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Getrennte Rechenzentren sorgen für Ausfallsicherheit Textil- und Markisenhersteller setzt Switches von Alcatel-Lucent ein

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Bei den Schmitz-Werken in Emsdetten erforderte der Umstieg auf ein neues ERP-System den Ausbau der Speichersysteme und des IT-Netzwerks. Im Netzwerkkern bewältigen nun zwei Omniswitch 10K von Alcatel-Lucent Enterprise das gestiegene Datenvolumen.

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Im mittelständischen Familienunternehmen Schmitz-Werke in Emsdetten sorgen Switches von Alcatel-Lucent Enterprise für einen unterbrechungsfreien Netzbetrieb.
Im mittelständischen Familienunternehmen Schmitz-Werke in Emsdetten sorgen Switches von Alcatel-Lucent Enterprise für einen unterbrechungsfreien Netzbetrieb.
(Bild: Schmitz-Werke)

Das mittelständische Familienunternehmen Schmitz-Werke im westfälischen Emsdetten produziert mit rund 800 Mitarbeitern Markisen, Markisentücher, Freilufttextilien, Dekostoffe und Vorhänge für den Objektbau. Im Zuge des Umstiegs auf ein neues ERP-System mussten zunächst die Speichersysteme ausgebaut werden. Dadurch wurde auch ein adäquater Ausbau des IT-Netzwerks notwendig.

10-GbE-Switches im Netzwerkkern

Im Kern des IT-Netzwerks ersetzte der IT-Dienstleister Osmo die zuvor eingesetzten Switches, die sich nicht auf 10-GbE aufrüsten ließen, durch zwei Omniswitch 10K von Alcatel-Lucent Enterprise. Aufgrund der immensen Datenmengen, die durch das neue ERP-System und der ebenfalls ausgebauten 3-D-CAD-Anwendungen zwischen Speicher- und IT-Netz zu transportieren waren, wurde 10-GbE unverzichtbar.

Die 10K-Switches stellen innerhalb eines Chassis 256 10-GbE-Ports mit einer Übertragungsrate von 5,12 TBit/s bereit und bilden die Basis für das Application Fluent Network (AFN). Mit diesem kann die Infrastruktur automatisch erkennen, welche Art Anwendung gerade transportiert wird. „Durch diese Applikationssensitivität profitieren die Schmitz-Werke nun von einem Netz, das sich dynamisch an Benutzer, Anwendungen, Endgeräte und Standorte anpasst und so bessere Serviceleistungen, optimierte Betriebsabläufe und niedrigere IT-Managementkosten ermöglicht“, berichtet Dipl.-Physiker Klaus Wirl, bei Osmo für die Betreuung der Netzwerke bei den Schmitz-Werken verantwortlich. Das Systemhaus Osmo stattet komplexe Unternehmensstrukturen mit individueller Netzwerktechnik aus.

Getrennte Rechenzentren in verschiedenen Gebäuden

Ausfallsicherheit hat bei den Schmitz-Werken höchste Priorität. Aus diesem Grund betreibt das Unternehmen zwei getrennte Rechenzentren in zwei verschiedenen Gebäuden, die wechselseitig die Aufgaben des jeweils anderen übernehmen können. Je ein 10K-Switch bildet die zentrale Steuerung des Netzwerks in den Rechenzentren. In den beiden unabhängigen Rechenzentren sind die Core-Switches über 4x10-GBit/s-Module miteinander verbunden. Zur Infrastruktur des IT-Netzwerks gehören außerdem rund 60 24- bzw. 48-Port-Switches, die sich in Verteilschränken befinden. Das Marketing ist über OS6850E-Switches mit 10 GBit/s angebunden, alle Access-Switches vom Typ OS6400 sind mit 2x1 GBit/s und Dual Home Link (DHL) an die Core-Switches angebunden.

Schnelle Hilfe bei speziellen Problemen

Im Dienste der Sicherheit ist das LAN der Schmitz-Werke in zahlreiche virtuelle Netzwerke (VLANs) segmentiert, deren Datenverkehr voneinander isoliert ist. In jedem logischen Subnetz sind somit nur die jeweils relevanten Nutzerdaten enthalten. Zu den insgesamt 1200 derzeit am Netzwerk angeschlossenen Endgeräten gehören auch etwa 100 Maschinen – z.B. intelligente Webstühle und Sägen. Das Einbinden der Webstühle führte auch zum bislang einzig nennenswerten Problem im IT-Netz, zu sogenannten Loops (Schleifen). „Wir haben diesen Fall an Alcatel-Lucent berichtet“, erinnert sich Jochen Plugge, Leiter der Informationstechnologie bei den Schmitz-Werken, „und schon kurze Zeit später erfolgte eine Anpassung der Switches, die das lästige Phänomen beseitigte.“

Lob für seine IT-Partner hat der IT-Leiter auch im Zusammenhang mit der vielleicht größten Herausforderung, der er sich beim Aufbau der neuen IT-Infrastruktur gegenüber sah. Der Ausbau des zentralen Speicherpools zu einem Fabric Metro Cluster brachte zahlreiche Neuerungen mit sich, die auch in der IT-Landschaft mit ihren extrem heterogenen Endgeräten und gewachsenen Ansprüchen an Performance und Kapazitäten bei hohem Virtualisierungsgrad (etwa 55 virtuelle Server und 100 virtualisierte Desktops) umgesetzt werden mussten. „Die Betreuung sowohl durch Alcatel-Lucent Enterprise als auch durch Osmo war sehr kompetent und äußerst zeitnah, sodass wir auch diese Herausforderung problemlos meistern konnten“, lobt Jochen Plugge.

Seit einiger Zeit kommen zu den stationären Netzwerk-Clients noch rund 200 mobile Endgeräte hinzu, die sich vor Ort über WLAN mit dem Netzwerk verbinden. Diese von Vertriebsmitarbeitern genutzten iPhones und iPads werden vom Unternehmen gestellt und von der zentralen IT verwaltet. Zum Teil erlaubt eine spezielle Virtualisierungssoftware auch eine private Gerätenutzung, allerdings strikt getrennt von der Verwendung als Betriebsgerät.

Konvergentes Sprach-/Datennetz

Die neue IT-Netzwerkinfrastruktur mit AFN-Unterstützung spielt ihre Stärken nicht zuletzt in Verbindung mit Echtzeitapplikationen wie Sprache und Video aus. Bei den Schmitz-Werken läuft neben dem Daten- auch der Sprachverkehr über das IT-Netz. Die als Server im Netzwerk realisierte OmniPCX-TK-Anlage von Alcatel-Lucent bedient dabei nicht nur die Firmenzentrale in Emsdetten, sondern über WAN-Verbindungen auch acht weitere deutsche Niederlassungen. „Wir sind mit unserer Installation bis dato hoch zufrieden“, so das Resümee von Jochen Plugge, „alles läuft sehr effizient und – was für uns das Wichtigste ist – ohne Störungen.“ Auch beim nächsten Projekt steht Alcatel-Lucent ganz oben auf der Favoritenliste: Es laufen bereits erste Tests mit Opentouch, der jüngsten Multimedia-Konversationsplattform des Herstellers.

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