Rechenzentren, Cloud Computing, Sicherheit, IPv6 und Carrier Ethernet

Trends der Netzwerkbranche 2012

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Atul Bhatnagar, Präsident und CEO von Ixia: „Steigenden Anforderungen von Endnutzern treiben Netzwerktechnologien und -infrastrukturen voran.“
Atul Bhatnagar, Präsident und CEO von Ixia: „Steigenden Anforderungen von Endnutzern treiben Netzwerktechnologien und -infrastrukturen voran.“

Ixia prognostiziert auf Grundlage seines Branchenwissens und seiner Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Kunden, Branchenforen und Testlaboren in aller Welt die diesjährigen Top-Trends der Netzwerkbranche.

Das Unternehmen Ixia, ein Anbieter von Testlösungen für Netzwerke, erwartet im Jahr 2012 ein Wachstum durch Rechenzentren, drahtlose Infrastrukturen, Sicherheit, IPv6 und Carrier-Ethernet-Bereitstellungen. „Netzwerkausrüster, Dienstanbieter und Unternehmen sehen sich einem zunehmenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt, die sich stets verändernden und steigenden Anforderungen von Endnutzern zu erfüllen. Zur selben Zeit treiben genau diese Anforderungen neue Netzwerktechnologien und -infrastrukturen voran“, so Atul Bhatnagar, Präsident und CEO von Ixia.

40- und 100-Gigabit-Ethernet

Virtualisierte Server werden mehr Datenverkehr erzeugen, als sich durch 10-GBit/s-Verbindungen verarbeiten ließe. Schnellere 40- und 100-GBit/s-Ports werden derzeit nur von wenigen Anbietern von Rechenzentrums-Switches unterstützt. 2012 werden die meisten großen Netzwerkausrüster bei ihren Top-of-Rack- und End-of-Row-Switches jedoch höhere Geschwindigkeiten anbieten, zudem werden größere Serverhersteller 40-Gigabit-Ethernet-Schnittstellen in ihre Hochleistungsserver integrieren. Maßgeblich für diese Entwicklungen wird die Verfügbarkeit kostengünstiger QSFP+-Schnittstellen sein. Um sicherzustellen, dass die neuen Hardware-Implementierungen die Anforderungen an Skalierbarkeit und Servicequalität erfüllen, werden Tests des Datenverkehrs und von Anwendungsbereitstellungen bei Datenraten von 40 GBit/s über verschiedene Entfernungen erforderlich.

Konvergente Fibre-Channel- und Ethernet-Netzwerke

Dank kostengünstiger 10-GBit/s-Ethernet-Netzwerktechnologien und neuer Technologien für Data Center Bridging (DCB) und Fibre Channel over Ethernet (FCoE) wird die Konvergenz von LAN und SAN Wirklichkeit. Bislang haben jedoch allein Brocade, Cisco, HP und Mellanox angekündigt, FCoE in ihren Rechenzentrums-Switches zu unterstützen. Für 2012 erwartet Ixia, dass weitere Switch-Hersteller mit eigenen FCoE-Angeboten diesem Trend folgen werden. Benchmark-Tests von Konformität und Leistung werden eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, Switches anhand von Gesamtskalierbarkeit, Verkehrspriorisierung, niedriger Latenz und speicherbezogener E/A-Leistung zu bewerten.

Schutz von Netzwerken

Zombie-Rechner – infizierte Computer, die sich für ferngesteuerte Angriffe einsetzen lassen – sind tickende Zeitbomben im Internet. Ein Beispiel für die Anfälligkeit von Netzwerken in diesem Zusammenhang sind die jüngsten Angriffe auf die Server von Wikileaks in Schweden. Um solchen Angriffen vorzubeugen, enthalten neueste Geräte für das Unified Threat Management (UTM) Sicherheitsmechanismen, etwa Firewalls, Intrusion-Detection- und Prevention-Systeme (IDS/IPS), Antivirensoftware, Spam- und URL-Filter sowie VPN-Gateways. Vermehrte Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) werden Netzwerkausrüster, Dienstanbieter wie auch Unternehmen nach Schätzungen von Ixia veranlassen zu prüfen, ob die Sicherheitsmechanismen ihrer Netzwerke ausreichend effizient und auf dem aktuellen Stand sind und die Netzwerkleistung nicht beeinträchtigten.

Cloud Computing

Den Prognosen von Ixia zufolge werden Cloud-Anbieter ab 2012 nicht mehr nur über den Preis konkurrieren, sondern Zuverlässigkeit, Sicherheit und Verfügbarkeit vermehrt in den Vordergrund stellen. In diesem Zusammenhang sind Cloud-Anbieter gefordert, die Gesamtskalierbarkeit von Rechenleistung, Speicherkapazitäten und Netzwerken zu testen. Sie müssen sicherstellen, dass sie mit ihrer Infrastruktur allen Kunden eine hohe Verfügbarkeit bieten können, wobei es verschiedene Ebenen der Servicequalität für unterschiedliche Serviceebenen zu berücksichtigen gilt. Großunternehmen suchen unterdessen nach Möglichkeiten, die Einhaltung von Service-Level-Agreements durch ihre Cloud-Anbieter zu prüfen, zudem fordern sie eine schnellere Bereitstellung von Anwendungen in der Cloud. Der einzige Weg, Engpässe aufzudecken und Cloud-Infrastrukturen zu optimieren, besteht darin, alle Aspekte eines Cloud-Rechenzentrums einem Test zu unterziehen. Um Leistungsverlusten auf den Grund zu gehen, lassen sich folgende potenzielle Störquellen testen:

  • E/A-Speicher von Rechenzentren in konvergenten LAN-/SAN-Umgebungen
  • Zugangs- und Aggregations-Switching-Ebenen bei 10-/40-Gigabit-Ethernet
  • Core-Switching-Ebenen bei 100-Gigabit-Ethernet (Rechenzentrumskopplung)
  • Virtualisierungsschichten mit Anwendungslasten
  • Wirksamkeit und Fehlerfreiheit von Sicherheitsmechanismen

Nutzer von Cloud-Diensten benötigen darüber hinaus Testlösungen, die ihnen verraten, wie viele und wo Rechenressourcen für eine angemessene Erlebnisqualität erforderlich sind.

Koexistenz von IPv6 und IPv4

Am 1. Februar 2011 hat die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) den letzten frei verfügbaren Block von IPv4-Adressen vergeben und damit IPv6 in den Mittelpunkt gerückt. Dienstanbieter wie auch Unternehmen stehen nun unter dem Druck, ihre Netzwerke für den IPv6-Verkehr vorzubereiten. Beschleunigt wird die Einführung von IPv6 durch zwei zentrale Faktoren: Zum einen fordern zahlreiche regierungsgeförderte politische Initiativen in den USA, Australien, Tschechien, Deutschland und vielen weiteren Ländern den Einsatz IPv6-kompatibler Hard- und Software in öffentlichen Einrichtungen, zum anderen bieten OECD-Länder wie die Niederlande Organisationen finanzielle Anreize zur Beschleunigung der IPv6-Einführung. Dienstanbieter werden derweil weiterhin in die Aufrüstung ihrer Zugangsnetze investieren, um IPv4 und IPv6 gleichermaßen unterstützen zu können. Schließlich geht Ixia davon aus, dass viele Großunternehmen in der zweiten Jahreshälfte IPv6 in ihren Firmennetzwerken einführen werden. Um diese Evolution für die Nutzer der Netzwerke transparent zu gestalten, werden Netzwerkausrüster, Dienstanbieter und IT-Abteilungen von Unternehmen öffentliche und private Tests durchführen, welche die IPv6-Fähigkeit ihrer Geräte unter Beweis stellen.

Long Term Evolution (LTE)

Seit Ende 2011 sind weltweit mehr als 30 LTE-Basisstationen in Betrieb, dazu gesellen sich zahlreiche Testnetze. 2012 wird sich die Zahl kommerziell genutzter LTE-Netze verdoppeln, wobei Nordamerika und Asien den Anfang machen werden. Gleichzeitig finden Smartphones immer breitere Verwendung, wodurch auch die Nutzung medienbetonter Anwendungen zunimmt. Mobilfunkbetreiber werden sich folglich mit anhaltenden Kapazitätsengpässen konfrontiert sehen. Aus diesem Grund werden die Betreiber 2012 mehrgleisige Ansätze verfolgen, um dieser Kapazitätsprobleme Herr zu werden:

  • Einführung von Technologien, die das Frequenzspektrum effizienter nutzen
  • Verstärkte Entlastung der Netze durch WLAN-Nutzung und kleine Zellen
  • Optimierte Verwaltung des Netzwerkverkehrs
  • Neue Geschäftsmodelle und Tarife

Mithilfe dieser Ansätze erhofft man sich, nicht nur die Bruttokapazität der Netze zu erhöhen, sondern auch die Kosten pro übertragenen Bit zu senken. Während Milliarden in die Optimierung der Netze fließen, werden die Mobilfunkbetreiber ihre Netze gründlich überprüfen, um die Erfüllung dieser Ziele zu gewährleisten. Durch die realitätsnahe Simulation von Szenarios, in denen Millionen von Kunden medienbetonte Anwendungen nutzen, können Netzbetreiber Gewissheit erlangen, was die Leistung und Kapazitäten ihrer Netze betrifft. Im kommenden Jahr werden in LTE-Netzen erstmals Sprachdienste über VoLTE angeboten, mit einer breiteren Einführung ist jedoch frühestens 2013 zu rechnen. In der Zwischenzeit werden mobile Datennetze einen immer fruchtbareren Boden für Sicherheitsangriffe bieten, weswegen auch der Bedarf an Sicherheitstests drahtloser Netzwerke zunehmen wird.

weiter mit Evolved Packet Core, Mobile Backhaul, MPLS-TP und Rich Media.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 31344260 / Grundlagen)