Livestate geht und Altiris-Produkte kommen

Symantec-Kunden sollen Patch- und Change-Management auswechseln

06.07.2007 | Redakteur: Ulrike Ostler

Symantec gibt die Produktlinie „Livestate“ zugunsten der „Management Suite“ von Altiris auf. Betroffen sind weltweit rund 1.200 Kunden des Konfigurations-, Change- und Patch–Managements; das Gros der Betroffenen befindet sich in Deutschland.

Die aktuelle Version 6.0 von Symantec Livestate läuft am 2. August dieses Jahres aus. Der Standard-Support für die vorherige Version endet am 2. Februar 2009 und ein und Jahr später ist endgültig Schluss für die Software, die 2003/2004 mit der 100-Millionen-Dollar-Übernahme von On Technology aus Starnberg zu dem Security-Spezialisten kam. Die Entwicklungsarbeiten wurden bereits 2005 nach Indien verlagert.

In dieser Woche gab das Unternehmen bekannt, dass die Überschneidungen mit der Lifecycle-Suite von Altiris zu groß seien. Nun sollen die Kunden auf Produkte dieses Zukaufs wechseln. Die Übernahme von Altiris ist seit April dieses Jahres abgeschlossen.

Im Einzelnen gehören zur Symantec Livestate Client Management Suite die Module „Designer“, „PC Anywhere for Livestate“, „Livestate Delivery“, „Patch-Manager“ und „Symantec Delivery“. Das Ersatzprodukt trägt die Bezeichnung „Altiris Management Suite, Level 1“.

Kunden mit Upgrade-, beziehungsweise Wartungs -Verträgen für „Livestate Delivery“ und „Livestate Delivery Enterprise Manager“ werden über diese Vereinbarung auf die Suite migrieren können. Den „Patch-Manager“-Kunden wird die „Altiris Patch-Management Solution“ angeboten und den Symantec Discovery-Kunden das Tool „Altiris Inventory Solution“.

Neue Funktionen

Nach Anbieterangaben unterstützt die Altiris Suite sämtliche in Livestate enthaltene Funktionen sowie zahlreiche weitere Features. Dazu gehört die Möglichkeit, auf Vista zu wechseln, sowie das Modul „Network Traffic Control“ zur Bandbreitendrosselung.

Sodann ermöglicht das Livestate-Patch-Management das Flicken auf der Basis eines Lizenzabkommens mit Shavlik. Altiris biete für Windows die gleichen Patchings-Möglichkeiten. Darüber hinaus aber unterstütze die Software auch Red Hat Linux und erlaubt eine Integration mit „Wise Package Studio“. Damit lässt sich unter anderem der Einfluss eines Patch auf ein System testen, noch bevor er verteilt ist. Zudem erlaube eine Partnerschaft mit Dell das Patching mit Hardwarekomponenten-Treibern und Bios-Updates.

Auch das Application-Metering erfahre durch Altiris eine Erweiterung. Die Nutzungsdaten seien detaillierter und erführen automatisiert einen Abgleich mit erworbenen Lizenzen und Bestimmungen der Lizenzvereinbarungen.

Alle Altiris-Produkte basieren auf einer zentralen Datenbank, einem SQL Server von Microsoft. Diese „Configuration Management Database“ (CMDB) soll dabei helfen, Fehler automatisiert zu beheben.

Der Hersteller bietet ein Umstellungsprogramm an, das den Kunden die Migration erleichtern soll. Dazu gehören Dokumentationen und Tools. Diese extrahieren Daten aus den Livestate-Installationen und überführen sie in die CMDB.

Aufwand und Kosten

Bei der Aussage, wie teuer oder wie aufwändig die Kundschaft ein Wechsel zu Altiris kommt, hält sich Michael Nauheim, der für Europa, den nahen Osten und Afrika zuständige Marketing Manager, bedeckt. Er wisse jedoch, dass viele Livestate-Implementierungen bei den Kunden stark angepasst seien und längst keine „Out-of-the-box“-Anwendungen mehr.

Zudem müssten die Einstellungen in der CMDB ganz neu angelegt werden. Da Lifecycle-Management-Produkte jedoch generell tief in der IT-Infrastruktur wurzeln, ist mit beträchtlichem Aufwand zu rechnen. Ob und welche Lizenzen für den darunterliegenden SQL-Server an Microsoft zu zahlen sind, weiß Nauheim nicht.

Darüber hinaus wollte er keine Aussagen darüber treffen, ob Wartung und Lizenzen für die Altiris-Produkte teurer sind als bei der Livestate-Familie. Ohnehin scheint noch nicht klar, ob Altiris das Verrechnen der Wartungs- beziehungsweise Support-Gebühren so beibehält wie bisher. Denn während Altiris diese bisher getrennt von den Lizenzen in Rechnung stellte, sind diese in der Regel und bis zu einem Standardmaß in Symantec-Produkten enthalten.

Die TUI Infotec GmbH, Hannover, ein Joint Venture des indischen IT-Beratungs- und Software-Dienstleistungsunternehmens Sonata Software Ltd. und der TUI AG, gehört zu den großen Livestate-Anwendern. Die Software ermöglicht dort eine zentrale Verwaltung von Computern in der Firmenzentrale, den Außenstellen an Flughäfen sowie in den europäischen Reisebürofilialen. Pro Monat führt der Dienstleister 15.000 Verteilungsaufträge mit dem Symantec-Produkt aus.

Kein Tausch ohne Not

Zum einem möglichen Austausch des Tools aber wollte sich niemand aus dem Unternehmen äußern: „Natürlich haben auch wir von diesem Thema Kenntnis genommen, jedoch bitte ich um Ihr Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt hierzu aus strategischen Gründen keine Stellung nehmen möchten.“

Doch Eile mit dem Austausch der Symantec-Produkte dürften gerade große Anwender wie die TUI AG nicht haben – wenn es nicht gerade einen zwingenden Bedarf an neuen Funktionen gibt, etwa Vista-Unterstützung. Erstens sagt der Anbieter noch auf zwei Jahre Support zu und zweitens holen sie sich ihre Systemunterstützung von Dienstleistern wie der Penta Group in der Schweiz und drittens scheinen die meisten Anwender mit ihrem laufenden Betrieb zufrieden zu sein.

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