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Der Video-Konferenz-Markt zeigt steigende Stückzahlen und sinkende Preise Tandberg mischt mit „E20“den Videokonferenz-Markt auf

| Redakteur: Ulrike Ostler

Schließlich hat die Sparflamme auch den Markt für Video-Konferenzsysteme erfasst. Die Umsatzsteigerungen zeigen bei den acht größten Hersteller im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum allesamt ein dickes Minuszeichen. Zu diesem Ergebnis kommen die Marktbeobachter von Wainhouse Research.

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Tandberg übertrumpft erstmalig alle, Bild: Wainhouse Research
Tandberg übertrumpft erstmalig alle, Bild: Wainhouse Research
( Archiv: Vogel Business Media )

„Kurz gesagt“, schreibt Analyst Andrew Davis im jüngsten „Wainhouse Research Bulletin“, „haben wir ökonomisch gesehen, seitdem Abe Lincoln im Weißen Haus war kein schlechteres Quartal erlebt.“ Der einzig positive Laut, der bemerkt werden könne, und zwar weltweit, komme aus den Video-Konferenz-Abteilungen der Unternehmen.

Insbesondere die Kategorie sehr hochwertiger Video-Konferenzssysteme sei interessant. Denn hier gingen die Anzahl verkaufter Einheiten in die Höhe, doch die Umsätze seien gesunken.

Diese Entwicklung dürfte durch die Einführung der „Tandberg-Maschine E20“ angestoßen worden sein, so Davis. Denn das IP-Video Telefon, das vom Hersteller in der Kategorie der Desktop-Systeme geführt wird, habe Druck auf die Preise erzeugt.

Außerdem sei besonders hervorzuheben, dass Tandberg das erste Mal die Nummer eins ist, was der Verkauf von Video-Conferencing-Units, also die Stückzahlen, angehe. Das sei bislang noch nie der Fall gewesen, teilt Tandberg in Deutschland mit. Bisher sei man führend beim Verkauf von Infrastruktursystemen und beim Umsatzmarktanteil gewesen, nicht bei den Systemen selbst.

Laut Wainhosue-Analyst Davis hängt offenbar ebenfalls damit zusammen, dass E20 in diesem Quartal herauskam und offenbar einen Schritt in Richtung Massenmarkt bedeute. Das System kostet mit 1.250 Euro etwa ein Sechstel weniger als das bisherige Einstiegssystem „Tandberg Centric MXP 1000“.

Ob das System tatsächlich in derselben Qualitätsliga wie die Konkurrenzsysteme spiele, sei vielleicht diskussionswürdig, so der Wainhouse-Research-Analyst. In jedem Fall aber ändere es nichts daran, dass Tandberg vor allem dem Konkurrenten Polycom schon seit einiger Zeit, Quartal für Quartal, über Jahre, Marktanteile abjage.

Die Krise

Die Anwender sparen. Das merkten im vergangenen Quartal auch die Hersteller von Video-Konferenzsystemen. Tabelle: Wainhouse Research (Archiv: Vogel Business Media)

Insgesamt lasse sich beim Vergleich der Umsätze vom ersten Vierteljahr in diesem Jahr mit dem von 2008 lasse sich feststellen, dass sechs von den acht Marktführern ein Negativ-Wachstum ausweisen mussten. Das sei der Wirtschaftslage zu schulden; denn so unanfechtbar es sei, das Video-Conferencing die Reisekosten und allgemein die Betriebskosten drücke, die Entscheidungsfindung beschleunige, die Umwelt entlaste, so eindeutig schlagen sich das Einfrieren von Krediten, die schlechten Erwartungen und fehlende Investitionsvorhaben nieder.

Die Wettbewerber Tandberg und Polycom konnten beide an Marktanteilen gewinnen. Laut Davis dürfte dafür unter anderem die Markt-untypische Schwäche von Team China (TC) verantwortlich sein.

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