Neue Serverrolle für die Steuerung von virtuellen und physischen Netzen

Software-Defined Networking mit Windows 10 Server

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Mit Windows 10 und Windows 10 Server baut Microsoft den Bereich Software-Defined Networking (SDN) aus.
Mit Windows 10 und Windows 10 Server baut Microsoft den Bereich Software-Defined Networking (SDN) aus. (Bild: Joos)

Mit Windows 10 Server führt Microsoft die neue Serverrolle „Network Controller“ ein. Diese stellt den logischen Fortschritt der bereits in Windows Server 2012 2012/R2 verfügbaren Rolle IP-Adressmanagement (IPAM) dar. Wir geben einen Überblick zu den Möglichkeiten.

Mit Windows 10 und Windows 10 Server will Microsoft auch den Bereich Software-Defined Networking (SDN) ausbauen. Die Server im Netzwerk sollen dabei nicht nur passiv mit den Netzwerkkomponenten umgehen und von diesen mit Netzwerkpaketen versorgt werden, sondern aktiv die Steuerung, Verwaltung, Überwachung und Fehlerbehebung übernehmen. Windows 10 Server bietet dazu die Möglichkeit, sich als zentraler Steuerbereich in das Netzwerk einzubinden und die Kontrolle über virtuelle und physische Netzwerke zu übernehmen.

Die neue Serverrolle „Network Controller“ erlaubt, einfach ausgedrückt, die zentrale Überwachung und Konfiguration von virtuellen und physischen Netzwerken im Unternehmen. Der Dienst kann auch IPAM anbinden und überwachen sowie andere Netzwerkdienste und ganze Topologien. Es soll sich bei dieser Serverrolle also um einen zentralen Steuerungs- und Überwachungsdienst handeln. Durch die Anbindung an IPAM kann Windows 10 Server dann nicht nur Netzwerkgeräte überwachen, steuern und Fehler finden, sondern auch den Überblick im IP-Netz behalten. Durch die Anbindung an Microsoft System Center werden diese Möglichkeiten dann sogar noch deutlicher ausgebaut.

Administratoren verbinden sich mit ihren Verwaltungswerkzeugen dann zum Server mit installierter Network Controller-Rolle und können zentral alle Netzwerkkomponenten und virtuellen Switches überwachen und verwalten.

Hintergrund zum neuen Network Controller

Sobald der Dienst über den Server-Manager als Serverrolle installiert und eingerichtet ist (siehe Abbildung 1 und 4), verwalten Administratoren auf Wunsch die Netzwerke auch mit System Center Virtual Machine Manager 2012 R2 oder nextGen (siehe Abbildung 2) sowie System Center Operations Manager 2012 R2/ nextGen. Der Hintergrund dieser neuen Technik ist, dass Verwaltungsprogramme nicht mehr einzeln auf alle Komponenten des Netzwerks zugreifen sollen, sondern eine Verbindung mit dem Network Controller aufbauen. Mit diesem sind die Netzwerk-Komponenten verbunden und erlauben damit eine zentrale Steuerung.

Neben der zentralen Verwaltung des physischen und virtuellen Netzwerks, soll Network Controller auch Diagnose-Funktionen bieten. In der aktuellen Technical Preview sind diese Techniken aber noch nicht integriert. Im Fokus sollen auch die virtuellen Switches von Hyper-V und später auch VMware vSphere stehen, sowie deren Verbindung in physische Netzwerke und die Anbindung an die Cloud. Aber auch Hardware-Geräte wie Switches, Router und Loadbalancer sollen sich anbinden, verwalten und überwachen lassen. In diesem Zusammenhang wird der Network-Controller-Dienst auch mit neuen Funktionen in der PowerShell 5.0 zusammenarbeiten.

Data Center Abstraction (DAL) in der PowerShell 5.0

Bestandteil von Windows 10 Server ist auch die PowerShell 5.0. Neben vielen Änderungen und Neuerungen, bietet auch diese direkte Steuerungsmöglichkeiten für Netzwerk-Geräte, genauso wie der Network Controller. DAL bietet in der PowerShell 5.0 eine Remoteverwaltung von Rechenzentren und kompatiblen Netzwerkkomponenten. Dazu müssen die Netzwerkkomponenten von Microsoft zertifiziert sein. Zu den zertifizierten Herstellern gehören derzeit Cisco und Huawei, weitere sollen folgen.

Setzen Unternehmen kompatible Geräte ein, lassen sich diese in der PowerShell verwalten und überwachen. Das alles lässt sich dann auch mit dem Network Controller steuern. Microsoft geht in der TechNet näher auf die Funktionen und Möglichkeiten ein. Beispiele für die Skriptsteuerung von kompatiblen Geräten finden sich auch in der MSDN.

Administratoren können die zertifizierten Geräte auch über System Center Virtual Machine Manager nextGen verwalten, zusammen mit Network Controller in Windows 10 Server. Die PowerShell 5.0 bietet eine Layer 2-Verwaltung für Netzwerkswitches und kann diese Komponenten miteinander verbinden, zum Beispiel über Skripte zur Steuerung.

Integration mit System Center Virtual Machine Manager vNext

System Center Virtual Machine Manager vNext, PowerShell 5.0 und Windows 10 Server arbeiten eng zusammen und bieten in Kooperation bessere Verwaltung und Überwachung von Netzwerken (siehe Abbildung 3). Eine weitere Neuerung in VMM vNext besteht darin, dass die virtuellen Netzwerkadapter besser konfiguriert werden können. Administratoren können zum Beispiel mehrere virtuelle Netzwerkadapter bereits bei der Bereitstellung von virtuellen Servern zur Verfügung stellen.

Systemverwalter können in den Vorlagen für virtuelle Server den Netzwerkadapter benennen. Das funktioniert ähnlich wie das Consistent Device Naming (CDN) in physischen Netzwerkadaptern. Dazu muss aber der virtuelle Server als Generation-2-VM erstellt und mit Windows 10 Server installiert werden.

Administratoren können in der Technical Preview von VMM vNext logische Switches erstellen und mit allen Einstellungen zu Servern mit Windows 10 Server zuweisen. Auch Profile und Klassifizierungen können Administratoren verwenden. Diese Bereiche lassen sich später über Network Controller in Windows 10 Server zentral steuern und überwachen.

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