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Alcatel-Lucent stellt das MyIC Phone vor „Très chic“ – Alcatel-Lucent bringt ein smartes Telefon an den Arbeitsplatz

Redakteur: Ulrike Ostler

Auf der Kongress-Messe „Voice + IP“, die vergangene Woche in Frankfurt stattfand, hatte das „MyIC Phone“ von Alcatel-Lucent Premiere. Das Highend-Multimedia-Telefon kombiniert ein ansprechendes Design mit der Hochverfügbarkeit eines Telefons und der Vielseitigkeit eines PCs. Er bietet Multimedia-Kommunikationsfunktionen und Web-Anwendungen zur Erstellung persönlich angepasster Anwendungen.

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Sehr chic, einfach zu bedienen, mit (Open-Source-)Software zu füttern und 600 Euro teuer: das MyIC Phone von Alcatel-Lucent;
Sehr chic, einfach zu bedienen, mit (Open-Source-)Software zu füttern und 600 Euro teuer: das MyIC Phone von Alcatel-Lucent;
( Foto: Alcatel-Lucent )

Das MyIC Phone soll über Fachhändler ab Ende 2010 verfügbar sein und rund 600 Euro kosten. Dafür bietet das Telefon einen großen Touchscreen mit LED-Hintergrundbeleuchtung, Fernaktivierung und kontextabhängigem Feedback.

Dazu kommen HiFi-Qualität auch beim Freisprechen per Strahlformungstechnologie. Große Lautsprecher, Bluetooth-Mobilteil und Vollduplex-Breitbandkommunikation ergänzen das Sprachportfolio.

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Das Telefon lässt sich über eine einzige Taste aktivieren, vier berührungsempfindliche Tasten steuern Audio-Anwendungen und den Zugriff auf die Hauptanwendungen. Offene Konnektivität mit zahlreichen Schnittstellen unterstützt eine einfache Erweiterung.

Ausstattungsmerkmale

Dazu gehören zum Beispiel ein 10/100/1000 Ethernet-Switch für LAN- und PC-Anschlüsse, integrierter Bluetooth-Chipsatz, Headset-Anschluss, zwei USB-Schnittstellen, etwa für ein Fingerabdruck- oder RFID-Lesegerät, Mini-USB-Anschluss für eine Tastatur, Serial ATA für externe Applikationen, Stromversorgung und RJ9-Stecker für einen Standard-Anschluss.

Alcatel-Lucent selbst spricht davon, eine neue Klasse von Telefonendgeräten schaffen zu schaffen. „Das war das Entwicklungsziel für das Alcatel-Lucent Omni Touch 8082 MyIC Phone“, sagt Jörg Fischer, Leiter strategisches Geschäftsentwicklung Enterpirsde beim Hersteller.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Tischtelefonen bietet dieses Gerät eine offene Plattform. „Jeder, der das Telefon an unserem Stand sieht, bezeichnet es als chic“, sagt Fischer. Das sei für die Auswahl eines hochwertigen Telefons durchaus von Bedeutung, da immer mehr Designer bei der Büroeinrichtung mitredeten.

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Bedienbarkeit

Augenfällig ist die große Multi-Touch-Anzeige mit LED-Beleuchtung, ein 7“-Touchscreen-Bildschirm mit sensorischem Feedback. Letzteres gibt dem Nutzer ein Gefühl, als ob er eine Taste drücke. Das Gerät steht auf einem Standfuß, auf dem sich das Telefon und damit die Anzeige kippen lässt.

Zudem liefert das Gerät so genannte Breitband-Sprachqualität. Zum Vergleich: ISDN liefert Sprache in einem Frequenzbereich von 500 Hertz bis zu 3,5 Kilohertz. Der Breitbandstandard G722.2 setzt eine Abtastfrequenz von 16 Kilohertz voraus. Damit liegt die Sprachwiedergabe bei bis zu 8 Kilohertz, also HD-Qualität erläutert Fischer. Für die Sprachaufnahme verstecken sich im Standfuß zwei Mikrophone.

Ältere Geräte können keine Videos darstellen, lediglich eine Bildabfolge in einem etwa 0,1 Sekunden-Takt. Das ändert sich jetzt. Das MyIC Phone bedeutet die Abkehr von XML und dessen Beschränkungen. Dieses Telefon kann echte Video-Streams abbilden, also HD-Qualität liefern.

Der Hörer ist wie einer geformt und fühlt sich so an, kommt allerdings ohne Kabel aus. Stattdessen wird die Funktechnik Bluetooth verwendet.

Standards und darüber hinaus

Auch in der Energiebilanz kann sich das Telefon sehen lassen. Im vollen, auf „laut“ gestellten Betrieb verbraucht das Gerät etwa 6 bis 6,5 Watt, sagt Fischer. Im Ruhezustand kommt das Tischtelefon mit 3 bis 3,5 Watt aus. Damit entspricht das Design den Umweltrichtlinien der EU, einschließlich eines niedrigen Stromverbrauchs, langer Lebensdauer und einem Online-Handbuch.

Das Telefon unterstützt den Standard Session Initiation Protocol (SIP). Nicht im Standard enthalten ist jedoch eine Statusüberwachung, ein Session Controlling. Hier profitieren wir von den Erfahrungen aus dem Carrier-Umfeld, führt Fischer aus. Ist das IP-Telefon an eine Anlage von Alcatel-Lucent angeschlossen, gibt es in der Vermittlungsstelle eine Session Controller Instanz. Denn SIP sei anderes als die Bezeichnung vermuten lasse, kein Protokoll, sondern eine Applikation, deren Funktionsweise vom nun einmal vom Server abhänge.

„Suchen, finden, erreichen“, so beschreibt der Stratege den Funktionsumfang des Geräts. Dafür bekommen die Nutzer ein individuell konfiguriertes Gerät an die Hand, mit dem sie ihre Arbeitsabläufe effektiv gestalten können und das Zugriff auf alle Kommunikationskanäle erlaubt. Alle Dienste für die Kommunikation und die Teamzusammenarbeit werden in einem Gerät gebündelt.

Die Anwender und Administratoren können gleichermaßen „Benutzerprofile“ einrichten. Basis dieser vielfältigen Einstellmöglichkeiten sind Kommunikationsprofile, die die IT-Abteilung des Unternehmens regelbasiert definiert.

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Telefon mit Profil

Mit deren Hilfe bekommt jeder Nutzer seine Einstellungen, obwohl er seinen Arbeitsplatz abwechselnd mit anderen Kollegen nutzt. Die Nutzer melden sich etwa per RFID-Karte oder mit einem Fingerabdruck an und können dann ihr individuelles Telefon nutzen.

Die Anwender können selbst neue und bereits existierende Anwendungen und Funktionen über das Smart-Desk-Phone aktivieren. Dazu gehören zum Beispiel Instant-Messaging, die Anzeige von Präsenzinformationen, eine integrierte E-Mail-Funktion und MP3-Wiedergabe sowie zukünftig auch Video-Telefonie.

Die offene Architektur ermöglicht es, branchenspezifische Anwendungen zu entwickeln, die dem geschäftlichen Anwender in unterschiedlichen Situationen das Leben erleichtern. Damit das funktionieren kann, stellt Alcatel-Lucent ein Software „Developer‘s Kit“ für das MyIC Phone vor, sowie den Start eines erweiterten Entwicklerportals.

Anwendungen für jeden Fall

Das Software Development Kit (SDK) Rel. 1.0 und das noch im November verfügbare Alcatel-Lucent Entwicklerportal sollen das dynamisch wachsende Umfeld der offenen Anwendungsentwicklung für Unternehmen unterstützen.

Denn Entwicklern steht eine Palette an Tools für die Anwendungsentwicklung zur Verfügung, die auf Standards wie Java Script, HTML 5.0, Ajax und OpenAPI basieren, einschließlich Bluetooth-Geräten, LANs oder PCs. Für Entwicklung, Test und Implementierung von Anwendungen brauchen Entwickler neben dem SDK nur das eigentliche Endgerät. Nebenstellenanlagen oder Switches sind nicht erforderlich.

Das senkt die Entwicklungskosten und stellt die Technologie einer größeren Entwickler-Community zur Verfügung. Das Portal erweitert das mit mehr als 10.000 aktiven Entwicklern und Partnerfirmen Alcatel-Lucent Applications Partner Program (AAPP).

Erste Open-Source-Projekte

Über 300 Entwickler haben sich bereits registriert und Open-Source-Projekte begonnen. Nach Angaben von Fischer gibt es auch schon Bestellungen für das Tischtelefon MyIC Phone, hauptsächlich für den „Hospitality“-Bereich. Beispielsweise kann ein Gast im Hotel über das Gerät leicht und ohne an der Rezeption warten zu müssen, auschecken und visuell auf Dienste wie Tischreservierung, Informationen zu Abendveranstaltungen in der besuchten Stadt, den eigenen Terminkalender und mehr zugreifen.

So arbeiten Entwickler aktuell an Applikationen für das Gastgewerbe und den Finanzsektor. Eine spezifische Anwendungspalette auf dem Gebiet der Finanzdienstleistungen könnte beispielsweise in einer Echtzeit-Video-Übertragung und Twitter-Meldungen von Tradern bestehen. Eine Hilfe für Support-Zentren könnte die Anwendung „Emotional Equalizer“ sein. Hier bekommt der Mensch am Telefon per Smiley angezeigt, ob die Stimme gerade gute Laune oder Gereiztheit vermittelt.

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