Zurückhaltung bei Cloud und Mobile

SharePoint-Anwender­studie vorgestellt

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Mit ihrer Studie liefern die Forscher unbestechliche Zahlen und nicht ganz offensichtliche Interpretationen.
Mit ihrer Studie liefern die Forscher unbestechliche Zahlen und nicht ganz offensichtliche Interpretationen. (Bild: Hochschule der Medien / www.sharepoint360.de)

Deutsche SharePoint-Nutzer können sich offenbar nur bedingt für Microsofts Mantra vom „Mobile First, Cloud First“ begeistern. Aktuellen Studienergebnissen zufolge setzt die Mehrheit auf eine On-Premise-Lösung und nutzt diese auch stationär.

Wie weit Anspruch und Wirklichkeit mitunter auseinanderliegen zeigen jetzt von der Stuttgarter Hochschule der Medien vorgestellte Ergebnisse „der bisher größten Anwenderstudie zum Einsatz von SharePoint in deutschen Firmen“. Abweichend von Microsofts strategischer Linie „Mobile First, Cloud First“ nutzen Anwender die Lösung bevorzugt auf stationären Systemen – wenn sie die Lösung denn überhaupt einsetzen: 50 Prozent der lizenzierten Mitarbeiter verwenden SharePoint nämlich überhaupt nicht.

Bei 65 Prozent der befragten Unternehmen läuft SharePoint im eigenen Rechenzentrum, je 17 Prozent setzen auf hybride Installationen respektive Instanzen aus der Cloud. 53 Prozent der deutschen Anwender wollen vorerst überhaupt nicht in die Cloud investieren.

Mit 95 Prozent greift das Gros der Mitarbeiter direkt am Desktop auf SharePoint zu. Auf den ersten Blick fällt die Mobilnutzung dahinter nicht sonderlich stark zurück: Den Laptop nutzen 91 Prozent, über 58 Prozent verwenden ein Tablet, fast jeder zweite ein Smartphone. Dennoch sagen die Studienautoren: Der mobile Zugriff spielt eine geringe Rolle. Als Beleg wird eine Kontrollfrage angeführt. Der zufolge gaben zwei Drittel der Entscheider an, dass höchstens 25 Prozent der Mitarbeiter mobile Zugriffsmöglichkeiten nutzen. Daraus schließen die Forscher, dass sie vornehmlich besonders SharePoint-affine Nutzer befragt haben. Zudem sei auch die weniger mobilitätslastige Nutzung im Gesamtunternehmen in die Interpretation eingeflossen, heißt es.

Folgt man der Argumentation, sind demnach aber auch nur 40 Prozent der eigentlich technikaffinen Nutzer mit der Usability von SharePoint unzufrieden – gerechterweise gilt allerdings festzuhalten, dass dies einer Verbesserung zum Vorjahr entspricht. Nichtsdestotrotz nutzen lediglich 14 Prozent der Befragten SharePoint „Out of the Box“; 55 Prozent benötigen technischen Support externer Partner.

Mit 88 Prozent verwendet die Mehrzahl der Unternehmen SharePoint als Mitarbeiterportal. Knapp zwei Fünftel betrachten die Lösung als Basis für die digitale Transformation während 54 Prozent keinen geschäftlichen Nutzen von Social Collaboration erkennen.

Für die „SharePoint Anwenderstudie 2016“ Studie wurden im Dezember 2015 und Januar 2016 über 300 Geschäftsführer und Fachbereichsentscheider aus dem deutschsprachigen Raum befragt. Die Autoren der Studie sind Prof. Dr.-Ing. Thorsten Riemke-Gurzki und Prof. Dr.-Ing. Arno Hitzges von der Hochschule der Medien in Stuttgart. Finanziell unterstützt wurde die Erhebung von harmon.ie, Inosoft AG, IPI GmbH, Henrichsen AG, R.K. Profits, implexis GmbH und novaCapta Software & Consulting.

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