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Grundlagen des System-Managements, Teil 4 Skripte statt Handarbeit

Ein Gastbeitrag von Peter Dümig

Durch die Automatisierung von Routine-Aufgaben mithilfe von Skripten können Administratoren viel Zeit sparen, insbesondere, wenn sie mehrere Systeme verwalten müssen. Damit ergänzen Skripte die grafischen Management-Oberflächen von Servern geradezu ideal.

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Via Skript lassen sich viele Serverkonfigurationen schneller vornehmen als über die grafischen Oberflächen der Management-Controller.
Via Skript lassen sich viele Serverkonfigurationen schneller vornehmen als über die grafischen Oberflächen der Management-Controller.
(Bild: Dell Technologies)

Grafische Oberflächen für die Systemverwaltung sind komfortabel, nicht zuletzt, weil sie sämtliche Statusinformationen eines Servers übersichtlich darstellen und eine bequeme Anpassung aller Einstellungen erlauben. Selbst das Betriebssystem lässt sich aus der Ferne über das GUI (Graphical User Interface) des Management-Controllers aktualisieren oder sogar neu aufsetzen. Lange Zeit lagen deshalb reine GUIs im Trend, die Administratoren die Arbeit auf der Kommandozeile abnahmen.

Allerdings lässt sich über die grafische Oberfläche des Management-Controllers nur der jeweilige Server steuern. Wer mehrere Server verwaltet, muss sich immer wieder bei anderen Systemen anmelden und dort die immer gleichen Einstellungen vornehmen.

Das kann schnell sehr aufwändig werden, weshalb die Kommandozeile seit einigen Jahren wieder an Popularität gewinnt. Schließlich müssen Administratoren zunehmend größere IT-Infrastrukturen verwalten und können die wiederkehrenden Kommandos gut in einem Skript speichern, sodass sie sich schnell starten beziehungsweise wiederverwenden lassen.

Die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben

Skripte erlauben eine sehr weitgehende Automatisierung des System-Managements und sparen Administratoren dadurch viel Zeit. Am weitesten verbreitet sind Bibliotheken und Module für Powershell und Python, mit denen ein Zugriff auf alle Funktionen der Management-Controller möglich ist.

Da deren APIs inzwischen mehrheitlich auf den „Redfish“-Standard setzen (siehe: „Grundlagen des System-Managements, Teil 3 – Die Protokollbasis der Server-Fernwartung“), lassen sich die Skripte oft mit einigen wenigen Anpassungen für die Steuerung von Servern verschiedener Hersteller fit machen. Ohne Anpassungen geht es jedoch in der Regel nicht, da die Redfish-Implementierungen nicht zu einhundert Prozent identisch sind und die Hersteller häufig eigene Funktionen ergänzt haben, die über den Standard hinausgehen.

Gerade bei Routineaufgaben wie dem regelmäßigen Ändern von Kennwörtern oder dem Rollout von Profilen mit den neuesten Einstellungen sind Skripte eine enorme Arbeitserleichterung. Bereits bei wenigen Servern ist man deutlich schneller als mit der manuellen Durchführung aller notwendigen Schritte auf mehreren Systemen. Zudem kann ein Skript unbeaufsichtigt laufen und braucht nicht durchgehend die Aufmerksamkeit des Administrators – das ist insbesondere bei längeren Vorgängen wie der Remote-Installation von Betriebssystemen praktisch.

Skripte erfordern Know-how

Allerdings muss der Administrator genau wissen, was er tut und er sollte seine Skripte vor dem Einsatz auf Produktivsystemen testen. Denn anders als bei den grafischen Oberflächen gibt es keine Checkboxen, Drop-Down-Menüs oder Sicherheitsabfragen, die Fehlkonfigurationen verhindern. Überdies betrifft ein Fehler meist nicht nur ein einziges, sondern schnell mehrere Systeme.

Andererseits lassen sich mit Skripten aber Fehler vermeiden, die sich bei repetitiven Tätigkeiten oder komplexen Konfigurationen gerne einschleichen. Ebenso stellt die vorgegebene Befehlsabfolge sicher, dass tatsächlich alle Server identisch konfiguriert sind, während es bei der manuellen Einrichtung mehrerer Systeme durchaus zu Abweichungen kommen kann.

Idealerweise sind neben den Management-Controllern der Server auch die Management-Suiten der Server-Hersteller via Skript ansprechbar. Auf diese Weise können Administratoren flexibel zwischen Skripten, der GUI des Controllers und Tools wie „Dell Open Manage Enterprise“, „HPE One View“, „Lenovo X Clarity“ und „Fujitsu Server View“ wechseln und die Lösung wählen, die am besten zur jeweiligen Aufgabe passt.

Peter Dümig.
Peter Dümig.
(Bild: Dell GmbH)

Über den Autor

Peter Dümig ist Senior Product Manager Server bei Dell Technologies Deutschland.

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