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Advanced North Atlantic 100G Pilot Project testet SDN Transatlantisches 100G-Forschungsnetz

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Mit dem Advanced North Atlantic 100G Pilot Project (ANA-100G) haben Forschungsnetzbetreiber jetzt eine schnelle interkontinentale Datenverbindung eingerichtet. Über die sollen neue Monitoring- und SDN-Ansätze getestet werden.

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Das ANA-100G soll auch die globale Wirtschaft stimulieren.
Das ANA-100G soll auch die globale Wirtschaft stimulieren.
(Bild: GÉANT)

Sechs Forschungsnetzwerke und zwei Partner aus der Wirtschaft haben auf der TERENA Networking Conference in den Niederlanden eine interkontinentale Netzwerkverbindung mit 100 Gbit/s präsentiert. Zu den Initiatoren des Advanced North Atlantic 100G Pilot Project (ANA-100G) gehören Internet2, NORDUnet, ESnet, SURFnet, CANARIE und GÉANT. Netzwerkexperte Ciena hat das Projekt mit photonischem Equipment unterstützt, darunter eine Untersee-Variante des 100 Gbps WaveLagic 3 Transponders. Juniper Networks hat Demo-Equipment gestellt.

Zur Infrastruktur sollen nicht weniger als vier Open Exchange Points gehören, darunter MAN LAN in New York City und NetherLight in Amsterdam. Die Betreiber wollen die Installation mindestens zwölf Monate lang testen. Die Frage dabei: Welche operativen Voraussetzungen braucht es, um Daten mit 100 Gbit/s über Wellenlängen zu transferieren und so den Bandbreitenhunger spezialisierter Forschungseinrichtungen zu stillen. Mit ihrer Verbindung bewegen sich die Netzbetreiber tatsächlich an der Grenze des derzeit Machbaren. Laut Auskunft des Internet-Knotens DE-CIX seien zwischen den Kontinenten aktuell noch Transferraten von 40 Gbit/s verbreitet.

Zu Demonstrationszwecken sollen zwischen Maastricht und Chicago beispielsweise riesige Datenmengen übertragen werden – ein Vorgang der im öffentlichen Internet Stunden benötigt, werde über die Verbindung in Minuten abgeschlossen. ExoGENI will über die schnelle Verbindung zudem verschiedene Netzwerk- und "Cloud Computing"-Techniken testen. Des Weiteren sollen Multipath Routing von Netzwerkinformationen und OpenFlow-basiertes Software-Defined Networking (SDN) ausprobiert werden.

Den Betreibern zufolge spiegele die 100-Gbit/s-Verbindung aktuelle Wissenschaftstrends wider. Demnach werden Forschungen immer datenintensiver und einzelne Experiment liefern Daten im Tera-Bereich. Außerdem werden die gesammelten Informationen zunehmend von weltweit verteilten Teams ausgewertet. Als Beispiele werden die Versuche am Large Hadron Collider (LHC) des CERN oder der ITER Fusionsreaktor in Frankreich genannt.

Dennoch soll der 100-GBit/s-Link nicht nur akademische Bedürfnisse befriedigen. Erwin Bleumink, CEO von SURFnet, meint: "Die Auswirkungen dieser Entwicklung werden auch außerhalb der akademischen Welt wahrgenommen werden und dabei helfen, die globale Wirtschaft zu stimulieren."

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