Microsoft System Center Configuration Manager 2007, Teil 9 Softwareverteilung mit dem SCCM - Verteilung von Softwarepaketen und Kontrolle

Autor / Redakteur: Frank Castro Lieberwirth / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Bei der Softwareverteilung über System Center Configuration Manager verwendet Microsoft Pakete, in denen Installationsdateien und Programmaufrufe enthalten sind. Anhand von Inventurdaten können diese Pakete auf Ressourcen installiert werden, indem eine Ankündigung erstellt wird. Der Artikel gibt einen Überblick über diesen Workflow und stellt die wichtigsten Features vor.

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Pakete sind beliebige Behälter für Programme und Installationsdateien.
Pakete sind beliebige Behälter für Programme und Installationsdateien.
( Archiv: Vogel Business Media )

Zur Softwareverteilung mit System Center Configuration Manager (SCCM) 2007 kann man folgenden Workflow definieren, dessen erster Teil bereits im vorausgegangenen Teil dieser Serie ausführlich vorgestellt worden ist.

  • 1. Einrichten der Standorteinstellungen des betreffenden Standorts
  • 2. Optional: Einrichten einer Compliance
  • 3. Installieren von SCCM Clients und Agenten
  • 4. Definieren von Abfragen und Sammlungen
  • 5. Testen von Software auf Funktionalität und Vorbereiten auf SCCM-Konformität
  • 6. Erstellen und Ausbringen (Rollout) von Softwarepaketen
  • 7. Kontrollieren des Rollouts

Dieser Teil setzt daher die Schritte 1 bis 4 voraus und widmet sich ganz der Paketierung und Verteilung. Abbildung 1 zeigt einen weiteren Workflow, der speziell den Verteilungsmechanismus des Pakets im Fokus hat.

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Vorbereiten der Software

Grundsätzlich darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Software auf allen zu installierenden Clients tatsächlich lauffähig sein muss. Damit nicht Clients wegen fehlerhafter Installationen ausfallen, ist eine sorgfältige Auswertung der Soft- und Hardwareinventur in Sammlungen notwendig. So banal es klingt – Testcomputer sind sehr von Vorteil. Die Installation sollte vorab, lokal – ohne SCCM – oder über eine Mini-Sammlung auf dem Computer getestet werden.

Pakete können mit einer beliebig ausführbaren Datei und anderen Quelldateien oder über eine sog. Paketdefinitionsdatei (Package Definition File) konstruiert werden. Paketdefinitionsdateien sind vorgefertigte Skriptdateien im ASCII-Textformat, die Informationen enthalten, wie ein Programm gestartet werden kann. Beispiele hierfür sind Angaben über Produktversion, Installationsverzeichnis, benötigter Speicherplatz, unbeaufsichtigte Installation oder einen benötigten Neustart. Eine Paketdefinitionsdatei besitzt die Endung *.sms oder *.pdf und ist in einigen Fällen der Installations-CD/DVD beiliegend.

Alternativ kann die Paketdefinitionsdatei auch über den Import einer Windows Installer-Datei des Typs *.msi erstellt werden. Um herauszufinden, ob es gewisse Installationsparameter gibt, die beispielsweise eine unbeaufsichtigte Installation unterstützen, empfiehlt sich der Aufruf der Setup-Datei mit einem „/?“. Microsoft Office 2007 muss beispielsweise für Anpassungen mit dem OCT (Office Customization Tool) speziell vorbereitet werden.

weiter mit: Alles geht über Pakete – Assistenten helfen

weitere Beiträge unserer SCCM-Reihe im Überblick:

  • Microsoft SCCM, Teil 1: Mehr als zehn Jahre System-Management – ein Überblick
  • Microsoft SCCM, Teil 2: Technische Planung in der Vorprojektphase eines SCCM-Einsatzes
  • Microsoft SCCM, Teil 3: Einführung in die interne Verwaltungsstruktur
  • Microsoft SCCM, Teil 4: Grundlegende Verwaltungsaufgaben: Standorteinstellungen und Sitemodus
  • Microsoft SCCM, Teil 5: Grundlegende Verwaltungsaufgaben: Discovery und Clientinstallation
  • Microsoft SCCM, Teil 6: Agenten für die Verwaltung von stationären und mobilen Computern
  • Microsoft SCCM, Teil 7: WSUS 3.0 für Microsoft Updates verwenden
  • Microsoft SCCM, Teil 8: Softwareverteilung mit dem SCCM – grundlegende Server-Aufgaben

Alles geht über Pakete – Assistenten helfen

Zur Softwareverteilung steht ein Assistent zur Verfügung, der in jedem Fall ein Paket erstellt oder ein bestehendes verwendet. Es ist allerdings Geschmacksache, ob man zuerst mit einem weiteren Assistenten ein Paket erstellt und anschließend über einen dritten Assistenten das Paket einer Sammlung ankündigt. Bei der schrittweisen Vorgehensweise hat der Administrator die Möglichkeit, vor der Verteilung die Eigenschaften des Pakets zu überprüfen, wie Abbildung 2 zeigt.

Für das Paket wird ein Quellverzeichnis verwendet, das entweder auf dem lokalen Server oder auf einer beliebigen Freigabe liegt. Das Computerkonto des Standortservers – nicht der angemeldete Administrator – muss dorthin Zugriffsberechtigungen haben. Sämtliche Dateien und Unterverzeichnisse ab dem Quellverzeichnis werden in das Paket integriert, unabhängig davon, ob die Dateien auch wirklich benötigt werden.

Damit ist es vor der Paketierung vorteilhaft, die Datenmenge zu überprüfen um ggf. Programme aus dem Quellverzeichnis zu entfernen. Neben den Quelldateien gehört zum Paket auch die Angabe der Verteilungspunkte, auf denen das Paket später in Kopie liegen soll.

Zur Installation auf dem Client sind die Einstellungen im Knoten „Programme“ essentiell: Hier steht, wie das Programm auf dem Client laufen soll. Theoretisch stehen alle Möglichkeiten offen: unbeaufsichtigt, mit Benutzereingabe, unter einer bestimmten Plattform (z.B. Windows XP), mit oder ohne administrative Berechtigungen oder wenn ein Benutzer angemeldet ist oder nicht. Nützlich sind auch Abhängigkeiten, die beispielsweise ein bestimmtes Programmpaket voraussetzen oder ein Programm für jeden Benutzer neu starten, um hier nur einige Features aufzuzählen.

Handhabung vieler Pakete

Lobenswert hinsichtlich der praktischen Handhabung ist, dass Administratoren neue Knoten anlegen können, um den Paketpool zu strukturieren, wie Abbildung 2 ebenfalls zeigt. Hier wurden beispielsweise Container für Utilities oder für Office-Produkte geschaffen. Per Drag-and-Drop zieht man anschließend die gewünschten Objekte in den Container. Auch ein Suchordner ist möglich, damit aus hunderten von Paketen später die richtigen herausgesucht werden können.

weiter mit: Paketkontrolle

weitere Beiträge unserer SCCM-Reihe im Überblick:

  • Microsoft SCCM, Teil 1: Mehr als zehn Jahre System-Management – ein Überblick
  • Microsoft SCCM, Teil 2: Technische Planung in der Vorprojektphase eines SCCM-Einsatzes
  • Microsoft SCCM, Teil 3: Einführung in die interne Verwaltungsstruktur
  • Microsoft SCCM, Teil 4: Grundlegende Verwaltungsaufgaben: Standorteinstellungen und Sitemodus
  • Microsoft SCCM, Teil 5: Grundlegende Verwaltungsaufgaben: Discovery und Clientinstallation
  • Microsoft SCCM, Teil 6: Agenten für die Verwaltung von stationären und mobilen Computern
  • Microsoft SCCM, Teil 7: WSUS 3.0 für Microsoft Updates verwenden
  • Microsoft SCCM, Teil 8: Softwareverteilung mit dem SCCM – grundlegende Server-Aufgaben

Paketkontrolle

Jedes Paket hat in einem untergeordneten Knoten einen Paketstatus, der anzeigt, ob das Paket auf einem Verteilungspunkt angekommen ist oder nicht. Jeder Verarbeitungsschritt kann hier nachvollzogen werden, wie Abbildung 3 zeigt.

Ankündigungen (Advertisement)

Eine Ankündigung erfolgt auf Mitglieder einer auswählbaren Sammlung, ohne dass eine Plausibilitätsprüfung erfolgt. Es kann damit in der Praxis vorkommen, dass eine falsche Sammlung mit optionalen Untersammlungen ausgewählt wird. SCCM versucht immer seinen Auftrag zu erfüllen und wird, je nach Einstellung, das angegebene Programm ein oder mehrmals ausführen.

Ein Administrator kann ein Zeitfenster bestimmen, in dem das Angebot seine Gültigkeit hat. Optional kann eingestellt werden, ob die Programmausführung obligatorisch sein soll. Ein Programm, das unbeaufsichtigt im Hintergrund laufen soll, muss immer obligatorisch zugewiesen sein. Wie bei den Paketen auch, können Ankündigungen in Knoten gegliedert sein. Abbildung 4 zeigt einen benutzerdefinierten Knoten mit zwei aktiven Ankündigungen.

Zum Rollout können Pakete entweder zum Download durch den Client auf dem Verteilungspunkt gespeichert werden (siehe Abbildung 5) oder Pakete werden sofort auf den Client in einem sog. Cache gespeichert. Der Cache liegt im SCCM-Clientverzeichnis unter C:\WINDOWS\system32\CCM\Cache. Der veränderbare Cache ist voreingestellt 5.120 MB groß.

Endkontrolle

Da ein Administrator bei hunderten oder tausenden Computern nicht extra auf jedem Computer eine Kontrolle ausführen kann, sind zuverlässige Rückmeldungen über Erfolg oder Misserfolg einer Installation essentiell. Im Knoten Systemstatus/Ankündigungsstatus sind, wie in Abbildung 6 zu erkennen ist, detaillierte Meldungen zu finden. Für eine spätere Endkontrolle sind ebenfalls webbasierende Berichte verfügbar, die die Statistik auswerten.

Fazit

Die Paketverschickung auf Clients ist mit einer Vielzahl von Optionen möglich, die kaum weitere Wünsche offen lässt. Zur Verteilung gibt es ein Push-Verfahren, das Software sofort zum Client kopiert, auf Kosten der Kapazität der lokalen Festplatte. Alternativ kann aber auch Software „On-Demand“ heruntergeladen werden. Statusmeldungen über Erfolg/Misserfolg werden zentral verwaltet und können statistisch ausgewertet werden.

weitere Beiträge unserer SCCM-Reihe im Überblick:

  • Microsoft SCCM, Teil 1: Mehr als zehn Jahre System-Management – ein Überblick
  • Microsoft SCCM, Teil 2: Technische Planung in der Vorprojektphase eines SCCM-Einsatzes
  • Microsoft SCCM, Teil 3: Einführung in die interne Verwaltungsstruktur
  • Microsoft SCCM, Teil 4: Grundlegende Verwaltungsaufgaben: Standorteinstellungen und Sitemodus
  • Microsoft SCCM, Teil 5: Grundlegende Verwaltungsaufgaben: Discovery und Clientinstallation
  • Microsoft SCCM, Teil 6: Agenten für die Verwaltung von stationären und mobilen Computern
  • Microsoft SCCM, Teil 7: WSUS 3.0 für Microsoft Updates verwenden
  • Microsoft SCCM, Teil 8: Softwareverteilung mit dem SCCM – grundlegende Server-Aufgaben

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