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Monitoring, Verwaltung und Fehlersuche für diverse UC-Anbieter unter einem Hut UC-Management für Cisco, Avaya und Microsoft

Autor / Redakteur: Peter Mörsch / Ulrike Ostler

Der Vorteil von Unified Communications (UC), die Integration aller Kommunikationskanäle, kann zum Schwachpunkt werden, wenn die integrierte, aber sensible Infrastruktur nicht aktiv verwaltet wird. Für Unternehmen ist das keine triviale Aufgabe. Denn die Produkte der UC-Anbieter unterschieden sich – auch in ihrer Administrierbarkeit.

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Um das Management von heterogenen UC-Umgebungen in den Griff zu bekommen, bedarf es einer ausgeklügelten Architektur, Bild: CA
Um das Management von heterogenen UC-Umgebungen in den Griff zu bekommen, bedarf es einer ausgeklügelten Architektur, Bild: CA
( Archiv: Vogel Business Media )

Wenn Geschäftspartner auf dem schnellsten Weg miteinander kommunizieren wollen, ist es unerlässlich, dass sie nicht nur Telefon/VoIP, sondern auch eMail, Instant Messaging und Video-Conferencing aus einem einheitlichen System unter einer einheitlichen Oberfläche abrufen können. Deswegen führt Unified Communications (UC) alle geschäftsrelevanten Kommunikationsnetze und -technologien zusammen.

Die Performance der UC-Gesamtlösung hängt davon ab, ob und wie effizient alle UC-Subsysteme funktionieren. Sobald das UC-Netz an einer Stelle zusammenbricht oder langsamer wird, sind sofort alle anderen Anwendungen betroffen. Nur ein aktives Monitoring und Management der UC-Infrastruktur sorgt dafür, dass UC seine geplanten Vorteile auch tatsächlich umsetzen kann.

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Viele Anwender haben das noch nicht erkannt. Oder sie fühlen sich mit einer Überwachung sicher, die sie mit rudimentären Management-Tools für die einzelnen Kommunikationslösungen Telefon, Instant Messaging, eMail und Video bereits früher vor einer UC-Implementierung aufgebaut hatten.

Neue Kommunikationskultur – neue technische Probleme

Dabei ist das Management eines integrierten UC-Systems alles andere als einfach. So tauchen beispielsweise bei VoIP bisher unbekannte Telefonie-Phänomene auf: Es hakt beim Call-Setup, die Kommunikation mit einem Kunden ist immer gestört, obwohl sie mit anderen Partnern zur gleichen Zeit funktioniert, oder ein bestimmter Bereich im eigenen Unternehmen ist nicht erreichbar. Dann müssen neue Lösungen angeschafft werden.

Für das UC-Management sind neben Aussagen zur Sprach-, Bild- und Übertragungsqualität auch Informationen zum Call Setup notwendig, da sie die Aufbauqualität einer Verbindung nachweisen. Sie zeigen zum Beispiel auf, ob und wann ein Call unvorhergesehen abgebrochen wurde. Während MOS (Mean Opinion Scores; Sprachqualität) nur etwas über die Qualität der Verbindung aussagt, bewertet der Call Setup auch die Aufbauqualität.

Zu überwachen ist daneben auch der Call Broker, der als Telefonvermittler agiert. Die Vermittlungsfunktion muss performant und immer verfügbar sein; ansonsten funktioniert das ganze System nicht.

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UC erhebt nicht eine, sondern viele unterschiedliche Anforderungen

Nachdem die Verbindung zustande gekommen ist, kommunizieren die Endgeräte direkt miteinander. Dann spielt das Netzwerk zwischen ihnen eine bedeutende Rolle. Es muss performant sein, genügend Bandbreite besitzen und in beide Richtungen funktionieren. Um das sicherzustellen. ist auch hier ist ein aktives Monitoring und Management der UC-Kommunikation unabdingbar.

Kommt es zum Video Conferencing, sind hohe Bandbreiten gefragt. Meistens müssen Unternehmen dann ihre Netzwerke neu designen, Kommunikationsregeln neu definieren und die Prioritäten der einzelnen Dienste und Anwendungen überdenken.

Hier kann ein Performance- und Fehler-Management drohende Engpässe frühzeitig erkennen und Informationen an die Kapazitätsplanung weiterleiten, damit die UC-Idee funktionieren kann.

Kooperation mit UC-Anbietern

Das UC-Management ist auch für die Entwickler der Management-Lösungen keine triviale Aufgabe: Zum einen sind Informationen aus der UC-Anlage nicht ohne Weiteres offen abrufbar, weil die Entwickler dazu die Zustimmung des Anlagenherstellers benötigen.

Zudem ist das Format, in dem die Informationen vorliegen, uneinheitlich. Deshalb kann das UC-Managementsystem ohne herstellerspezifische Informationen zum Datenformat, beispielsweise wo die Namen gespeichert sind und die dazugehörigen Telefonnummern, nicht effektiv arbeiten.

Ebenso wichtig wie uneinheitlich ist auch die Schnittstelle, über die das UC-Management-System an diese Daten gelangt – Corba, FTP und Web Services stehen hier an erster Stelle.

Darüber hinaus muss das UC-Management-System nicht nur wissen, wie und wo der UC-Anbieter Informationen strukturiert aufbereitet, sondern auch, in welcher Granularität sie zur Verfügung stehen. So speichert eine Telefonanlage meistens nur die wesentlichen Informationen eines Calls, wie ein Paket mit Qualitätsinformationen, das vom Management-System ausgelesen werden kann.

Oft entstehen aber bereits während eines Gespräches in bestimmten Intervallen (zum Beispiel aller 20 Sekunden) Informationen in einer feineren Granularität. Für eine UC-Management-Lösung ist es interessant, diese Informationen direkt aus den Telefonen auszulesen. So lassen sich beispielsweise bei einer fehlerhaften Kommunikation Daten zu diesem Fehlerfall aus dem Telefon ohne Interaktion mit dem Call Manager oder der Telefonanlage direkt am Netzwerk-Port abgreifen und aufbereiten.

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Unterschiedliche Granularität und Offenheit

Um zu wissen, welche Informationen wo extrahiert werden können, arbeiten die Entwickler von UC-Managementsystemen mit den Anlagenherstellern zusammen. CA Technologies kooperiert mit Cisco, Microsoft und Avaya.

Ziel ist es, nicht nur die Informationen aus ihren UC-Anlagen zu extrahieren, sondern auch gleichartig aufzubereiten: Der Administrator, der das Reporting verantwortet, sieht die Informationen der verschiedenen Anlagen dann unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche.

Die zu erzielende Granularität und die Offenheit ist jedoch von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. UC-Anbieter veröffentlichen meistens nur bestimmte Informationen.

Daten zum Call Setup oder zur Überwachung der Sprachqualität werden in der Regel immer freigegeben. Darüber hinaus bietet jeder Hersteller oft noch separate Informationen an, die man bei ihm auslesen kann, bei anderen Herstellern aber nicht.

Auch bei Informationen zum Trouble Shooting gibt es Unterschiede. So bietet Cisco Daten zum Delay to Dial Tone an (Verzögerung bis zum Hören des Ruftons), während Microsoft und Avaya hier passen.

Informationen zu Call Setup Failures liefert Microsoft nur teilweise, bietet aber zusätzliche Informationen im Bereich Call Quality wie zur Burst Duration.Das veröffentlichen andere Hersteller nicht.

Unified Management geht dennoch

UC-Management-Lösungen von CA Technologies arbeiten out of the box und sind den Interfaces der jeweiligen Hersteller angepasst. Dadurch lassen sich Informationen sofort auslesen und verarbeiten.

In einem gemischten Betrieb mit UC-Anlagen verschiedener Anbieter extrahiert CA Technologies Informationen aus allen Systemwelten, um sie dann unter einer einheitlichen Oberfläche darzustellen und zu verwalten. Der Vorteil: Anwender benötigen nicht ein Managementsystem für Hersteller A und zusätzlich eins für Hersteller B, die dazu noch eine unterschiedliche Oberfläche haben.

Mit dem Kauf des Unternehmens NetQoS und dessen Lösung „Network Performance Center“ (NPC) hat CA Technologies seine Monitor- und Performance-Funktionen im UC-Bereich stark erweitert. Das NPC ermöglicht es, in einem einzigen Report alle relevanten Informationen zusammenzufassen.

Der Unified Communications Monitor von CA Technologies liefert in diesem Zusammenhang als Datensammler Statistikinformationen an das NPC. Dieses wiederum verknüpft Informationen aus allen UC-Bereichen wie aus der Telefonanlage oder mit „eHealth“ und „Spectrum“ (Netzwerk-Performance- und Fehler- Management). Der Administrator hat dadurch alle Parameter, die für das UC-Monitoring und -Management wichtig sind, auf dem Monitor im Blick.

CA Technologies wird als aktives Mitglied des Microsoft Technologie Adoption Program TAP auch das kommende Release Microsoft Communications 14 unterstützen und auch mit anderen großen Kommunikationsanbietern wie Alcatel und Siemens sprechen, die bereits zum Teil mit eHealth unterstützt werden.

Der Autor:

Peter Mörsch, Senior Solution Strategist bei CA Technologies: Das NetQoS-Tool NCP kann bisher mit dem UC-Lösungen von Avaya, Cisco und Microsoft umgehen. Die Unterstützung weiterer UC-Produkte von anderen Herstellern steht in Aussicht. (Archiv: Vogel Business Media)

Peter Mörsch ist Senior Solution Strategist bei CA Technologies

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