Auf der Suche nach der Intelligenz im Internet-der-Dinge?

Service Provider: wichtigste Katalysatoren für IoT

| Autor / Redakteur: Ed Ogonek / Andreas Donner

Service Provider spielen in Zeiten von Internet of Things eine entscheidende Rolle.
Service Provider spielen in Zeiten von Internet of Things eine entscheidende Rolle. (Bild: CENX / Robin Spencer)

Während der Fokus bisher auf coolen Arm­bän­dern, industriellen Sensoren, datengetriebenen Anwendungen und der Nutzungsqualität für Kon­sumenten liegt, blieb die wirkliche Intelli­genz des Internet-of-Things der Öffentlichkeit bisher weitestgehend verborgen: Die Intelligenz liegt im Netzwerk und in der Software, die das Netzwerk in Betrieb hält.

Nur, um keine Irrtümer zu verbreiten: Die Sensoren und Geräte, die für den Einsatz mit IoT-Anwendungen entwickelt werden, sind schon erstaunlich. Ob abgestimmt auf Konsumenten, smarte Kommunen, Unternehmen oder die Produktion – Cloud-basierte Anwendungen für IoT sind äußerst leistungsstark und bieten das Potenzial, das Leben signifikant zu verändern. Das stimmt vor allem dann, wenn die Back-End-Applikationen Big-Data-Analytics nutzen und künstliche Intelligenz sowie Automation zum Einsatz bringen, um Services und Produkte zu schaffen, die weit über traditionelle Software hinausgehen.

Es ist gibt nur eine weiche Abgrenzung zwischen dem Internet-of-Things und anderen Applikationen, die entfernte Endgeräte mit Back-End-Servern verbinden. Und möglicherweise existiert nicht einmal diese weiche Abgenzung:

  • Läufer können ihre Herzschläge und andere Vitalwerte messen und nutzen dazu Anwendungen, die zunehmend lernen, wozu der eigene Körper in der Lage ist.
  • Mediziner können detaillierte Bilder und Operationsvideos in Echtzeit mit anderen Kollegen teilen, um deren Expertise für die optimale medizinische Behandlung zu erfragen.
  • Automobilbesitzer profitieren von intelligenten Parking-Apps, die es schneller und einfacher machen zu navigieren und dabei auch noch den Benzinverbrauch, den Verkehr insgesamt und die Luftverschmutzung reduzieren.
  • Echtzeitinformationen auf Autobahnen, in Bussen oder Zügen informieren Reisende und Verkehrsbehörden über unvorhergesehene Verzögerungen.
  • Intelligente Klimakontrollsysteme in öffentlichen Gebäuden registrieren, wann die Einrichtungen nicht genutzt werden und leiten entsprechende Maßnahmen ein.
  • Bewässerungssysteme in Gärten, auf Golfplätzen oder in Parks sind klug genug, die Feuchtigkeit des Untergrunds zu überwachen und schalten Sprinkleranlagen nur dann ein, wenn sie auch wirklich benötigt werden, anstatt mit einem Zeitschalter zu arbeiten, der auch während eines Gewitters arbeitet.

Doch dies ist nur der Anfang. Mein eigenes Haus hat sich schnell zu einem sehr intelligenten und effizienten Gebäude entwickelt. Die Büros unseres Unternehmens werden zunehmend intelligent. Die Stadt folgt rasch. Sprechen wir also über die verborgenen Chancen von IoT: Die Verbindung von all den Mobilen und stationären Geräten, einschließlich Sensoren, zu Back-End-Services, sei es in der Cloud oder aber zu einem Provider-Rechenzentrum.

Wenn diese Verbindungen nicht zuverlässig arbeiten oder deren Bandbreitenanforderungen nicht erfüllt werden, dann können Milliarden von Geräten auch nicht mit ihren Back-End-Anwendungen kommunizieren. Telemetrie-Daten können nicht durch entfernte Sensoren gesammelt werden und keinerlei Aktionen können an entfernte Geräte übermittelt werden. Auch Anwendungen auf Big-Data-Basis verfügen dann nicht über die Informationen, die notwendig sind, um Entscheidungen in Echtzeit zu treffen oder Echtzeit-Aktionen auszuführen.

Fokus auf Communications-Service-Provider

Das Internet-of-Things basiert auf einer großen Zahl von Netzwerktechnologien sowie auf Netzwerk-Service-Providern. Natürlich gibt es Ethernet-basierte lokale Netze (LANs) in Gebäuden oder Wide-Area-Networks (WANs) zwischen ihnen. Zudem existieren WiFi-Netze in Unternehmensarealen oder auf öffentlichen Plätzen, die möglicherweise durch die Kommune oder durch einen Communications-Service-Provider (CSP) verwaltet werden.

Viele Geräte wie etwa in Connected-Cars enthalten Mobilfunk-Transceiver, die mit einem der bekannten Carrier verbunden sind. Und natürlich sind Smartphone-Apps oder IoT-Armbänder mit einer Carrier-Verbindung ausgestattet oder nutzen WiFi.

Wenn es um IoT geht, müssen Unternehmen aber die Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit all dieser Netzwerke betrachten. Die Kapazitätsplanung ist der Schlüssel für die Sicherstellung der Robustheit der Netzwerk-Infrastruktur, die den zunehmenden Datenverkehr bewältigen muss. Doch das reicht bei weitem nicht aus. Die meisten großen Organisationen haben Verträge mit Tier1- oder Tier2- CSPs über die Bereitstellung von WAN-Services zur Verbindung ihrer Niederlassungen, und sie verbinden ihre Netzwerke mit Cloud-basierten Services (SaaS).

Unternehmen, Produzenten, Behörden und andere Organisationen, die IoT in bestimmten Größenordnungen einsetzen wollen, müssen mit CSPs zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass ihre Systeme zuverlässig arbeiten. Diesbezügliche Verträge müssen dahingehend geprüft werden, ob Servicelevel im Hinblick auf Ausfallzeiten, Bandbreite, Elastizität, Latenz, Jitter oder Verzögerungen garantiert werden. Viele neue IoT-Anwendungen reagieren viel sensibler auf die Netzwerkperformance und haben signifikant unterschiedliche Service-Anforderungen als traditionelle Verfahren – insbesondere wenn das Übertragungsvolumen zu und von den IoT-Devices hoch ist.

Intelligente Service-Provider-Netzwerke

Um mit der Entwicklung für IoT-Services Schritt zu halten und die eigenen Service-Angebote differenzieren zu können, verändern derzeit viele CSPs die Art und Weise, wie sie ihre Netzwerke steuern und ausbauen. Tatsächlich ist es aber so, dass viele IoT-Projekte auf der Leitungsebene einer Organisation beginnen und sich dann nach unten arbeiten – also einen Top-Down-Ansatz verfolgen. Andere starten als bescheidene Pläne getrieben durch unterschiedlichste Abteilungen. In der Realität wissen viele Manager bei der Einführung von IoT-Projekten nicht, welche Möglichkeiten oder Limitierungen ihre Datennetzwerke bergen.

Um die zunehmende Nachfrage nach IoT-Services zu bewältigen, beginnen viele CSPs damit, ihre Netzwerke intelligenter, robuster und datenbezogener zu machen. Vorausgesetzt, dass IoT-Projekte mehrere Netzwerke einschließen, wird die Orchestrierung von Intra-Network- und Inter-Network-Netzwerkservices zur Notwendigkeit. Schon, um die Basiskonnektivität und die benötigte Bandbreite zu garantieren. Schließlich gibt es Milliarden von Verbindungen von IoT-Geräten zu Unternehmensrechenzentren, SaaS-Data-Centers und der Cloud. In einigen Fällen werden diese Netzwerke physisch sein. Zunehmend, jedoch, werden diese Netze Software-Defined Networking (SDN) und Network Functions Virtualization (NFV) enthalten, schon wegen der Programmierbarkeit und der Skalierbarkeit, die diese Technologien bieten.

Orchestriertes Service-Management

Das intelligenteste Werkzeug in den CSP-Netzwerken ist das orchestrierte Service-Management, getrieben durch die in Echtzeit bereitgestellten Big-Data-Netzwerkanalysen. Fortgeschrittene intelligente Analysen helfen Carriern dabei, ihre hybriden physischen und virtuellen Netze zu optimieren und zu flexibilisieren. Auf diese Weise werden sie befähigt, unerwarteten Datenfluss zu beherrschen und eine höhere Servicequalität für die Milliarden von Dingen zu garantieren, unabhängig von dem auszuführenden Typ der IoT-Anwendung.

Ed Ogonek.
Ed Ogonek. (Bild: CENX / Robin Spencer)

Mit orchestrierter Service-Garantie, sind CSPs zudem auch in der Lage, Netzwerkfehler zu identifizieren und zu isolieren und können den Datenverkehr bei Bedarf auf alternative Pfade umleiten, bis der Fehler behoben ist. In der Praxis ermöglicht es die Service-Absicherung durch Orchestrierung den Service-Providern, ihren Kunden Service-Level-Garantien zu geben und gleichzeitig das durchgängige Management aller Netze zu ermöglichen, einschließlich 3G/4G/5G, WiFi, LAN und Carrier Ethernet WAN. Wenn die IoT-Applikation Bandbreite, Netzabdeckung oder spezifische Level der Netzperformance benötigt, dann ist diese Technologie unverzichtbar.

Dank Technologien wie Big-Data-Netzwerkanalysen in Echtzeit und orchestrierter Service-Assurance & Management werden Communications-Service-Provider zu den wichtigsten Katalysatoren für IoT. Sie verändern das tägliche Leben, ohne dass die Anwender jemals davon gehört hätten.

Über den Autor

Ed Ogonek ist CEO von CENX.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44175435 / Märkte & Services)