Bei den Deutschen steht TV noch immer an erster Stelle

Traditionelle Mediennutzung trotzt der On-Demand-Revolution

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Laut Deloitte-Report über die Mediennutzung in Deutschland haben moderne Angebote das klassische TV noch nicht von der Spitze der Beliebtheitsskala verdrängt.
Laut Deloitte-Report über die Mediennutzung in Deutschland haben moderne Angebote das klassische TV noch nicht von der Spitze der Beliebtheitsskala verdrängt. (Bild: Sergey Nivens - Fotolia.com)

Obwohl Onlinemedien hierzulande immer beliebter werden, bleibt das klassische TV auch 2014 spartenübergreifend die bevorzugte Medienaktivität. Dies zeigt der Deloitte Digital Democracy Survey, für den auch 2.000 Teilnehmer aus Deutschland befragt wurden.

Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte beleuchtet mit seinem Digital-Democracy-Report bereits zum achten Mal die weltweiten Mediennutzungsgewohnheiten. Die Ergebnisse für Deutschland zeigen u.a., dass Bewegtbildinhalte immer häufiger auch online konsumiert würden. Dafür sorge die stark steigende Verbreitung vernetzter Endgeräte wie Smartphones, Tablets und Connected-TVs. Gerade Video-Streaming-Angebote würden sich steigender Beliebtheit erfreuen – bei Leihinhalten avancierten sie zur bevorzugten Nutzungsmethode. Anders bei Kaufinhalten: Hier seien physische Datenträger nach wie vor die erste Wahl.

„Der Begriff „On demand“, vor allem „Video-on-Demand“, ist zu einem Schlüsselbegriff der Medienindustrie geworden. In den kommenden Jahren wird er weiter an Bedeutung gewinnen – aber die Marktteilnehmer müssen das Wettbewerbsumfeld aktiv mitgestalten, wenn sie von der Entwicklung profitieren wollen“, erklärt Klaus Böhm, Direktor Media bei Deloitte.

TV knapp vor online

Das Fernsehgerät bleibt Deloitte zufolge der Deutschen liebstes Unterhaltungsmedium. Für fast 30 Prozent der Befragten sei TV Favorit – damit habe es gegenüber der letztjährigen Umfrage sogar noch Anteile hinzugewonnen. Platz zwei – das Surfen im Internet oder in anderen Onlinemedien – werde von einem Viertel der Teilnehmer bevorzugt. Hier sei ein Anstieg um zehn Prozentpunkte zu verzeichnen. Ins Hintertreffen seien hingegen gedruckte Medien wie Bücher und Zeitungen geraten – Letztere hätten gegenüber dem Vorjahr um etwa die Hälfte nachgegeben.

Immer mehr internetfähige Endgeräte

Videos und andere Bewegtbildangebote würden heute zu über einem Drittel online genutzt: Deloitte zufolge entscheiden sich 35 Prozent der Befragten für diese Möglichkeit, 65 Prozent für traditionelle Wege. Damit sei der Anteil der Onlinenutzer um acht Prozentpunkte gestiegen – das liege vor allem an der Verbreitung geeigneter Endgeräte. Smartphones, Tablets und internetfähige Fernseher seien auf dem Vormarsch und näherten sich teilweise sogar schon der Sättigungsgrenze. 44 Prozent der Haushalte seien im Besitz eines Connected TV, zudem würden sich knapp 60 Prozent der Studienteilnehmer überlegen, den Fernseher im kommenden Jahr mit dem Internet zu verbinden.

SVoD-Abo-Angebote auf dem Vormarsch

Bei der Nutzung von Videos über Onlinemedien werde das Streaming immer wichtiger. Insbesondere die jüngeren Verbraucher würden diese Option bevorzugen. Insgesamt hätten elf Prozent der Teilnehmer ein Video-on-Demand-Abonnement (SVoD für Subscription-based VoD) abgeschlossen, bei den 14- bis 24-Jährigen sei es sogar fast ein Fünftel. Dieser Trend wird laut Studie anhalten. In den kommenden Monaten werde sich SVoD als bevorzugte Methode zur Nutzung von Leihinhalten endgültig etablieren. Ein Grund dafür seien neue, attraktive Abo-Angebote wie etwa von Watchever oder Sky Snap. Ein Viertel der Befragten würde auf SvoD setzen, ein knappes Fünftel eher Downloads bevorzugen.

Im Unterschied zu Leihinhalten spielten bei Kaufinhalten unverändert die physischen Datenträger wie etwa DVDs die erste Geige. Hier gaben 27 Prozent an, Videoangebote in den nächsten zwölf Monaten als DVD oder Blu-Ray im stationären Handel kaufen zu wollen, weitere 26 Prozent wollen dies im Onlineshop tun. Dagegen würden nur 22 Prozent einen entsprechenden Download planen.

Am liebsten Filme im Abo

Pay-TV-Abonnements werden von den Verbrauchern für den Konsum von Filmen in Anspruch genommen. Laut Studie zeigen mehr als die Hälfte der Befragten hier eine deutliche Zahlungsbereitschaft. Mit großem Abstand folgten TV-Serien (23 Prozent) und Bundesliga-Fußball (22 Prozent) bzw. Champions League (18 Prozent).

„Die Deutschen bevorzugen nach wie vor das lineare TV als Unterhaltungs- und Informationsmedium. Das zeugt jedoch nur begrenzt von einer traditionellen Haltung, denn das Internet wird immer beliebter – gerade bei Video-Inhalten. Dazu passt, dass internetfähige Fernsehgeräte immer stärkere Verbreitung finden. Video-Streaming im Abonnement ist auf dem Vormarsch, vor allem Filme stehen hier weit oben auf der Wunschliste der Konsumenten. Dennoch: Auch hier ist der physische Datenträger noch lange nicht abgehängt“, schließt Klaus Böhm.

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