Red-Hat-Enterprise-Linux-Derivat CentOS virtualisieren

So virtualisieren Sie CentOS 8 unter Hyper-V

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Das kostenfreie Red-Hat-Enterprise-Linux-Derivat CentOS lässt sich auf Windows-Rechnern mit Hyper-V virtualisieren.
Das kostenfreie Red-Hat-Enterprise-Linux-Derivat CentOS lässt sich auf Windows-Rechnern mit Hyper-V virtualisieren. (Bild: CentOS / Microsoft / Joos)

CentOS gehört zu den bekanntesten Linux-Distributionen und kann auch mit Hyper-V virtualisiert werden. In diesem Beitrag zeigen wir die Installation und den Betrieb von CentOS 8 auf einem Computer mit Hyper-V.

CentOS gehört auch in der neuen Version 8 zu den unterstützten Betriebssystemen für eine Virtualisierung mit Hyper-V. Hier bestehen viele Möglichkeiten, das RHEL-Derivat (Red Hat Enterprise Linux) zu nutzen. CentOS 8 kann für Entwicklungs- und Testumgebungen problemlos auf Hyper-V in Windows 10 virtualisiert werden. Aber auch auf Windows-Servern ist die Virtualisierung möglich; das gilt auch für Hyper-V Server 2019. Sogar in Microsoft Azure kann CentOS virtualisiert werden.

CentOS mit Hyper-V nutzen

Red Hat Enterprise Linux (RHEL) ist ein kommerzielles Produkt, das zwar von vielen Unternehmen eingesetzt wird, welches aber lizenziert werden muss. Die meisten Funktionen in RHEL stehen auch für das kostenlose CentOS-Projekt zur Verfügung. CentOS basiert auf RHEL und hat eine breite Community-Unterstützung. Ein Großteil des Wissens, das Administratoren über jede andere Linux-Distribution haben, ist auch auf CentOS anwendbar.

Im Rahmen von Hyper-V wird CentOS in der Supportliste von Microsoft ausdrücklich als unterstütztes Betriebssystem genannt – auch in der neuen Version 8.

CentOS mit Hyper-V virtualisieren

CentOS hat seinen Schwerpunkt im Betrieb ohne grafische Oberfläche. Es gibt zwar grafische Oberflächen, diese werden aber in vielen Fällen nicht genutzt, da CentOS eher als Server-Lösung eingesetzt wird. Die aktuelle Version kann als ISO-Datei direkt bei den Entwicklern heruntergeladen werden https://www.centos.org. Im ersten Schritt wird im Hyper-V-Manager die VM erstellt. Dabei gelten folgende Empfehlungen:

  • 2 vCPUs sollten zur Verfügung stehen. Denn alle modernen Betriebssysteme arbeiten deutlich besser, wenn sie zwei Threads statt einen planen können
  • Dynamischer Speicher kann mit 512 MB Startup-Speicher, 256 MB Minimum-Speicher und 1 GB Maximum-Speicher verwendet werden. Das Maximum des dynamischen Speichers kann jederzeit nach oben angepasst werden, auch wenn die VM aktiv ist. Im produktiven Betrieb ist statischer Speicher aber natürlich besser.
  • 40 GB Festplattenplatz sollte vorhanden sein. Für Test- und Entwicklungsumgebungen können auch dynamisch expandierende VHDX-Systeme verwendet werden. Die Best Practice besteht darin, diese mit einer Blockgröße von 1 Megabyte zu erstellen. Das erfolgt in der PowerShell.
  • Secure Boot kann aktiviert bleiben, wenn die Generation 2 für CentOS-VMs genutzt wird. Dann muss allerdings muss "Microsoft Certification Authority" ausgewählt werden.
  • Eine statische MAC-Adresse sollte verwendet werden, wenn der Hyper-V-Host Mitglied eines Failover-Clusters ist und die Linux-VM hochverfügbar betrieben wird.

Linux-VM in Hyper-V mit Skript erstellen

Wer häufiger Linux-VMs mit Hyper-V erstellt, kann das Skript „New-VMLinux.ps1“ von GitHub herunterladen. Die Einstellungen im Skript lassen sich natürlich auf die eigenen Anforderungen hin anpassen. Das Skript muss in einer PowerShell-Sitzung mit administrativen Rechten gestartet werden.

Nachdem es aufgerufen wurde, muss nur der Name der VM eingegeben werden. Danach erstellt das Skript eine für Linux optimierte Generation-2-VM. Die Parameter lassen sich in den Eigenschaften jederzeit abrufen und auch nachträglich ändern. Auch im Skript können Anpassungen vorgenommen werden. Um CentOS zu installieren, muss in den Einstellungen die ISO-Datei als virtuelle DVD verknüpft werden. Danach wird der virtuelle Computer gestartet und die Installation beginnt. Die Bildergalerie zu diesem Artikel zeigt die einzelnen Schritte.

CentOS installieren und aktualisieren

Der größte Teil der Installation wird mit einer grafischen Oberfläche durchgeführt. Die Fenster sind in der Bildergalerie zu sehen. Im Rahmen der Installation lassen sich in der grafischen Oberfläche alle Einstellungen des Servers vornehmen. Danach ist der Server einsatzbereit. Nach der Installation sollten die neusten Updates auf dem Server installiert werden:

sudo yum check-update
sudo yum update

Danach ist CentOS einsatzbereit. Das virtuelle Betriebssystem und Hyper-V wollen beide die Disk I/Os optimieren. Wenn beide System die Disk I/Os optimieren wollen, ist das allerdings nicht optimal. Es bietet sich daher beim Einsatz mit Hyper-V an, die Option zur Optimierung der Disk I/Os in CentOS zu deaktivieren. Das gilt übrigens generell auch für andere virtualisierten Linux-Distributionen:

su root
echo noop > /sys/block/sda/queue/scheduler

Um eine grafische Oberfläche zu installieren, können die verfügbaren Pakete angezeigt werden:

ln yum group list

Für die Installation der grafischen Oberfläche wird danach folgender Befehl verwendet:

yum groupinstall "GNOME Desktop" "Graphical Administration Tools"

Soll die grafische Oberfläche gleich beim Start geöffnet werden, erfolgt das mit dem folgenden Befehl:

ln -sf /lib/systemd/system/runlevel5.target /etc/systemd/system/default.target

Danach wird mit „reboot“ der Server neu gestartet. Für die Verwendung der grafischen Oberfläche, müssen dann der Assistent durchgearbeitet werden, der beim Neustart automatisch erscheint.

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