Die (R)Evolution der Rechenzentren; Teil 26

Sind DCB-Funktionen auf RZ-Core- und Campus-Switches nötig – eine Analyse

11.04.2011 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Eine Warteschlangenanalyse fördert die Wirkung der DCB-Protokolle zutage; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels
Eine Warteschlangenanalyse fördert die Wirkung der DCB-Protokolle zutage; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels

Im Rahmen des Netzwerk-Redesign Forums 2010 der ComConsult-Akademie wurden einige Thesen aufgestellt, die auf den ersten Blick teilweise nicht unstrittig sind und erhebliche Bedeutung für die Auswahlkriterien zukünftiger Core-Switches haben. Sie beziehen sich auf die Frage der Sinnhaftigkeit der DCB-Funktionen – und zwar losgelöst vom Thema „Lossless Ethernet“ – sowie auf Fragen der Latenz.

Diese Aussage bedarf einer weiteren Analyse. Eine Diskussion dieser fundamentalen Thesen nur auf der Grundlage mündlicher Aussagen der Beteiligten, die auf dem jeweiligen individuell geprägten Verständnis der zur Diskussion stehenden Verfahren beruht, führt nicht zu einem eindeutigen Ergebnis.

Also muss teilweise auf eine mathematische Analyse zurückgegriffen werden. Es zeigt sich, dass die Thesen nicht nur verifiziert werden können, sondern eine wesentlich weiter reichende Bedeutung haben, als man zunächst annehmen könnte. Die zur Diskussion stehenden Thesen lauten:

  • „Die Implementierung von DCB-Funktionen ist ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl zukünftiger RZ-Core Switches“
  • „Die Implementierung von DCB-Funktionen ist ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl zukünftiger Campus-Switches“
  • „Für das Problem der Latenz in RZ-Netzen ist der Wechsel der Datenrate von 10 GbE auf 100 GbE von untergeordneter Bedeutung. Bezogen auf die produktbedingte Latenz so mancher Switchmodelle ist die Wirkung der Erhöhung der Datenrate gering. Ausschlaggebend für die Gesamt-Latenz ist vielmehr die produktbedingte Latenz.“

Wie wir sehen werden, hängen diese Thesen eng zusammen.

Software-Upgrade ausgeschlossen

Schon in 2009 wurde vom Autor im Rahmen eines Forums die These aufgestellt, dass bestehende Ethernet-Switches nicht einfach durch einen Software-Upgrade auf die Fähigkeit der Verarbeitung von Speicherverkehr mittels DCB und FCoE aufgerüstet werden können. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass eine Implementierung dieser Funktionen tatsächlich mit der Notwendigkeit neuer Komponenten in den Switches (oder der Einführung ganz neuer Switches) verbunden ist.

In 2011 haben Hersteller Switching Chips vorgestellt, die die DCB-Funktionen integrieren und damit die Konstruktion von Switches auf eine ganz neue Ebene bringen: nichts wird in Zukunft mehr so sein, wie es war! Wir stellen solche Chips wegen ihrer fundamentalen Bedeutung in einer späteren Folge der Serie ausführlich vor.

Wie immer lohnt es sich aufgrund des Investitionsvolumens genau hinzuschauen, welche Funktionen man denn nun wirklich benötigt, welche „ganz nett“ aber nicht entscheidend und welche schlicht überflüssig sind.

weiter mit: Modellierung und Ergebnisse

 

ComConsult Rechenzentrum Infrastruktur-Redesign Forum 2011

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