Big Data, IoT und Künstliche Intelligenz

Social Collaboration startet durch

| Autor / Redakteur: Sarah Gandorfer / Andreas Donner

Jeder zweite Mitarbeiter ist mit der technologischen Ausstattung des Arbeitsplatzes unzufrieden.
Jeder zweite Mitarbeiter ist mit der technologischen Ausstattung des Arbeitsplatzes unzufrieden. (Bild: Pixabay)

Der zunehmende Einsatz von Social-Collaboration (SC)-Tools macht sich bemerkbar. Die Technologie hilft Innovationen zu pushen, doch nur knapp 10 Prozent der Befragten vollständig zufrieden mit den vorhandenen Lösungen.

Unternehmen setzen mittlerweile vermehrt SC-Tools ein, wie die dritte Deutsche Social Collaboration Studie 2018 von Campana & Schott und dem Fachbereich Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Darmstadt zeigt. Auch der Reifegrad der deutschen Firmen stieg auf einer Skala von 1 bis 7 im Vergleich zum Vorjahr von 3,28 auf 3,96. Es kommen somit erstmals mehr digitale Technologien zum Einsatz als analoge Lösungsansätze, wie beispielsweise das Befragen persönlicher Kontakte oder etablierte Technologien wie das Versenden von E-Mails. Am häufigsten werden digitale Tools für die Suche nach Informationen und Neuigkeiten verwendet, gefolgt von Anträgen und Formularen. Gemäß der Studie arbeiten diejenigen, die öfter SC-Tools einsetzen um bis zu 30 Prozent effizienter als seine Kollegen.

„Dass der Einsatz von Social-Collaboration-Tools die Arbeitseffizienz erhöht, hat sich bereits in den vergangenen beiden Studien gezeigt“, erläutert Dr. Eric Schott, Mitautor der Studie und Geschäftsführer von Campana & Schott. „Inzwischen dienen SC-Tools vor allem zur Förderung von Innovationen sowie zur Verstärkung der firmenübergreifenden Zusammenarbeit. Um von den Vorteilen zu profitieren, müssen Unternehmen aber weiterhin bestehende Hemmnisse wie unzureichende Usability der Tools oder mangelnden mobilen Zugriff beheben.“

Erwartungen an Social Collaboration steigen

Der zunehmende Einsatz von SC macht sich bereits bemerkbar. So berichtet etwa jeder zweite Mitarbeiter von einer veränderten Unternehmenskultur. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Teams, Abteilungen und Hierarchieebenen hat sich verbessert, sodass auch Innovationen spürbar leichter realisiert werden konnten. Gleichzeitig erhöhen optimierte Prozesse die Motivation der Mitarbeiter.

Allerdings sind nur knapp zehn Prozent der Befragten zufrieden mit der technischen Ausstattung ihres Arbeitsplatzes. Das gilt für Konzerne genauso wie für Mittelständler. Gewünscht werden einfache, intuitiv bedienbare Anwendungen. Auch ein mobiler Zugriff auf Informationen wird häufig vermisst. Ein weiterer Punkt auf der Wunschliste ist eine verbesserte Work-Life-Balance, mehr Spaß an der Arbeit und eine flexiblere Erreichbarkeit.

Big Data, IoT und Künstliche Intelligenz

Der digitale Arbeitsplatz wird sich durch aktuelle Trends und zukunftsträchtige Technologien stark verändern. So setzen schon jetzt mehr als ein Drittel der Unternehmen auf Technologien aus den Bereichen Big Data/Data Analytics und über ein Fünftel aus dem IoT-Umfeld. Dieser Anteil wird sich in den kommenden Jahren deutlich erhöhen: So erwarten 60 Prozent der Befragten sehr große Veränderungen durch Big Data und 48 Prozent durch IoT. Zudem werden Künstliche Intelligenz sowie Augmented und Virtual Reality innerhalb der kommenden fünf Jahre die Arbeitsprozesse beeinflussen.

„Damit die Einführung von SC-Tools gelingt, ist eine Unterstützung des Managements und eine klare Vermittlung der Vorteile an die Mitarbeiter nötig“, betont Boris Ovcak, Director Social Collaboration bei Campana & Schott. „Dies geschieht nicht in allen Unternehmen. So berichten knapp 30 Prozent der Teilnehmer von einer geringen Unterstützung durch das Management und sogar 36 Prozent von einer nicht ausreichenden Kommunikation der Mehrwerte. Um diese zu verdeutlichen, können Unternehmen Use Cases nutzen. Dazu gehören Informationen zu aktuellen Themen und Projekten, das Stellen inhaltlicher Fragen, schnelles Feedback zu neuen Ideen oder das Finden von Experten zu bestimmten Bereichen.“

Reife durch Digitalisierungsprojekte

Digitalisierungsprojekte zahlen sich in Form einer stärkeren Technologienutzung und damit auch einer höheren Arbeitseffizienz aus, so das Fazit der Studie. Vor allem große Unternehmen haben in den letzten Jahren intensiv an digitalen Strategien gearbeitet und diese umgesetzt. Der Mittelstand hinkt dagegen bei der Planung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten hinterher. Dementsprechend ist der Reifegrad in Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben mit 4,5 deutlich höher als der Reifegrad von 3,4 bei Teilnehmern, für die Digitalisierungsprojekte bislang keine Rolle spielten. Zudem zeigen sich deutliche Branchenunterschiede: Während IT-Unternehmen mit 4,9 erwartungsgemäß den höchsten Reifegrad aufweisen, gefolgt von der Chemie- und Pharmaindustrie (4,2), liegen der Fahrzeugbau (3,9) und das Gesundheitswesen (3,7) unter dem Durchschnitt.

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