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So geht Business-Rhetorik Smalltalk – kleine Gespräche für beruflichen Erfolg

Autor / Redakteur: Sariana Kunze / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Smalltalk bedeutet „kleines Gespräch“. Gemeint ist eine Unterhaltung über belanglose Alltäglichkeiten. Was so banal und unwichtig klingt, kann für die Karriere ein ganz entscheidender Faktor sein. Und das Beste: Man kann Smalltalk lernen. Wir geben Ihnen Tipps für den Alltag.

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Erfolgreich Smalltalken hilft beim Erklimmen der Karriere-Leiter! Mit ein paar Tipps und Tricks ist guter Small Talk kinderleicht.
Erfolgreich Smalltalken hilft beim Erklimmen der Karriere-Leiter! Mit ein paar Tipps und Tricks ist guter Small Talk kinderleicht.
(Bild: clipdealer.de)

Beruflicher Erfolg hängt nicht nur von Können und Kompetenzen ab, sondern auch und gerade vom geschickten Umgang mit Menschen. Wenn Sie mit ihrem Chef, Kunden oder Kollegen nett plaudern können, wirken Sie interessant und sympathisch. So können Sie wichtige Kontakte knüpfen, eine entspannte Arbeitsatmosphäre aufbauen und eine optimale Basis für Verhandlungen schaffen. Zudem geben Ihnen die kleinen Plaudereien Gelegenheit zur diskreten Selbstdarstellung. Mit etwas Geschick können Sie sich unaufdringlich als kompetent, selbstbewusst und freundlich präsentieren. All das erreichen Sie mit gelungenem Smalltalk. Sie sehen schon: die Möglichkeiten des „kleinen Gesprächs“ sind groß und alles andere als belanglos.

Allerdings fällt es nicht jedem leicht, Smalltalk zu führen. Viele sind unsicher, wie sie ein Gespräch beginnen sollen, vor allem wenn sie den Gesprächspartner nicht oder nicht gut kennen. Andere haben Sorge, zu viel von sich preiszugeben, zu aufdringlich zu wirken oder im wichtigsten Moment nicht weiterzuwissen. Welche Themen eignen sich für Smalltalk? Wie wirke ich interessant und sympathisch? Auf diese Fragen kann man sich vorbereiten. Wir erklären Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Der Gesprächseinstieg

Vor dem Beginn des Smalltalks fürchten sich viele Menschen. Wie soll man anfangen? Dabei ist es gar nicht so schwer, ein Gespräch zu eröffnen. Wichtig ist, dass Sie selbst entspannt sind. Wenn Sie Freundlichkeit und Offenheit ausstrahlen, wirken Sie sofort sympathisch. Ein guter Eisbrecher ist bspw. eine positive Äußerung über die Veranstaltung: „Wirklich ein gelungenes Fest, finden Sie nicht auch?“

Mit einer solchen Bemerkung greifen Sie zunächst die konkreteste Gemeinsamkeit zwischen Ihnen und Ihrem Gesprächspartner auf: Sie sind gemeinsam auf einer Veranstaltung. Mit der Frage nach der Meinung Ihres Gegenübers signalisieren Sie ihm Interesse an seiner Einstellung und seiner Person.

Wie geht es dann weiter?

Achten Sie schon zu Beginn des Gesprächs auf die Reaktionen Ihres Gegenübers. Nicht nur die Worte, auch die nonverbalen Signale sind wichtig. Zum Beispiel verrät die Körperhaltung viel über Ihren Gesprächspartner. Geht er auf den Einstieg ein? Stimmt er Ihnen zu? Entgegnet er etwas, das Sie Ihrerseits aufgreifen können? Dann haben Sie schon fast gewonnen. Beobachten Sie aufmerksam, welche Themen Ihren Gesprächspartner zu interessieren scheinen. Nur wenn alle Beteiligten Interesse am Gesprächsthema haben, vermeiden Sie Langeweile und hinterlassen ein angenehmes Gefühl und damit einen guten Eindruck.

Sollte Ihr Gesprächspartner Ihnen signalisieren, dass er im Moment kein Interesse am Smalltalk mit Ihnen hat, beenden Sie das Gespräch zügig und freundlich. Nehmen Sie eine solche Ablehnung nicht persönlich. Es kann sehr viele Gründe geben, auf die Plauderei nicht einzugehen, und die wenigsten haben mit Ihnen persönlich zu tun.

Welche Themen eignen sich für einen gelungenen Smalltalk?

Gute Voraussetzung für interessante Gespräche ist eine gute Allgemeinbildung. Wenn Sie zu vielen verschiedenen Themen ein gewisses Grundwissen haben, ist es leichter, ein ungezwungenes Gespräch zu starten. Zudem macht eine solide Allgemeinbildung immer einen guten Eindruck. Gleiches gilt für das aktuelle Tagesgeschehen. Wenn Sie hier auf dem Laufenden sind, finden Sie schnell ein Gesprächsthema, das Sie beide interessiert.

Geeignete Themen für Smalltalk sind vielfältig (ein Beispiel)

  • Beruf und Karriere („Haben Sie nicht auch mal in Abteilung xy gearbeitet?“)
  • Kultur („Gerade wurden ja die Wagner-Festspiele eröffnet. Waren Sie schon einmal dort?“)
  • Fernsehen und Kino („Was halten Sie von der Vielzahl an Talkshows?)
  • Urlaub („Was haben Sie im Urlaub vor?“)
  • Lebensqualität („Wohnen Sie nicht in xy? Da ist doch dieser schöne Park!“)

Auch technische Neuerungen, Einkaufsmöglichkeiten, bekannte Lokale, Möbel, Hobbys, bekannte Persönlichkeiten, Sport oder Mode bieten vielfältige Möglichkeiten für ein „kleines Gespräch“. Allzu tief müssen Ihre Kenntnisse in den einzelnen Bereichen nicht gehen, meistens bleibt das Gespräch ohnehin eher an der Oberfläche. Versuchen Sie allerdings nicht, tieferes Wissen vorzugaukeln, als sie tatsächlich haben. Die Gefahr, dabei ertappt zu werden, ist groß.

Suchen Sie nach Gemeinsamkeiten. Vielleicht haben Sie ähnliche Hobbys wie Ihr Gegenüber, haben die gleichen Bücher gelesen oder an der gleichen Uni studiert? Dann haben Sie den perfekten Aufhänger, um das Gespräch gekonnt weiterzuführen. Auch zurückhaltende Komplimente sind für einen Smalltalk gut geeignet. Sie sollten aber unbedingt ehrlich gemeint sein. Achten Sie darauf, Ihr Kompliment nicht übertrieben zu formulieren und Ihr Gegenüber damit nicht in Verlegenheit zu bringen. Machen Sie Komplimente deshalb prinzipiell im Gespräch unter vier Augen.

Es gibt allerdings auch einige Themen, die für Smalltalk eher nicht geeignet sind: Politik, Religion oder Geld sind Bereiche, die leicht für gedrückte Stimmung oder unerwünschte Auseinandersetzungen sorgen. Gleiches gilt für private Probleme, Krankheiten und Diffamierungen aller Art. Derartige Themen sollten Sie meiden.

Passende Themen durch rechtzeitige Vorbereitung

Wenn Sie zu einem Termin eingeladen sind, können Sie sich auf den Smalltalk vorbereiten. Versuchen Sie herauszufinden, wer auf der Veranstaltung anwesend sein wird. Vielleicht wissen Sie über den einen oder anderen Gast schon etwas, das Aufhänger für einen Smalltalk sein kann? Befragen Sie ruhig auch gemeinsame Bekannte, für welche Themen sich der Gastgeber oder die Teilnehmer interessieren. Auch die Veranstaltung selbst bietet Möglichkeiten, sich auf Plaudereien vorzubereiten: Wenn Sie zu einem Firmenjubiläum eingeladen sind, recherchieren Sie zum Beispiel vorher die Firmengeschichte.

Gekonnter Smalltalk durch aktives Zuhören

Eine Grundregel jeder gelungenen Kommunikation ist das aktive Zuhören. Seien Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit voll bei Ihrem Gesprächspartner und versuchen Sie, neben den Worten auch das eigentlich Gemeinte wahrzunehmen. Jede Kommunikation hat mehrere Ebenen, der Inhalt der Worte ist nur eine davon. Achten Sie auf Betonung, Körpersprache und Mimik und nutzen Sie Ihre Menschenkenntnis, um die wahre Absicht hinter den Worten wahrzunehmen. So fühlt sich der Gesprächspartner von Ihnen ernst genommen und verstanden. Das macht sympathisch.

Smalltalk mit dem Chef

Besonders heikel sind kleine Plaudereien mit dem Chef. Gerade da will man ja nichts falsch machen, will sich richtig präsentieren und ist gleichzeitig etwas nervös. In den meisten Fällen sind aber gerade Gespräche mit Vorgesetzten kein großes Problem. Menschen, die es geschafft haben, sich in der Hierarchie nach oben zu arbeiten, sind meistens auch sehr gut im Smalltalk. Trotzdem sollten Sie einige Dinge beachten: Negative Äußerungen über Firma, Arbeit und Kollegen sind tabu! Wenn Sie Kritik äußern möchten, tun Sie das in einem dafür geeigneteren Rahmen. Auch Lästereien und spitze Bemerkungen über Kollegen und Kunden sind fehl am Platz, selbst wenn sie witzig verpackt sind.

Neutrale oder positive Bemerkungen rund um die Firma bieten sich jedoch an: das letzte Firmenfest, die Umgestaltung der Büroräume, Erfolge der letzten Zeit. Auch Vorgesetzte werden gerne gelobt. Wenn Ihr Chef etwas geleistet hat, für das Sie ihm von ganzem Herzen ein Kompliment machen können, dann tun Sie das ruhig. Übertreiben Sie dabei aber nicht!

Den Smalltalk gekonnt beenden

Der Abschluss eines Gesprächs hat großen Einfluss darauf, wie es uns in Erinnerung bleibt. Ein gekonnter Ausstieg erhält den angenehmen Eindruck, den Sie während des Gesprächs geschaffen haben. Verabschieden Sie sich immer freundlich und höflich. Ein Gespräch, das „im Sande verläuft“, hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Ein authentischer Abschied aus der Situation heraus ist durchaus erlaubt: Sagen Sie ruhig ehrlich, dass Sie einen frisch eingetroffenen Kollegen begrüßen oder sich noch etwas zu trinken holen möchten. Wenn Sie gerade bei „heiklen“ Themen sind, versuchen Sie lieber, das Gespräch wieder in ruhigere Fahrwasser zu lenken, bevor Sie es beenden.

Fazit

Die Wirkung eines guten Smalltalks für die Karriere kann groß sein. Wenn Sie in diesem Bereich noch nicht Ihre größte Stärke sehen, trainieren Sie Ihre Plauder-Fähigkeiten. Gelegenheiten dazu gibt es jeden Tag: beim Einkaufen mit der Verkäuferin, beim kurzen Über-den-Zaun-Gespräch mit den Nachbarn, mit Kollegen im Aufzug oder der Kantine, mit Fremden auf einer Party. Nutzen Sie die Trainingsfelder, die sich Ihnen bieten. Wenn Sie sehr unsicher sind, legen Sie sich für den Anfang ruhig passende Gesprächseinstiege zurecht. Sie werden sehen: Auch Smalltalk ist eine Kunst, bei der Sie durch Übung zum Meister werden können.

Dieser Beitrag stammt von unserer Schwesterpublikation Elektrotechnik.

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Über den Autor

 Sariana Kunze

Sariana Kunze

Fachredakteurin Automatisierung, Vogel Commnications Group GmbH & Co. KG