Akamai-Bestandsaufnahme: Internet im 2. Quartal 2016

Übertragungsraten: Deutschland macht Platz gut

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Im 2. Quartal 2016 hat Deutschland die Schweiz im Hinblick auf die mit Akamai über IPv6 hergestellten Verbindungen überholt.
Im 2. Quartal 2016 hat Deutschland die Schweiz im Hinblick auf die mit Akamai über IPv6 hergestellten Verbindungen überholt. (Bild: Bild: Akamai)

Wie Akamai im State-of-the-Internet-Report berichtet, lag hierzulande die durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit im 2. Quartal 2016 bei 14,1 MBit/s. Weltweit machte Deutschland damit etwas Boden gut und stieg von Platz 25 auf Rang 24. In Europa bedeutet dies Platz 16.

Akamai Technologies sammelt über seine Akamai Intelligent Platform Daten, die Einblick in relevante Statistiken zur weltweiten Internetnutzung geben, und erstellt daraus seinen State of the Internet Report. Der Bericht für das 2. Quartal 2016 enthält u.a. Daten zu Verbindungsgeschwindigkeiten, Breitbandverbindungen, schwerwiegenden Internetstörungen, zum Status von IPv4-Verbindungen und der Einführung von IPv6.

Europa: Verbindungs- und Spitzengeschwindigkeiten steigen

Im Jahresvergleich haben sich die durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeiten im 2. Quartal 2016 in fast allen europäischen Ländern positiv entwickelt. Die einzige Ausnahme bildete Irland, wo ein Rückgang um 18 Prozent auf 13,9 MBit/s zu verzeichnen war. Norwegen (20,1 MBit/s) und Kroatien (7,7 MBit/s) standen mit einem Plus von jeweils 55 Prozent in Europa an der Spitze, wohingegen die Niederlande (17,0 MBit/s) mit nur 8,7 Prozent Zuwachs den geringsten jährlichen Anstieg aufwies.

Norwegen konnte seine Spitzenposition in Europa im 2. Quartal 2016 erfolgreich verteidigen, obwohl dort die durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit im Vergleich zum Vorquartal um 5,8 Prozent auf 20,1 MBit/s abnahm. Die durchschnittliche globale Verbindungsgeschwindigkeit ging gegenüber dem 1. Quartal 2016 um 2,3 Prozent auf 6,1 MBit/s zurück; im Jahresvergleich wuchs sie aber um 14 Prozent.

Die weltweite durchschnittliche Spitzengeschwindigkeit stieg im 2. Quartal 2016 um 3,7 Prozent auf 36,0 MBit/s. Das entspricht einem Anstieg von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Rumänien lag mit einem Quartalsanstieg von 2,2 Prozent und einer durchschnittlichen Spitzengeschwindigkeit von 84,2 MBit/s einmal mehr auf Platz eins in Europa. Insgesamt konnten 26 europäische Länder durchschnittliche Spitzengeschwindigkeiten von mindestens 50 MBit/s im 2. Quartal verzeichnen.

Im Jahresvergleich war in allen untersuchten europäischen Ländern eine positive Entwicklung zu beobachten. Die Zuwächse reichten von 59 Prozent in Kroatien (41,2 MBit/s) bis zu 1,3 Prozent in Irland (59,5 MBit/s).

Breitbandverbindungen: Norwegen und Dänemark beeindrucken

Die weltweite Verbreitung von Breitbandverbindungen mit 10 MBit/s stieg gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent. Die Verbreitung von Breitbandverbindungen mit 15 MBit/s und 25 MBit/s schrumpfte aber im selben Zeitraum um 0,8 Prozent bzw. 2,1 Prozent.

Die Schweiz konnte ihre europäische Spitzenposition bei Breitbandverbindungen mit mindestens 10 MBit/s erfolgreich verteidigen – obwohl ihr Anteil dort um 5 Prozent auf 65 Prozent zurückging. Im Jahresvergleich war in allen untersuchten europäischen Ländern eine positive Entwicklung zu beobachten. Kroatien, Zypern und Italien konnten ihre Raten mit Zuwächsen von 381 Prozent, bzw. 202 Prozent und 111 Prozent mehr als verdoppeln.

In Norwegen wurden im 2. Quartal 2016 bei 48 Prozent aller IPv4-Adressen Verbindungsgeschwindigkeiten von 15 MBit/s oder mehr gemessen. Damit verteidigte das Land seine europäische Spitzenposition bei dieser Kennzahl. Insgesamt erzielten neun europäische Länder ein Plus im Vergleich zum Vorquartal; ihre Zuwächse reichten von 14 Prozent in Italien bis 0,4 Prozent in Großbritannien. Im Jahresvergleich hat sich die Verbreitung von Breitbandverbindungen mit mindestens 15 MBit/s in allen europäischen Ländern positiv entwickelt.

Bei der Verbreitung von Breitbandverbindungen mit mindestens 25 MBit/s erreichten im 2. Quartal 2016 sechs europäische Länder die weltweiten Top Ten: Norwegen (Platz 2), Schweden (Platz 4), Lettland (Platz 5), Schweiz (Platz 6), Finnland (Platz 7) und Dänemark (Platz 10). Besonders beeindruckende Zuwächse wurden in Norwegen (172 Prozent) und Dänemark (133 Prozent) verzeichnet.

IPv6: Belgien weltweit weiterhin spitze

Die Zahl der eindeutigen IPv4-Adressen, die eine Verbindung mit der Akamai Intelligent Platform aufnahmen, lag im 2. Quartal 2016 bei knapp über 800 Mio. Das entspricht einem Rückgang um 1 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Belgien ist weiterhin weltweit der klare Vorreiter bei der Einführung von IPv6. 38 Prozent der Verbindungen, die aus diesem Land zur Akamai-Plattform hergestellt wurden, erfolgten über IPv6. Im Vergleich zum 1. Quartal 2016 bedeutet das ein Plus von 5,1 Prozent.

Sechs weitere europäische Länder waren in den weltweiten Top Ten der IPv6-Einführung vertreten: Griechenland (Platz 2), Deutschland (Platz 3), Schweiz (Platz 4), Portugal (Platz 6), Estland (Platz 8) und Frankreich (Platz 10). Portugal war dabei das einzige Land dieser Rangliste, in dem gegenüber dem Vorquartal mit 8,6 Prozent ein Rückgang zu verzeichnen war. Ganz im Gegensatz dazu wies Frankreich einen bemerkenswerten Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zum Vorquartal auf.

Nach wie vor sind Festnetz- und Mobilfunkanbieter für den Großteil der IPv6-Anfragen verantwortlich. Spitzenreiter in Europa sind dabei Sky Broadband, Telenet und Kabel Deutschland – bei ihnen erfolgten 56 Prozent bzw. 54 Prozent und 52 Prozent der Anfragen an Akamai über IPv6.

Mobile Verbindungen: Großbritannien top

Mit 23,1 MBit/s wies Großbritannien auch im 2. Quartal 2016 wieder die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit bei Mobilfunkverbindungen auf (1. Quartal 2016: 27,9 MBit/s). Dicht darauf folgte Belgien mit 21,1 MBit/s auf dem zweiten Platz (1. Quartal 2016: 19,4 MBit/s).

Highlights aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Deutschland erreichte im 2. Quartal 2016 eine durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit von 14,1 MBit/s; das entspricht einem deutlichen Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Im weltweiten Vergleich machte die Bundesrepublik damit etwas Boden gut und stieg von Platz 25 auf Rang 24. Innerhalb Europas lag Deutschland mit diesem Wert auf Platz 16, in der DACH-Region auf Platz zwei.

Mit einer durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit von 18,3 MBit/s und einem Jahresplus von 17 Prozent belegte die Schweiz auch in diesem Quartal unter den Ländern der DACH-Region wieder den ersten Rang. In Europa bedeutete das erneut den dritten, weltweit den fünften Rang. Österreich kam im 2. Quartal 2016 auf eine durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit von 12,8 MBit/s, was einer jährlichen Zunahme von 17 Prozent entspricht. In der DACH-Region lag Österreich damit auf Platz drei, in Europa auf Platz 21 und im weltweiten Ranking auf Platz 35.

Alle drei Länder der DACH-Region konnten auch in diesem Quartal wieder bei den durchschnittlichen Spitzengeschwindigkeiten im Vergleich zum Vorjahresquartal zulegen. Das größte Plus verzeichnete die Schweiz mit 28 Prozent auf 76,1 MBit/s. In Österreich stieg der Wert um 20 Prozent auf 51,9 MBit/s. Den geringsten Zuwachs der DACH-Länder verzeichnete Deutschland mit einer Steigerung von 19 Prozent auf 55,7 MBit/s.

Der Anteil der Breitbandverbindungen mit über 10 MBit/s machte in Deutschland im 2. Quartal 2016 erneut 47 Prozent aller Internetverbindungen aus; im Vergleich zum Vorjahr legte dieser Anteil damit um 37 Prozent zu. Weltweit lag die Bundesrepublik mit diesem Wert auf Platz 31 und in Europa auf Platz 19. Die Schweiz brachte es im 1. Quartal 2016 auf eine Rate von 65 Prozent, was einen Anstieg um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal bedeutete. Weltweit verteidigte die Eidgenossenschaft damit den zweiten und in Europa den ersten Rang. In Österreich lag der Anteil der Breitbandverbindungen mit mehr als 10 MBit/s bei 39 Prozent und damit um 27 Prozent höher als noch im Vorjahr. Das entsprach Platz 36 im weltweiten und Platz 24 im Europa-Ranking.

Bei den Breitbandverbindungen mit mehr als 15 MBit/s brachte es die Schweiz auf einen Anteil von 42 Prozent bei einer Steigerung um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Weltweit bedeutete das erneut Platz fünf, in Europa stieg die Schweiz damit um einen Rang auf Platz zwei. Deutschland erzielte einen Anteil von 27 Prozent; das entspricht einer satten Steigerung um 78 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch Österreich konnte sich im 2. Quartal 2016 verbessern. Dort stieg der Anteil der Breitbandverbindungen mit über 15 MBit/s im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent und lag damit bei 20 Prozent.

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