Mit SD-WAN zum digitalen Unternehmen

Starthilfe für die Digitalisierung

| Autor / Redakteur: Zeus Kerravala / Andreas Donner

Ein SD-WAN kann den Weg zum digitalen Unternehmen eben – mit wenig Aufwand und Risiko.
Ein SD-WAN kann den Weg zum digitalen Unternehmen eben – mit wenig Aufwand und Risiko. (Bild: © – momius – stock.adobe.com)

Ein SD-WAN ist eine flexible Netzwerkinfrastruktur, mit der sich ohne großen Aufwand und innerhalb kurzer Zeit neue Services über das Corporate Network nutzen bzw. neue Angebote bereitstellen lassen – perfekt für Unternehmen, die mit kleineren Digitalisierungsprojekten starten wollen.

Welches Unternehmen gewinnt im Zeitalter des digitalen Wandels? Nicht das mit den niedrigsten Preisen und den klügsten Mitarbeitern, nicht einmal das mit den besten Produkten. Vielmehr hat nur der Erfolg, der seine Geschäftsaktivitäten am schnellsten auf neue Marktchancen ausrichtet. Kein Wunder, dass das Wort „Digitalisierung“ in vielen Chefetagen Angst und Schrecken verbreitet. Dies umso mehr, als sich Banken und Finanzdienstleister mit agilen Fintechs auseinandersetzen müssen; Hotels sehen sich mit Konkurrenten wie Airbnb konfrontiert und agile Onlineshops treiben klassische Handelshäuser vor sich her.

Hinzu kommt, dass konservative Branchen den Weg zu einem digitalen Unternehmen mit einem Flug zum Mond gleichsetzen – ebenso aufwendig und riskant. In gewisser Weise ist das nachvollziehbar. Ein Einzelhändler, der auf Digitalisierung setzt, muss beispielsweise eine Reihe von Technologien berücksichtigen: Coupons und Bezahlsysteme für Mobilsysteme, das Internet der Dinge (IoT) in der Lagerhaltung und Logistik, Digital-Signage-Systeme und digitale Vertriebs- und Marketingkanäle.

Strategie der kleinen Schritte

Die gute Nachricht ist, dass ein Unternehmen nicht alle diese Technologien gleichzeitig implementieren muss. Besser ist eine Politik der kleinen Schritte, sprich überschaubare Projekte, deren Return on Investment sich auf einfache Weise ermitteln lässt. Eine Bank könnte beispielsweise im ersten Schritt Videoterminals in ihren Geschäftsstellen einrichten. Kunden haben dann die Möglichkeit, auch „remote“ mit ihrem Berater zu sprechen. Das ist bequemer für den Kunden. Der Berater wiederum kann auf diese Weise mehr Kundengespräche pro Tag führen.

Doch egal, ob es um Videoterminals, ein cloudgestütztes Warenwirtschaftssystem oder mobile Bezahlsysteme geht: Alle diese Techniken setzen eine leistungsstarke Netzwerkinfrastruktur voraus. So funktionieren Videokonferenzen nur dann, wenn Verbindungen mit hoher Bandbreite und geringen Verzögerungszeiten vorhanden sind. D.h., digitale Unternehmen benötigen eine dynamische Netzwerkinfrastruktur, die eine möglichst große Bandbreite von Applikationen und Services unterstützt. Eine solche Infrastruktur stellt beispielsweise einer Videokonferenzanwendung die erforderliche Bandbreite zur Verfügung und passt sie automatisch an, um eine optimale Bild- und Tonqualität sicherzustellen. Ist die Konferenz vorüber, wird die Bandbreite ebenfalls automatisch für andere Anwendungen freigegeben.

Netzwerkfunktionen automatisieren

Solche dynamischen Funktionen lassen sich allerdings nicht von Hand konfigurieren. Das ist zu kompliziert und zeitaufwendig. Hier kommen SD-WANs ins Spiel. Sie bieten gewissermaßen „Flexibilität by Design“. Die Videoanwendung kommuniziert mit dem SD-WAN über eine Programmierschnittstelle (API) und reserviert darüber selbstständig bei Bedarf die erforderliche Netzwerkbandbreite.

Zwar lässt sich eine solche Technik auch in herkömmlichen Netzen verwenden. Der Haken dabei: Netzwerkspezialisten müssen dafür maßgeschneiderten Code schreiben und zudem Befehle auf Kommandozeilenebene eingeben. Außerdem ist es notwendig, diesen Konfigurationsvorgang von Hand an jedem Unternehmensstandort zu wiederholen – von wegen Automatisierung und Programmierbarkeit des Netzwerks, wie sie ein SD-WAN bietet.

SD-WAN bedeutet Flexibilität

Doch genau diese beiden Eigenschaften machen ein SD-WAN zu einer guten Wahl für Unternehmen, die mit kleineren Digitalisierungsprojekten starten wollen. Denn ein komplexes unternehmensweites Weitverkehrsnetz alter Prägung kostet nicht nur Geld. Es legt einem Unternehmen zudem Steine in den Weg, wenn es sich in Richtung Digitalisierung weiterentwickeln will.

Zeus Kerravala.
Zeus Kerravala. (Bild: ZK Research)

Dagegen stellt eine flexible Netzwerkinfrastruktur wie ein SD-WAN sicher, dass der Nutzer ohne hohen Aufwand und innerhalb kurzer Zeit neue Services über das Corporate Network nutzen bzw. neue Angebote bereitstellen kann. Das wiederum kommt allen Beteiligten zugute: dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern, vor allem aber den Kunden, welche die neuen digitalen Angebote nutzen.

Über den Autor

Zeus Kerravala ist Gründer und Principal Analyst des Beratungshauses ZK Research. Er verfasst u.a. Artikel für WAN Speak, einen Blog von Silver Peak.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45008349 / MAN- und WAN-Protokolle)