Fixed-Mobile-Convergence im Test – Teil 2

Siemens HiPath Mobile Connect vs. Avaya one-X Mobile

08.12.2008 | Autor / Redakteur: Dr. Frank Imhoff, Nick Schirmer, Dr. Michael Wallbaum / Andreas Donner

ComConsult lässt in Sachen FMC die Lösungen von Avaya und Siemens gegeneinander antreten
ComConsult lässt in Sachen FMC die Lösungen von Avaya und Siemens gegeneinander antreten

Avaya one-X Mobile

Die Fixed-Mobile-Convergence-Lösung von Avaya nennt sich one-X Mobile Dual Mode und besteht im Wesentlichen aus dem one-X-Mobile-Client und dem one-X-Mobile-Server. Als proprietäre Lösung wird der Avaya Communications Manager sowie ein SIP Enablement Server (SES) vorausgesetzt.

Bisher unterstützt Avaya one-X Mobile Dual Mode keine Verschlüsselung der Kommunikation zwischen Mobiltelefon und TK-Anlage. Wird die Client-Applikation aktiviert, zeigt diese ähnlich wie die Tischtelefone der Avaya one-X Serie, die verfügbaren Leitungen im Display (vgl. Abbildung 3). Sie bietet zwei PSTN-Leitungen und – nach Verbindung mit dem WLAN – drei WLAN-Leitungen.

Um SIP-Kompatibilität herzustellen, benötigt die Avaya-Lösung den Avaya SIP-Enablement-Server (SES) als Übersetzer. Alle Gespräche der FMC-Lösung müssen den SES zumindest für die Signalisierung, also den Gesprächsaufbau und -abbau verwenden. Auch bei Gesprächen zwischen SIP-Telefonen und Nicht-SIP-Telefonen übernimmt der SES die Vermittlung.

Der Avaya one-X Mobile Server verwaltet die Nummern der mobilen Endgeräte. In der Server-Applikation werden die einzelnen Funktionalitäten durch Kurzwahlnummern angesteuert. Mobiltelefone werden in der Konfiguration der PBX als so genannte Off-PBX-Stationen deklariert, um eine Unterscheidung zu den normalen IP-Telefonen zu schaffen. In Abbildung 4 ist der grundlegende Aufbau der Avaya-Lösung dargestellt.

Auch beim Test der Avaya-Lösung wurde die Client-Applikation Avaya one-X Mobile Dual Mode auf einem Nokia E60 mit Symbian S60 3rd Edition installiert. Sie nutzt eines der vorinstallierten SIP-Profile des Mobiltelefons. Bei der Installation wird die bevorzugte Anrufart des Mobiltelefons auf VoIP-Anruf umgestellt. Deaktiviert man die Client-Applikation, so bleibt diese Einstellung aktiv, was dazu führt, dass nur Gespräche über die Avaya-TK-Anlage geführt werden können.

Empfängt der Avaya Communication Manager ein Gespräch für das Mobiltelefon, so kontaktiert er den SES und den one-X Mobile Server, um festzustellen ob das Mobiltelefon im WLAN eingebucht ist. Bei einem WLAN-Gespräch kontaktiert der Server das Mobiltelefon über das WLAN unter der im Server hinterlegten internen Telefonnummer. Der RTP-Strom geht bei diesem Anruf über den one-X Server, der als RTP-Proxy agiert. Abbildung 5 zeigt den Verlauf einer Sitzung mit einem Roaming von WLAN nach GSM.

Communication Manager und SES befinden sich in einem Chassis mit nur einem LAN-Interface aber zwei IP-Adressen. Die Kommunikation zwischen den beiden Komponenten geschieht innerhalb des Chassis, so dass sie am LAN-Interface nicht analysiert werden konnte.

Die Avaya one-X Mobile Dual Mode Client Applikation führt in definierten Abständen mit Hilfe des Mobiltelefons Messungen bezüglich der Stärke des WLAN-Signals durch. Sobald der eingestellte Schwellwert unterschritten wird führt das Mobiltelefon das Roaming durch. Beim Roaming von WLAN nach GSM ruft nach Unterschreitung des Schwellwertes das Mobiltelefon den Avaya one-X Server unter der Extension 200 über das GSM-Netz an und baut so eine zweite Verbindung auf. Es findet übergangsweise eine Konferenz statt. Teilnehmer dieser Konferenz sind das IP-Telefon, der Avaya Communication Server und zweimal das Mobiltelefon. Das Mobiltelefon nimmt mit WLAN und GSM an der Konferenz teil, bis das GSM-Gespräch komplett eingerichtet ist, dann beendet es das WLAN-Gespräch.

In umgekehrter Richtung, d.h. beim Roaming von GSM nach WLAN ist die Vorgehensweise ähnlich. Nachdem sich das Mobiltelefon ins WLAN eingebucht und an der TK-Anlage registriert hat, tätigt die Client-Applikation einen Anruf an die Kurzwahl 200. Dieser Anruf wird über das WLAN ausgeführt und so wieder die Konferenz mit den Teilnehmern IP-Telefon, Communication Server und zweimal Mobiltelefon eingerichtet. Wenn das WLAN-Gespräch aufgebaut ist, wird das GSM-Gespräch durch das Mobiltelefon beendet.

weiter mit: WLAN-Signalstärke und Sprachqualität

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 2018264 / Konvergenz)