Akamai-Bestandsaufnahme: Internet im 3. Quartal 2016

Übertragungsraten: Deutsch­land kommt nicht voran

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Im 3. Quartal 2016 hat Deutschland im Hinblick auf die mit Akamai über IPv6 hergestellten Verbindungen seinen 3. Platz verteidigt.
Im 3. Quartal 2016 hat Deutschland im Hinblick auf die mit Akamai über IPv6 hergestellten Verbindungen seinen 3. Platz verteidigt. (Bild: Akamai)

Wie Akamai im State-of-the-Internet-Report berichtet, lag hierzulande die durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit im 3. Quartal 2016 bei 13,7 MBit/s. Im weltweiten Vergleich fiel Deutschland damit um zwei, innerhalb von Europa um einen Platz zurück.

Akamai Technologies sammelt über seine Akamai Intelligent Platform Daten, die Einblick in relevante Statistiken zur weltweiten Internetnutzung geben, und erstellt daraus seinen State of the Internet Report. Der Bericht für das 3. Quartal 2016 enthält u.a. Daten zu Verbindungsgeschwindigkeiten, Breitbandverbindungen, schwerwiegenden Internetstörungen, zum Status von IPv4-Verbindungen und der Einführung von IPv6.

Europa: Wachstumstrend hält an

Im Vergleich zum 3. Quartal 2015 haben sich die durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeiten in allen europäischen Ländern erhöht. Slowenien lag mit einem Anstieg um 45 Prozent auf 14,1 MBit/s an der Spitze. 28 der untersuchten Länder verzeichneten zweistellige Zuwachsraten, sechs Länder (Bulgarien, Kroatien, Italien, Malta, Slowenien und Spanien) steigerten ihre durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeiten im Vorjahresvergleich um mindestens 25 Prozent.

Norwegen hat seine Spitzenposition unter den im 3. Quartal 2016 untersuchten europäischen Ländern gehalten, obwohl sich im Vergleich zum 2. Quartal 2016 eine leichte Abnahme um 0,2 Prozent auf 20 MBit/s ergab. Schweden lag mit 19,7 MBit/s auf dem zweiten Platz und verzeichnete mit 4,6 Prozent den stärksten Zuwachs in der Region im Vergleich zum 2. Quartal 2016.

Rumänien war erneut mit einem Anstieg von 1 Prozent auf 85 MBit/s im Vergleich zum 2. Quartal 2016 die Nummer eins bei den durchschnittlichen Spitzenverbindungsgeschwindigkeiten in Europa. Insgesamt 25 europäische Länder erreichten durchschnittliche Spitzengeschwindigkeiten von mindestens 50 MBit/s. Im 2. Quartal waren es noch 26 Länder.

Im Jahresvergleich haben sich die Werte im 3. Quartal für alle europäischen Länder positiv entwickelt. Insgesamt konnten 27 der 31 untersuchten Länder einen zweistelligen Zuwachs bei den durchschnittlichen Spitzenverbindungsgeschwindigkeiten erzielen. Den größten Anstieg im Vergleich zum 3. Quartal 2015 erreichte Kroatien mit 38 Prozent; Finnland hingegen war mit nur 2,4 Prozent das Schlusslicht.

Breitbandverbindungen: Dänemark wächst stabil

In den weltweiten Top Ten bei der Verbreitung von Breitbandverbindungen mit mindestens 25 MBit/s waren sechs europäische Länder vertreten: Norwegen (Platz 2), Schweden (Platz 4), die Schweiz (Platz 7), Finnland (Platz 8), Lettland (Platz 9) und Dänemark (Platz 10). Beeindruckende Zugewinne im Vergleich zum 3. Quartal 2015 wurden in Dänemark (66 Prozent), Norwegen (51 Prozent), Finnland (47 Prozent) und der Schweiz (41 Prozent) erzielt. Auch wenn diese Wachstumsraten beachtlich sind, liegen sie noch immer unter dem weltweiten Durchschnitt von 68 Prozent im Quartalsvergleich zum Vorjahr.

Unter den im 3. Quartal 2016 untersuchten europäischen Ländern konnte Norwegen bei der Einführung von Breitbandverbindungen mit 15 MBit/s seinen Spitzenplatz festigen. Dabei wiesen 48 Prozent der IPv4-Verbindungen mit der Akamai-Plattform eine durchschnittliche Geschwindigkeit von über 15 MBit/s auf. Im Jahresvergleich war in der gesamten europäischen Region eine positive Entwicklung zu beobachten. Mit 226 Prozent erzielte Kroatien die größte Zuwachsrate bei Verbindungsgeschwindigkeiten von mehr als 15 MBit/s. In Italien (138 Prozent) und Slowenien (109 Prozent) hat sich die Einführungsrate noch mehr als verdoppelt.

Bei den untersuchten europäischen Ländern konnten die Niederlande mit einer Rate von 65 Prozent im 3. Quartal 2016 der Schweiz den ersten Platz bei der Breitbandeinführung mit mehr als 10 MBit/s abnehmen. Im Jahresvergleich war wieder in allen untersuchten europäischen Ländern eine positive Entwicklung zu beobachten. Kroatien, Zypern und Italien konnten die Verbreitung von Breitbandverbindungen mit Wachstumsraten von 323 Prozent, 157 Prozent und 111 Prozent mehr als verdoppeln.

IPv6: Belgien unangefochten

Die Anzahl der eindeutigen IPv4-Adressen, die eine Verbindung zur Akamai Intelligent Platform herstellten, lag im 3. Quartal bei etwas mehr als 806 Mio.; das entspricht einem Anstieg von 0,7 Prozent im Vergleich zum 2. Quartal 2016.

Belgien bleibt weiterhin klarer Spitzenreiter bei der Einführung von IPv6, wobei 39 Prozent der Verbindungen, die aus diesem Land zur Akamai-Plattform hergestellt wurden, über IPv6 erfolgten; das ist im Vergleich zum vorherigen Quartal ein Anstieg von 3,3 Prozent.

Fünf weitere europäische Länder waren in den weltweiten Top Ten hinsichtlich der IPv6-Einführung vertreten: Griechenland (Platz 2), Deutschland (Platz 3), die Schweiz (Platz 5), Portugal (Platz 8) und Estland (Platz 9). Während Griechenland (0,3 Prozent) und die Schweiz (2,6 Prozent) im Vergleich zum vorigen Quartal einen leichten Rückgang zu verzeichnen hatten, verbuchte Portugal mit 13 Prozent den stärksten Anstieg unter den Top Ten.

Festnetz- und Mobilfunkanbieter sind nach wie vor für den Großteil der IPv6-Anfragen verantwortlich. Spitzenreiter in Europa sind Sky Broadband (Großbritannien), Telenet (Belgien) und Belgacom Skynet (Belgien), bei denen 58 Prozent, 56 Prozent und 33 Prozent der Anfragen an Akamai über IPv6 erfolgten.

Mobile Verbindungen: Großbritannien vorn

Im 3. Quartal 2016 wies Großbritannien mit 23,7 MBit/s erneut die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit bei Mobilfunkverbindungen auf. Belgien landete mit 19,3 MBit/s auf dem zweiten Platz.

Highlights aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Deutschland erreichte im 3. Quartal 2016 eine durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit von 13,7 MBit/s; das entspricht einer Steigerung von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Im weltweiten Vergleich ist die Bundesrepublik allerdings auf Platz 26 zurückgefallen; im 2. Quartal 2016 belegte man noch Platz 24. Auch innerhalb von Europa verschlechterte sich Deutschland von Platz 16 im 2. Quartal 2016 auf Platz 17.

Mit einer durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit von 18,4 MBit/s und einem Jahresplus von 14 Prozent belegte die Schweiz auch in diesem Quartal unter den Ländern der DACH-Region wieder den ersten Platz. In Europa bedeutet das den dritten Platz, weltweit Platz fünf. Österreich kam im 3. Quartal 2016 auf eine durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit von 12,7 MBit/s, was einer jährlichen Zunahme von 12 Prozent entspricht. In der DACH-Region lag Österreich damit auf Platz drei, in Europa auf Platz 19 und im weltweiten Ranking auf Platz 29.

Alle drei Länder der DACH-Region konnten bei den durchschnittlichen Spitzengeschwindigkeiten im Vergleich zum Vorjahresquartal zulegen. Das größte Plus verzeichnete die Schweiz mit 20 Prozent auf 75,2 MBit/s. In Deutschland lag die Steigerung bei 13 Prozent auf 55,5 MBit/s. In Österreich stieg der Wert um 12 Prozent auf 49,3 MBit/s.

Der Anteil der Breitbandverbindungen mit über 10 MBit/s machte in Deutschland im 3. Quartal 2016 immerhin 47 Prozent aller Internetverbindungen aus; im Vergleich zum Vorjahr legte er damit um 25 Prozent zu. Weltweit lag die Bundesrepublik mit diesem Wert auf Platz 27 und in Europa auf Platz 18. Die Schweiz brachte es im 3. Quartal 2016 auf eine Rate von 64 Prozent, was einen Anstieg um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal bedeutete. Weltweit belegte die Eidgenossenschaft damit den siebten und in Europa den zweiten Platz. In Österreich lag der Anteil der Breitbandverbindungen mit mehr als 10 MBit/s bei 40 Prozent und damit um 22 Prozent höher als noch im Vorjahr. Das entsprach Platz 36 im weltweiten und Platz 22 im Europa-Ranking.

Bei den Breitbandverbindungen mit mehr als 15 MBit/s brachte es die Schweiz auf einen Anteil von 42 Prozent bei einer Steigerung um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Weltweit bedeutete das Platz sieben und in Europa Platz drei. Deutschland erzielte einen Anteil von 27 Prozent – eine Steigerung um beachtliche 45 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch Österreich konnte sich im 3. Quartal 2016 verbessern. Dort stieg der Anteil der Breitbandverbindungen mit über 15 MBit/s im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent und lag damit bei 21 Prozent.

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