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HP setzt auf Software-Defined Networking SDN wird den Netzwerk-Markt umkrempeln

| Redakteur: Sylvia Lösel

Software Defined Networking (SDN) soll Netzwerk-Strukturen kräftig umkrempeln. Im Interview mit IP-Insider erläutert Axel Simon, Netzwerk-Experte bei Hewlett-Packard, was das bedeutet.

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Dank SDN soll das Netzwerk flexibler werden und einfacher zu verwalten sein.
Dank SDN soll das Netzwerk flexibler werden und einfacher zu verwalten sein.
(Bild: HP)

IP-Insider: Wie schätzen Sie das Marktpotenzial von SDN ein? Warum sollte sich dies in den Netzwerken etablieren?

Axel Simon, Program Manager HP Networking
Axel Simon, Program Manager HP Networking
(Bild: HP)

Simon: SDN ist die beste derzeit verfügbare Technologie, um ein drängendes Problem vieler Netzwerkbetreiber zu lösen: Die manuelle Provisionierung von Netzwerken ist gegenüber der für die zunehmend nachgefragte automatisierte Bereitstellung von virtualisierten Anwendungen – wie zum Beispiel Cloud-Services – meist viel zu langsam und aufwändig. Das liegt unter anderem daran, dass die Elemente eines Netzwerks einzeln manuell konfiguriert werden müssen. Oft dauert es aber Tage, Wochen oder sogar Monate, bis eine Ende-zu-Ende-Verbindung in Abstimmung mit dem Systemadministrator der virtuellen Server-Landschaft zur Verfügung gestellt werden kann. Je komplexer ein Netz, desto mehr Zeit, Aufwand und Kosten fallen bei Verbindungseinrichtung und -aufbau pro bereitzustellender Anwendung an.

IP-Insider: Wie löst SDN diese Probleme?

Simon: SDN beseitigt diese Schwierigkeit, indem es die Komplexität und den Konfigurationsaufwand von Netzwerken verringert. Die Funktionen der Switches werden Schritt für Schritt und auf Dauer vollständig auf eine zentrale Kontrollebene verlagert. Konfigurationen an den Einzelsystemen entfallen komplett; die Administration des Netzwerks erfolgt über eine zentrale, leicht zu bedienende Konsole. Zu diesen Vorteilen kommt der Zusatznutzen, der daraus entsteht, dass HP mit SDN auf den Open-Flow-Standard setzt und damit grundsätzlich Herstellerunabhängig sowie dementsprechend flexibel einsetzbar ist.

IP-Insider: Welche Anwender sind prädestiniert dafür, SDN zu implementieren?

Simon: SDN ist für eine ganze Reihe von Anwendern interessant. Vor allem sollten sich Unternehmen und Einrichtungen mit SDN beschäftigen, die große Rechenzentren oder Campus-Netzwerke betreiben, Anwendungen auf der Serverseite virtualisieren oder den Betriebsaufwand und die Kosten ihres Netzwerkes senken wollen.

IP-Insider: Welche Schritte sind nötig, um SDN in das eigene Netzwerk zu integrieren?

Simon: Rein technisch gesehen muss natürlich ein SDN-Controller in das Netzwerk eingebracht werden. Dann müssen entweder die bestehenden Switches per Update Open-Flow-fähig gemacht oder durch neue Open-Flow-fähige Switches ersetzt werden. Einzelne Funktionalitäten werden durch SDN-Applikationen beziehungsweise Schnittstellen zu Cloud-Provisionierungssystemen wie etwa Open Stack realisiert. Wesentlich dabei ist, dass der SDN-Ansatz konsequent umgesetzt wird.

IP-Insider: Was genau verstehen Sie unter konsequent?

Simon: Unternehmen sollten ihre Netzwerke unbedingt durchgängig automatisieren und die Steuerungsebene nicht nur teilweise, sondern komplett von der physikalischen Infrastruktur trennen. Das ist dann erreicht, wenn SDN-Technologien über das ganze Netz hinweg vorhanden sind – von der Hardware über die Steuerungsebene bis hin zu den Anwendungen, und vom Rechenzentrum bis zum Desktop. Damit ist die Integration aber nicht abgeschlossen. Die Prozesse für Netzwerk-Konfiguration und -Betrieb müssen angepasst und die Mitarbeiter entsprechend geschult werden. Neue Angebote von HP Technology Services unterstützen Kunden dabei, eine SDN-Roadmap zu entwickeln, Architekturen festzulegen, die Einhaltung von Unternehmensrichtlinien sicherzustellen und Machbarkeitsstudien durchzuführen.

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