Strategische Bedeutung der IT verunsichert

Studie: CIOs fühlen sich angreifbarer

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Wegen der immer zentraleren Rolle der IT im Unternehmen sind viele CIOs bei ihren Entscheidungen um ihre Karriere besorgt.
Wegen der immer zentraleren Rolle der IT im Unternehmen sind viele CIOs bei ihren Entscheidungen um ihre Karriere besorgt. (Bild: mybaitshop – Fotolia.com)

Mehr als drei Viertel erfahrener IT-Führungskräfte aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien (76 Prozent) sehen heute ihre Entscheidungen öfter mit einem persönlichen Risikos verbunden als noch vor fünf Jahren. Dass zeigt eine von Colt beauftragte Studie.

77 Prozent der für die Colt-Studie „Moments that Matter“ befragten CIOs gaben an, dass sogenannte Schlüsselmomente ihre Karriere stärker beeinflussen, als ihre alltägliche Leistung. Das führe zu einer gewissen Verunsicherung beim Treffen von Entscheidungen.

Persönliches Risiko versus Unternehmensrisiko

Den Ergebnisse der Studie zufolge bestehe eine Diskrepanz innerhalb der Wahrnehmung eines CIOs zwischen persönlicher Karriere und Unternehmensrisiko in den folgenden Bereichen:

  • Den geschäftlichen Nutzen für Veränderungen aufzuzeigen ist wichtiger für das Unternehmen als für die Karriere des CIO (35 Prozent Unternehmensrisiko gegen 28 Prozent persönliches Risiko).
  • Die Auswahl des richtigen Teams und deren Fähigkeiten gilt als Schlüssel zu persönlichem Erfolg (39 Prozent Unternehmensrisiko gegen 48 Prozent persönliches Risiko).
  • Die Kommunikation mit internen und externen Stakeholdern wird unterschätzt (27 Prozent Unternehmensrisiko gegen 19 Prozent persönliches Risiko).

Das persönliche Risiko verringere sich, so die Mehrheit (73 Prozent) der befragten CIOs, wenn sie mit einem Team zusammenarbeiten, dem sie vertrauen. Vertrauen sei auch ein wichtiger Faktor für die Zusammenarbeit mit externen Teams. Ein Großteil der Befragten (85 Prozent) glaube, dass technische Probleme manchmal unvermeidbar sind. Ein Partner zeige seinen Wert aber dann, wenn Dinge schiefgehen. Er könne verstehen, was die Serviceunterbrechung für das Unternehmen bedeutet, und entsprechend handeln.

Carl Grivner, Executive Vice President Network Services bei Colt, sagt: „Das Aufkommen der Digitalisierung und die sich verändernde Rolle der IT haben sicherlich einen Effekt auf das persönlich wahrgenommene Risiko von IT-Führungskräften. CIOs wissen, dass ihre Entscheidungen maßgeblich zum Erfolg des gesamten Unternehmens beitragen und sie deshalb von der Führungsebene beobachtet werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Schlüsselmomente gelegt, die den Erfolg der CIOs beeinflussen. Diese wachsende Verantwortung bedeutet auch, dass CIOs sich angreifbarer fühlen als noch vor fünf Jahren. Sie begegnen einer ganzen Reihe neuer Herausforderungen. Die Fähigkeit den Wandel voranzutreiben und innovativ zu sein, macht zum einen den Unternehmenserfolg und zum anderen den eigenen Erfolg aus. Die Zusammenstellung eines Teams mit den richtigen Fähigkeiten und die Zusammenarbeit mit Dienstleistern, denen man vertraut und die das Unternehmen kennen, ermöglicht CIOs jedoch, einfacher Entscheidungen zu Gunsten ihrer Karriere zu treffen.“

Über die Studie

Für die Studie befragte die von Colt beauftragte Londoner Marktforschungsagentur Loudhouse im August 2015 insgesamt 301 europäische Technologieentscheider – dazu zählten zu einem gleichen Anteil Führungskräfte aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Der Großteil der Unternehmen, für die die Umfrageteilnehmer tätig sind, habe einen Umsatz zwischen 100 und 500 Mio. Euro. Die Bandbreite der Umsätze der Unternehmen liege insgesamt zwischen 10 Mio. und 5 Mrd. Euro.

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