Typische Applikationen und Protokolle für IP-Telefonie und Messaging

UC-Integration und -Sicherheit – die Quadratur des Kreises?, Teil 1

14.08.2008 | Autor / Redakteur: David Ferrest, Simon Hoff und Michael Wallbaum / Ulrike Ostler

Abbildung 1: Applikationen und Mehrwertdienste mit Bezug zur Telekommunikation, Quelle: ComConsult
Abbildung 1: Applikationen und Mehrwertdienste mit Bezug zur Telekommunikation, Quelle: ComConsult

Bausteine von Unified Communications

Die Funktionen eines UC-Systems beziehungsweise die Applikationen im Umfeld einer Telekommunikationsanlage sind äußerst vielfältig und reichen vom klassischen Sprach-Mailbox-System bis hin zur Steuerung von Gebäudetechnik über das Telefon. Solche Applikationen können sich der Vermittlungsfunktion einer TK-Anlage bedienen, die Anlage und Endgeräte steuern oder Informationen verwerten, die von der Anlage oder über die Anlage bereitgestellt werden. Abbildung 1 zeigt eine Auswahl weit verbreiteter Funktionen.

Auch wenn keine der dargestellten Funktionen wirklich neu ist, so erhalten sie doch mit der wachsenden Verbreitung von VoIP eine zunehmend größere Relevanz. Der Wegfall von kostspieligen proprietären Gateways und der Einsatz standardisierter Protokolle senkt die Kosten und erlaubt die Erschließung neuer Anwendungsfelder.

Die Hersteller setzen verstärkt auf diesen Trend und bieten unter dem Stichwort Unified Communications Systeme an, die vielfältige Möglichkeiten zur Kommunikation bieten – aber auch zum potenziellen Missbrauch.

Die wichtigsten, in der Praxis häufig vorzufindenden TK-Applikationen, beziehungsweise Unified-Communications-Funktionen, finden sich in Abbildung 1. Sie sowie die von Ihnen verwendeten Protokolle und Schnittstellen werden im Folgenden beschrieben.

Unified Messaging

Unified Messaging (UM) integriert verschiedene Nachrichtenformate in einem einheitlichen System. Die Anwender entnehmen ihre Nachrichten (zum Beispiel E-Mail, Fax, SMS und Sprachnachrichten) einer einzigen Datenbank oder können über eine einzige Nutzerschnittstelle Nachrichten unterschiedlichen Formats versenden. Viele UM-Systeme bieten zudem die Möglichkeit auf diesen konsolidierten Nachrichteneingang über verschiedene Kanäle zugreifen zu können, zum Beispiel über eine Web-Oberfläche oder per Telefon.

Es muss betont werden, dass keine allgemein akzeptierte Definition des funktionalen Umfangs von UM existiert. So vertreiben einige Hersteller reine Sprachnachrichtensysteme unter dem Begriff UM, während Produkte anderer Hersteller nur den Empfang von Fax-Nachrichten im E-Mail-Postfach der Benutzer unterstützen. Im Folgenden wird der Begriff UM entsprechend der einleitenden Beschreibung sehr weit gefasst, um alle sicherheitsrele-vanten Aspekte dieser Klasse von TK-Applikationen zu erfassen.

UM-Produkte mit einem umfassenden Funktionsspektrum benötigen naturgemäß eine Vielzahl von Schnittstellen für Benutzer sowie unterschiedliche Dienste und Anwendungen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Schnittstellen zu TK-Anlagen und zu E-Mail-Systemen. Hinzu kommen noch Schnittstellen zur Kopplung mit anderen Kommunikationssystemen, Administrationsschnittstellen, Benutzerschnittstellen, Anbindungen an Verzeichnisdienste sowie Schnittstellen zu Geschäftsapplikationen (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2: Typische Architektur eines Unified Messaging Systems mit Integration in ein IT-System, Quelle: ComConsult
Abbildung 2: Typische Architektur eines Unified Messaging Systems mit Integration in ein IT-System, Quelle: ComConsult

Für die Integration von UM-System und TK-Anlage werden, zumindest aus logischer Sicht, zwei Schnittstellen benötigt. Über eine Sprachschnittstelle werden von der TK-Anlage kommende Anrufe an das Sprachspeichersystem übergeben. Umgekehrt werden bei telefonischen Abfragen die Nachrichten über die Sprachschnittstelle ausgegeben.

Die zweite Schnittstelle wird für Signalisierungsdaten benötigt. Das gilt beispielsweise, um Endgeräten zu signalisieren, dass neue Nachrichten auf den Benutzer warten, oder um die Ansage des Sprachspeichersystems an den jeweiligen Anrufer anzupassen, beziehungsweise den Grund der Weiterleitung wie „besetzt“ oder „nicht verfügbar“ kenntlich zu machen.

Die Integration mit klassischen TK-Anlagen und Hybrid-Systemen erfolgt in der Regel über eine in den UM-Server eingebaute Telefonie-Karte. Über diese Karte werden die Sprachdaten verarbeitet und bei einigen Produkten durch speziell kodierte Tonfolgen auch die Signalisierungsdaten.

Alternativ wird die Signalisierungsschnittstelle durch ein serielles Verbindungskabel zwischen UM-Server und TK-Anlage bereitgestellt oder durch andere dedizierte und proprietäre Verbindungen. Bei modernen Anlagen erfolgt die Anbindung typischerweise durch ein VoIP-Protokoll wie SIP oder H.323, wobei die IP-Verbindung sowohl für den Sprach- als auch den Signalisierungskanal verwendet wird und somit keine dedizierten Leitungen erforderlich sind.

weiter mit: Die Signalisierung

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