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Für wen sich der Einsatz von Windows-Arbeitsgruppen lohnt So betreiben Sie Windows 10 im Netzwerk ohne Active Directory

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Um Windows 10 im Netzwerk zu betreiben und Daten zwischen Server und Workstations auszutauschen, ist nicht immer ein Active Directory notwendig. Auch der Betrieb in einer Arbeitsgruppe ist durchaus sinnvoll – vor allem bei kleinen Unternehmen.

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Es muss nicht immer Active Directory sein – gerade in kleineren Netzen ist die Organisation in Arbeitsgruppen oft besser geeignet.
Es muss nicht immer Active Directory sein – gerade in kleineren Netzen ist die Organisation in Arbeitsgruppen oft besser geeignet.
(Bild: © Alexander Ivanov - stock.adobe.com)

Wenn im Netzwerk mehrere Windows-10-Arbeitsstationen im Einsatz sind, die Daten miteinander austauschen sollen und bei denen sich Benutzer mit eigenen Accounts anmelden, ist nicht immer ein Active Directory notwendig. Hier besteht auch die Möglichkeit, eine Arbeitsgruppe zu verwenden. Diese hat für kleine Unternehmen im Vergleich zu Active Directory mehrere Vorteile.

Vorteile beim Einsatz einer Arbeitsgruppe

Auch wenn in Unternehmen vor allem Active Directory zum Einsatz kommt, ist für kleine Arbeitsgruppen der Betrieb als einfache Windows-Arbeitsgruppe häufig besser. Wir gehen nachfolgend auf die folgenden Vorteile ein:

  • Es werden keine Active-Directory-Domänencontroller benötigt (Microsoft empfiehlt stets den Betrieb von zwei Domänencontrollern), die installiert, eingerichtet, verwaltet und gesichert werden müssen.
  • Die Erstellung, die Verwaltung und der Betrieb von Active Directory ist nicht trivial und entfällt bei Arbeitsgruppen komplett.
  • Es müssen weder Verfügbarkeit noch Datensicherung für Active Directory eingerichtet, verwaltet und überwacht werden.
  • Fehlerbehebung und Optimierung von Active Directory entfallen.
  • Alle Editionen von Windows 10 können Mitglied einer Arbeitsgruppe sein; für ein Active Directory braucht es dagegen Pro- und Enterprise-Versionen.
  • Windows 10 ist nach der Installation automatisch Mitglied in der Gruppe „Workgroup“.

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Passende IP-Einstellungen wählen

Natürlich gilt auch für den Einsatz in Arbeitsgruppen, dass mit passenden IP-Adressen gearbeitet werden muss. Daher ist es empfehlenswert, dass auch in kleineren Netzwerken ein DHCP-Server zum Einsatz kommt. Dabei kann es sich bspw. um ein NAS-System handeln, auf dem auch ein DHCP-Dienst betrieben werden kann, oder alternativ um einen Internet-Router, der die DHCP-Aufgaben übernimmt. Viele NAS-Systeme lassen sich übrigens problemlos in Arbeitsgruppen integrieren und auch ohne Active Directory nutzen. Hier ist es daher aber wichtig, den richtigen Namen der Arbeitsgruppe einzugeben.

Windows-10-Arbeitsgruppe optimieren

Generell muss in Windows 10, aber auch in Windows 7 und Windows 8/8.1 sowie auf Windows-Servern keine spezielle Einrichtung vorgenommen werden, damit Windows in einer Arbeitsgruppe betrieben werden kann. Generell befinden sich alle Windows-10-Rechner nach der Installation automatisch in der Arbeitsgruppe „Workgroup“. Die Arbeitsgruppe ist am schnellsten auf der Registerkarte „Computername“ in den Systemeigenschaften zu sehen. Diese werden in Windows 10 und auf Windows-Servern am schnellsten mit „sysdm.cpl“ aufgerufen. Der Befehl kann in einer Eingabeaufforderung oder im Suchfeld der Taskleiste eingegeben werden.

Über „Ändern“ kann bei „Mitglied von“ die Option „Arbeitsgruppe“ aktiviert und der Name der Arbeitsgruppe angegeben werden. Nach der Änderung muss der Rechner neu gestartet werden.

Wichtig: Der Name der Arbeitsgruppe muss bei allen Computern und anderen Netzwerkgeräten, die den Betrieb unterstützen, identisch sein. Es bietet sich also an, mit einem einfachen Namen zu arbeiten, bei dem auch keine Tippfehler auftreten können.

Im Windows-Explorer sind bei „Netzwerk“ alle Geräte zu sehen, die in einer Arbeitsgrippe zu finden sind bzw., die der aktuelle Windows-10-Computer im Netzwerk finden kann.

Freigabe-Einstellungen und Firewall-Richtlinien beachten

Werden Windows-10-Rechner in einer Arbeitsgruppe betrieben, sollten sich Administratoren die Netzwerk- und Freigabeeinstellungen ansehen. Diese sind in der Systemsteuerung über „Netzwerk und Internet \ Netzwerk- und Freigabecenter“ zu finden. Die Systemsteuerung kann durch Eingabe von „Systemsteuerung“ im Suchfeld des Startmenüs gestartet werden. Wichtig ist hier der Bereich „Erweiterte Freigabeeinstellungen ändern“.

Hier sollte bei „Privat“ die Option „Netzwerkerkennung einschalten“ aktiviert werden, damit Windows-10-Rechner angezeigt werden, wenn Anwender im Explorer „Netzwerk“ anklicken. Wichtig an dieser Stelle ist auch die Option „Datei- und Druckerfreigabe aktivieren“, für das verwendete Netzwerk-Profil. Im Heimnetzwerk sollte das Netzwerkprofil im Netzwerk- und Freigabecenter auf „Privat“ gesetzt werden.

Eine weitere, wichtige Option ist „Kennwortgeschütztes Freigeben“ bei „Alle Netzwerke“ im Netzwerk- und Freigabecenter. Auch hier kann konfiguriert werden, wie Freigaben auf dem lokalen Rechner für andere Benutzer im Netzwerk zugreifbar sind.

Wichtig an dieser Stelle sind auch die Einstellungen der Windows-Firewall. Diese sollten zunächst mit „firewall.cpl“ überprüft werden.

Benutzer anlegen und Rechte erteilen

Ohne Active Directory müssen die Benutzerkonten, mit denen sich Anwender an PCs anmelden, lokal angelegt werden. Alternativ kann mit Microsoft-Konten gearbeitet werden. Sollen Anwender aus dem Netzwerk auf Freigaben eines lokalen Rechners zugreifen, zum Beispiel auf einen Windows-Server oder eine Arbeitsstation, müssen die entsprechenden Konten in der lokalen Benutzersteuerung des Servers oder der betreffenden Arbeitsstation angelegt werden. Die Anwender melden sich dann mit der Syntax „<Name des Computers mit der Freigabe>\Benutzername> an und geben das Kennwort ein, das auf dem Server oder der Arbeitsstation für den Benutzer angelegt wurden. Die lokale Benutzerverwaltung wird in Windows 10 und auf Windows-Servern am einfachsten über „lusrmgr.msc“ aufgerufen.

Schnellanleitung für das Konfigurieren von Windows 10 für Arbeitsgruppen:

  • 1. In Windows (auch auf Servern) sysdm.cpl aufrufen
  • 2. Auf der Registerkarte „Computername“ auf „Ändern“ klicken
  • 3. Die Option „Arbeitsgruppe“ aktivieren und den gleichen Namen eintragen, wie auf allen anderen Geräten dieser Arbeitsgruppe
  • 4. Nach Bestätigung den Computer neu starten
  • 5. In der Systemsteuerung „Netzwerk und Internet\Netzwerk- und Freigabecenter“ aufrufen
  • 6. Überprüfen, ob bei „Aktive Netzwerke anzeigen“ das aktuelle Netzwerk auf „Privates Netzwerk“ gesetzt ist
  • 7. Wenn nicht, dann Registry-Editor öffnen und zu „HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\Current Version\NetworkList\Profiles“ wechseln. Danach das Profil des Netzadapters auswählen und doppelt auf den Eintrag „Category“ klicken. Welches Profil richtig ist, sieht man am Wert „ProfileName“. Dieser wird auch im Netzwerk- und Freigabecenter angezeigt
  • 8. Der Wert muss auf „1“ gesetzt“ werden. Nach der Änderung den Computer neu starten
  • 9. „Erweiterte Freigabeeinstellungen ändern“ anklicken
  • 10. Bei „Privat“ die Option „Netzwerkerkennung einschalten“ aktivieren
  • 11. „Datei- und Druckerfreigabe aktivieren“

Über das Netzwerk kann auf Freigaben auf dem Rechner zugegriffen werden. Die Authentifizierung erfolgt über die Eingabe von <Computername>\<Benutzername> oder durch Eingabe der E-Mail-Adresse für das auf dem Rechner verwendete Microsoft-Konto.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist