Doch ist das Kompaktsystem auch günstiger. Während die bisherige Ausführung in der Anschaffung etwa 2500 Euro kostete, müssen Kunden für das kleine System rund 1000 Euro zahlen.

Seit einiger Zeit bietet Viprinet passend zum Router eine Client-Software, die einen PC per SSL-Verschlüsselung zum VPN Hub in der Firma oder im Rechenzentrum verbinden kann. Der Clou besteht laut Viprinet darin, dass der VPN-Client ist wie ein Hardwarerouter in der Lage ist, mehrere Zugänge wie Wireless LAN und UMTS zeitgleich zusammenzufassen. Damit werde sogar mobiles Arbeiten im Zug oder im Auto zu einer bequemen Angelegenheit.

Bricht die WLAN- oder UMTS-Verbindung zusammen, bleibt das virtuelle private Netz bestehen.

Eine Mac-OS-X-Variante des Clients soll im November 2008 erscheinen, eine Linux-Version im Frühjahr 2009.

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