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KNX, Zigbee, Z-Wave und EnOcean im Wettstreit

Smart Home: Noch kein Durchblick im Zuhause

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Dritter im Bunde

Homematic, Z-Wave, Zigbee – um die Verwirrung noch komplett zu machen, haben nun auch ABB, Bosch, Cisco und LG den Markt für sich entdeckt und wollen ein Konsortium gründen, das eine offene Architektur für den Datenaustausch im Smart Home entwickelt. Die Software-Plattform soll allen Herstellern, Software-Entwicklern und Anbietern von Dienstleistungen fürs vernetzte Zuhause zur Verfügung stehen und eine Vielzahl von Services zusammenführen, zum Beispiel in den Bereichen Energiemanagement, Sicherheitstechnik und Komfort sowie Unterhaltungselektronik.

Die vier Hersteller verstehen sich hier als Gründungspartner, die die technischen Rahmenbedingungen abstecken, aber Zuwachs aufgeschlossen gegenüber stehen. Im Gespräch mit IP-Insider sagte Dr. Dirk Schlesinger von Cisco, dass man gerne nächstes Jahr starten würde. Das Konsortium muss allerdings erst noch kartellrechtlich genehmigt werden.

Elementares Standbein

Abseits dieser größeren Initiativen versuchen Hersteller auch eigene Wege zu gehen. Zum Beispiel Gigaset, traditionellerweise als Hersteller von Telefonen bekannt. Hier will man sich im Bereich Smart Home ein neues Firmenstandbein schaffen und hat vor wenigen Wochen die Lösung „elements“ auf den Markt gebracht. Die Elemente können beliebig kombiniert werden und ermöglichen so individuelle Lösungen. Das System ist erweiterbar und so leicht zu installieren, dass ein intelligentes Zuhause für jedermann möglich wird, verspricht der Hersteller. Sensoren registrieren was zuhause geschieht und leiten die Informationen auf das Smartphone weiter.

Wer es sich gerade am Anfang ganz leicht machen möchte, für den ist das Safety Starter Kit das Richtige. Es besteht aus zwei Sensoren – dem Türsensor „door“ und dem Bewegungsmelder „motion“ – sowie der Basisstation „base“ und einer App für Smartphones. Die Basisstation wird per LAN-Kabel mit dem Internet-Router verbunden und steht somit in seiner Nähe. Die von Sensoren erfassten Daten werden mittels DECT-ULE an die Basisstation gesendet.

ULE steht hierbei für Ultra Low Energy und ist für die effiziente Übertragung besonders bei kleineren Datenpaketen geeignet. Über die App kann man sich dann Push-Nachrichten auf sein Smartphone schicken lassen.

Wer macht das Rennen?

Während die IT-Distribution natürlich auf ihre Händler setzt, geht die Telekom auch hier einen etwas anderen Weg. Ähnlich wie bei Gigaset Elements können grundsätzlich viele einfache Qivicon-Lösungen leicht vom Kunden selbst installiert, genutzt und erweitert werden. Aber darüber hinaus steht hier nicht der IT-Fachhändler im Fokus. Holger Knöpke, Leiter Connected Home Deutsche Telekom: „Geplant ist ebenfalls, dass Kunden umfangreichere Lösungen von Handwerksbetrieben installieren lassen können. Dies bietet sich bei Kunden an, die nicht selber Hand anlegen möchten, oder bei Smart-Home-Lösungen, die von einem Laien nicht selbst installiert werden können.

Zum Beispiel bei der Installation einer neuen Heizungsanlage oder dem Einbau neuer Fenster und Jalousien. Qivicon setzt speziell in diesen Fällen auf die Meisterbetriebe des Handwerks.“ Allerdings ist man sich auch hier sicher: „Der noch in den Anfängen stehende Bereich Smart Home bietet eine große Chance für den Fachhandel, sich frühzeitig in diesem Markt zu positionieren und entsprechende Wertschöpfungen vom Verkauf bis hin zur Installation anzubieten. Aus Sicht des Endkunden sollte neben einer entsprechenden Beratungsqualität die Möglichkeit des Erlebens am POS gegeben sein.“

Bei meinem Kollegen wurde übrigens nicht eingebrochen. Warum sich die Wohnzimmertür trotzdem gemeldet hat, bleibt das Geheimnis des smarten Zuhauses.

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